Neue Fenster: Wie planen Sie energieeffizient und sicher?

Stand: 11. August 2026

Die Verbraucherzentralen zeigen, worauf Sie bei der Planung neuer Fenster achten sollten, damit sie energieeffizient, komfortabel und sicher sind.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Fenster sollten für alle Bewohner:innen leicht zu erreichen und zu bedienen sein.
  • Sicherheitsverglasung und einbruchhemmende Beschläge erhöhen den Einbruchschutz.
  • Der U-Wert zeigt, wie gut ein Fenster Wärmeverluste begrenzt. Je niedriger der Wert, desto besser.
  • Größe und Ausrichtung der Fenster beeinflussen Tageslicht und Wärme im Raum.
  • Ein passender Sonnenschutz hilft, Räume im Sommer vor Überhitzung zu schützen

Wie sollten Fenster für den Alltag geplant sein? 

Die Fenstergriffe sollten gut in der Hand liegen und leicht erreichbar sein. Bei einer üblichen Brüstungshöhe (Abstand zwischen Fußboden und Fensterunterkante) können die Griffe im unteren Drittel des Fensters angebracht werden. Dadurch sind sie auch für kleinere Menschen, im Sitzen oder bei körperlichen Einschränkungen gut erreichbar. 
Für Menschen mit Sehbeeinträchtigung ist es hilfreich, die Griffe optisch leicht erkennbar zu gestalten, beispielsweise andersfarbig als der Fensterrahmen.  

Die Mechanik sollte leichtgängigsein. Schwer zugängliche Fenster können bei Bedarf mit elektrischen Öffnungssystemen ausgestattet werden. Um kleine Kinder vor Unfällen zu bewahren, empfehlen sich abschließbare Fenstergriffe. Für Terrassen oder Balkone kann zur Barriere-Reduzierung eine schwellenlose Schiebe- oder Falttüranlage Sinn machen. Bei solchen ist besonders auf eine wind- und regendichte Ausführung zu achten.

Was muss ich über Energieeffizienz bei Fenstern wissen?

Das Wichtigste bei der Energieeffizienz von Fenstern ist deren Dichtigkeit. Neue Fenster sind ausreichend dicht, bei alten Fenstern sollten Sie die Dichtungen kontrollieren und gegebenenfalls ausbessern. Sind Dichtungen vorhanden und das Fenster schließt trotzdem nicht richtig, ist es häufig verstellt. Die richtige Position des Fensterflügels kann von Fachpersonen eingestellt werden. Die energetische Qualität von Fenstern wird hauptsächlich mit dem U-Wert gemessen. Er beschreibt, wie viel Wärme die Fensterfläche pro Grad Celsius Temperaturunterschied durchlässt. Der U-Wert sollte also möglichst klein sein. 

Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass neue Fenster einen U-Wert von höchstens 1,3 Watt pro Quadratmeter Kelvin haben dürfen. Bei Dachflächen-Fenstern liegt der Wert bei 1,4. Diese Werte stellen allerdings nur die gesetzlichen Mindestanforderungen dar. Moderne Fenster erreichen in der Regel einen U-Wert von etwa 1,0 oder weniger. Noch bessere Werte sind möglich, können aber mit höheren Kosten verbunden sein.

Neben der Dichtigkeit und der Verglasung beeinflusst auch der Fensterrahmen die Energieeffizienz. Dabei spielt vor allem das Material eine Rolle. Kunststoffrahmen erreichen in der Regel gute energetische Werte. Aber auch gut konstruierte Holzrahmen können eine hohe Energieeffizienz bieten.

Obwohl moderne Fenster energetisch gut abschneiden, erreichen sie nicht die gleiche Energieeffizienz wie gut gedämmte Wände. Durch Fenster geht weiterhin mehr Wärme verloren. Planen Sie die Fensterflächen daher nicht größer als unbedingt nötig. Das gilt auch für Fenster auf der Südseite: Über das gesamte Jahr betrachtet sind die Wärmeverluste in der Regel größer als der Wärmegewinn durch die Sonneneinstrahlung.

Wie können Fenster vor Einbruch schützen?

Für einen guten mechanischen Einbruchschutz müssen die Fenster fachgerecht eingebaut  und mit einer Sicherheitsverglasung ausgestattet sein. Zudem sollte es einen Aufhebelschutz geben. Alle Beschläge sollten mindestens die einbruchhemmenden Widerstandsklasse RC2 haben. Elektrische Sicherungs- und Alarmsysteme bieten zusätzliche Sicherheit. 

Besonders wichtig ist der Einbruchschutz bei Fenstern im Erdgeschoss sowie bei Fenstern und Türen mit Zugang zu Balkon.  Wenn Sie dort auch nachts lüften möchten, können Fenster mit sogenannten Parallelabstell-Beschlägen eine Möglichkeit sein.. Hierbei wird der Fensterflügel nicht gekippt, sondern parallel zum Rahmen verschoben. So entsteht ein umlaufender Luftspalt für die Frischluftzufuhr.

Was müssen Sie beim Lüften mit neuen Fenstern beachten?

Wenn Sie ein Drittel oder mehr Ihrer Fenster austauschen, muss kontrolliert werden, ob ein sogenanntes Lüftungskonzept erforderlich ist. In den meisten Fällen bestätigt dieses Lüftungskonzept, dass die einfache Fensterlüftung für eine angemessene Wohnqualität ausreichend ist. Als Alternative können Lüftungsanlagen für die notwendige Frischluft sorgen. Diese können für einzelne Räume oder das komplette Haus eingebaut werden. Wichtig dabei ist, dass sie auch einen Wärmetauscher zur Wärmerückgewinnung aufweisen.

Wie können neue Fenster vor Lärm schützen?

Überlegen Sie bei der Planung von Fenstern auch, ob Lärm an Ihrem Wohnort eine Rolle spielt. Fenster mit speziellen Dichtungen bieten bereits einen verbesserten Schallschutz – und kosten meist nicht viel mehr. Einen besonders guten Schallschutz haben spezielle Verglasungen oder Doppelflügel-Fenster.

Zur Orientierung, ob der Außenlärm am Gebäudestandort eine Rolle spielt, stellt das Umweltministerium NRW online Informationen zur Lärmsituation am Standort zur Verfügung.

Wie schützen Fenster vor Hitze?

Der Hitzeschutz von Fenstern wird hauptsächlich mit dem „g-Wert“ der Verglasung gemessen. Er beschreibt, wie viel der auftreffenden Energie das Fenster durchlässt. Normale Fensterverglasungen haben einen g-Wert von etwa 0,6. Sonnenschutzverglasungen haben einen g-Wert von weniger als 0,4. Angesichts des Klimawandels gewinnt das Thema Hitzeschutz an Bedeutung:

  • An welchen Fenstern ist ein Sonnenschutz sinnvoll?
  • Welche Möglichkeiten der Verschattung bieten sich an?
  • Kann eine spezielle Sonnenschutzverglasung eine Option sein?

Ein außen liegender Sonnenschutz schützt am wirksamsten vor sommerlicher Hitze. Dafür eignen sich zum Beispiel Markisen, Raffstores oder Rollläden. Auch ein innen liegender Sonnenschutz kann die Räume vor zu viel Wärme schützen, ist aber weniger wirksam.

Besonders praktisch sind Sonnenschutzsysteme mit Sensoren. Sie erkennen starke Sonneneinstrahlung oder auch Sturm und Hagel und fahren den Sonnenschutz automatisch aus oder ein.

Auch Bäume und größere Sträucher können im Sommer Schatten spenden und für Kühlung sorgen. Laubabwerfende Pflanzen lassen in den übrigen Jahreszeiten wieder mehr Sonnenlicht durch. Weitere Ideen zu diesem Thema finden Sie unter klimakoffer.nrw

Bei großen Fensterflächen und insbesondere an der Südseite kann außerdem eine Sonnenschutzverglasung sinnvoll sein. Sie verringert den Wärmeeintrag durch die Sonneneinstrahlung. Einen außen liegenden Sonnenschutz wie eine Markise oder Jalousie kann sie jedoch nicht ersetzen.

Beratung & Angebote

Beratungen vor Ort: Aufsuchende Energieberatung

Für die aufsuchende Energieberatung kommt eine Energieberaterin oder ein Energieberater der Verbraucherzentrale nach Terminvereinbarung zu Ihnen nach Hause. Vorher sollte aber eine Beratung in den Beratungsstellen und Quartieren in Anspruch genommen werden.

Beratungsart: Persönlich vor Ort

Stationäre Energieberatung

Sind Ihre Energiekosten hoch? Möchten Sie Ihr Haus energetisch sanieren? Brauchen Sie eine neue Heizung? Das Energieberaterteam berät Sie kompetent und unabhängig.

in unseren Beratungsstellen
Kosten: kostenlos
Beratungsart: Persönlich vor Ort, Andere