Santander Bank: Drängt sie Kreditkund:innen in eine Versicherung?
Die Santander Consumer Bank bietet beim Kreditabschluss gern die teure Existenzschutz-Versicherung „Santander Protect“ an. Die Verbraucherzentralen warnen: Ein Abschluss ist nicht verpflichtend, lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
Wovor warnen die Verbraucherzentralen?
Die Santander Consumer Bank vertreibt zusammen mit Krediten die Existenzschutz-Versicherung Santander Protect. Sie deckt ähnliche Risiken ab wie eine klassische Restschuldversicherung, etwa Todesfall, längeren Arbeitsausfall durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit.
So funktioniert Santander Protect
- Tritt ein versichertes Risiko ein, erhält der Versicherungsnehmer oder Hinterbliebene für einen bestimmten Zeitraum eine monatliche Zahlung.
- Diese Zahlung entspricht nicht der Kreditrate, sondern wird anders als bei der Restschuldversicherung frei vereinbart und ist meist höher als die Kreditrate.
Unterschiede zur Restschuldversicherung
- Laufzeit: Fest 5 Jahre mit automatischer einjähriger Verlängerung
- Beitrag: Monatliche Prämie zusammen mit der Kreditrate, keine hohe Einmalzahlung zu Beginn
Restschuldversicherungen in der Kritik – und jetzt reguliert
Die Prämien für diesen Existenzschutz sind in der Praxis oft sehr hoch. In uns bekannten Fällen machten sie die Hälfte bis drei Viertel der monatlichen Kreditrate aus.
Restschuldversicherungen gelten bei Verbraucherzentralen oft als überteuert mit geringem Nutzen. Trotzdem berichten uns Verbraucher:innen immer wieder von Druck durch Banken, solche Versicherungen abzuschließen, um den Kredit zu erhalten.
Gesetzliche Schutzmaßnahmen
Die Politik hat reagiert:
- Provisionsdeckel für Restschuldversicherungen eingeführt
- Cooling-Off-Periode: Seit 2025 darf eine Restschuldversicherung erst 7 Tage nach Kreditabschluss abgeschlossen werden.
Umgeht die Santander Bank die gesetzlichen Regelungen? Dafür könnte sprechen, dass die Santander Protect zwar im Kreditkontext wie eine Restschuldversicherung verkauft wird, aber formal wegen einiger abweichender Merkmale keine Restschuldversicherung ist.
Was können Verbraucher:innen tun?
Verbraucher:innen berichten uns, dass ihnen auch bei der Santander im Gespräch nahegelegt worden sei, ein Versicherungsabschluss sei für die Kreditvergabe notwendig. Das ist falsch. In Santander-Unterlagen steht ausdrücklich:
„Die Santander Protect dient nicht zur Absicherung Ihrer Kreditraten.“
„Der Abschluss der Versicherung ist nicht Voraussetzung für die Gewährung des Darlehns durch die Santander Consumer Bank.“
- Versicherung klar ablehnen und auf Dokumente verweisen
Wenn Sie diese Existenzschutz-Versicherung nicht wünschen, lehnen Sie diese im Gespräch ab und verweisen Sie auf die schriftlichen Informationen der Bank.
oder
- Widerrufs- und Kündigungsrechte nutzen
Widerruf: Innerhalb von 14 Tagen nach Abschluss möglich
- Kündigung: Nach Ablauf der Widerrufsfrist können Sie diese mit einer Kündigungsfrist von 1 Monat zum folgenden Monat kündigen.
Fazit: Die Santander Protect ist freiwillig, oft teuer und wenig sinnvoll. Lassen Sie sich nicht drängen!







