Rechnung von Astronova oder Bongochat? Dahinter steckt Margot Brands aus Hongkong

Stand: 17. September 2026

Sie haben eine Rechnung von Astrolonova, Fitnovaness, Novavitalia, Novasparkling oder Bongochat erhalten, obwohl Sie sich dort nie angemeldet haben? Hinter all diesen Namen steckt dieselbe Firma: die Margot Brands Limited aus Hongkong. Die Verbraucherzentralen erklären, was Sie jetzt tun sollten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Rechnung allein beweist noch keinen gültigen Vertrag.
  • Ein Vertrag entsteht nur, wenn Sie vor der Bestellung eine Zusammenfassung der Kosten erhalten haben. 
  • Der Bestellbutton muss eindeutig die Zahlpflicht anzeigen (bspw. „zahlungspflichtig bestellen").
  • Fehlt dieser klare Hinweis, ist die Rechnung ungültig. Sie müssen dann nicht zahlen.
  • Drohungen mit Inkasso oder einem Schufa-Eintrag sind kein Grund zur Sorge, wenn Sie der Forderung widersprechen.
  • Widersprechen Sie schriftlich und zahlen Sie nichts vorschnell.

Margot Brands Limited: Die Firma hinter Astronova, Bongochat & Co.

Die Namen wirken wie unterschiedliche Angebote: ein Horoskop-Dienst, ein Fitness-Planer, Ernährungscoaching, Menstruationshilfe und ein KI-Chat. Betrieben werden alle sie aber von derselben Firma, der Margot Brands Limited mit Sitz in Hongkong

Verbraucherzentralen in mehreren Bundesländern berichten aktuell über Beschwerden zu diesen Angeboten. Betroffene erhalten Rechnungen oder Mahnungen über mehrere hundert Euro für ein angebliches Jahresabo. Viele von ihnen erinnern sich nicht daran, dort jemals etwas bestellt zu haben.

Welche Portale gehören zu Margot Brands Limited?

Das Unternehmen betreibt mehrere Portale unter unterschiedlichen Namen. Dazu zählen:

  • Astrolonova 
  • Fitnovaness 
  • Novavitalia
  • Novasparkling
  • Bongochat
  • NovaMenstruHilfe
  • NovaErektionshilfe
  • NovaChat AI

Muss ich die Rechnung bezahlen?

In den meisten Fällen nein. Entscheidend ist, ob überhaupt ein gültiger Vertrag zustande gekommen ist. Nach deutschem Recht gilt: Vor einem Vertragsschluss müssen alle Kosten und Bedingungen genannt werden. Ein Vertrag entsteht nur, wenn Sie vor dem Absenden der Bestellung klar erkennen konnten, dass die Bestellung etwas kostet. Zum Beispiel durch einen Button mit der eindeutigen Aufschrift "zahlungspflichtig bestellen".

Fehlt dieser klare Hinweis, ist die Rechnung in aller Regel ungültig. Viele Verbraucher:innen sind sich sicher, dass sie keinen Vertrag geschlossen haben und die Forderung nur behauptet wird. Kann die Firma keinen gültigen Vertragsschluss nachweisen, so müssen Sie nichts bezahlen.

Ich bin unsicher, ob ich mich vielleicht doch angemeldet habe. Was jetzt?

Überlegen Sie, ob Sie eine dieser Webseiten (Horoskop-Dienst, Fitness-Planer, KI-Chat) besucht und dort einen Vertrag geschlossen haben? Selbst wenn Sie die Seite besucht haben, müssten Sie dort eine Vertragszusammenfassung erhalten und dann bewusst auf einen Button geklickt, der eindeutig auf die Kosten hinweist („Zahlungspflichtig bestellen“, „Jetzt zahlen“, „kostenpflichtig bestellen“). Viele Betroffene berichten, dass sie die Webseiten nie besucht haben. Insofern würde dann die Forderung von Margot Brands nur behauptet. Wichtig: Ohne einen klaren, nachweisbaren Klick auf einen Kosten-Button ist kein Vertrag entstanden.

Was muss ich nach einer Rechnung/Mahnung von Margot Brands tun?

Die Firma setzt gezielt auf Angst: In den Schreiben wird oft sofort mit einem Inkassobüro, zusätzlichen Gebühren oder einem Schufa-Eintrag gedroht

  1. Ruhig bleiben. Zahlen Sie nichts aus Angst. Kurze Fristen und drohende Formulierungen sollen Sie unter Druck setzen. 
  2. Rechnung/Mahnung prüfen. Wenn Sie wissentlich einen Vertrag kostenpflichtig geschlossen haben, dann müssen Sie bezahlen. Wissen Sie nichts von einem Vertrag, so müssen Sie vorerst nichts bezahlen.
  3. Schriftlich widersprechen. Wenn Sie direkt mit Namen angeschrieben werden, schreiben Sie der Firma, dass Sie keinen kostenpflichtigen Vertrag abgeschlossen haben und die Firma den Vertragsschluss nachweisen soll. Nutzen Sie dafür den Musterbrief der Verbraucherzentralen. Verschicken Sie Ihren Widerspruch möglichst nachweisbar, zum Beispiel per Einschreiben oder mit Lesebestätigung bei einer E-Mail. Wenn Sie eine E-Mail versenden, setzen Sie sich oder einen Bekannten in BCC, um den Sendevorgang zu dokumentieren.
    Sofern Sie ohne Namen angeschrieben wurden und auch keine Belege für eine Rechnung beifügt sind, so können Sie das Schreiben zunächst ignorieren. Unbestimmte Zahlungsaufforderungen ohne Angabe von Zahlungsgrund und Zahlungsschuldner müssten Sie nicht beantworten. Wollen Sie dennoch widersprechen, so teilen Sie dem Unternehmen nicht mehr Daten mit. Nennen Sie insofern weder Ihren Namen, ihre Anschrift oder Telefonnummer. Antworten Sie ausschließlich mit den Daten, die dem Absender bereits vorliegen. 
  4. Beweise aufbewahren. Heben Sie alle Rechnungen, Mahnungen und weiteren Schreiben auf. Sie brauchen diese Unterlagen, falls der Fall später vor Gericht landet.

Was ist, wenn ich ein Inkassoschreiben erhalten habe?

Teilweise werden Inkasso-Schreiben von Culpa Inkasso GmbH und Euro-Invest-Inkasso GmbH verschickt. Wenn Sie sicher sind, dass die Forderung nicht besteht, sollten Sie der Forderung direkt gegenüber dem Inkassobüro schriftlich widersprechen. Eine ungültige Rechnung wird auch durch ein Inkassobüro nicht gültig. Nutzen Sie hier den Musterbrief der Verbraucherzentralen.

Was ist, wenn ich dennoch weiter Inkassoschreiben erhalte?

Haben Sie garantiert keinen Vertrag abgeschlossen und der Forderung einmalig widersprochen, können Sie nachfolgende Erinnerungsschreiben des Inkassobüros ignorieren. Verschickt das Inkassounternehmen trotz Widerspruch weiter Schreiben oder besitzt es keine gültige Zulassung, sollten Sie den Anbieter bei der zentralen Inkassoaufsicht melden.

Was soll ich weiter noch tun?

  1. Strafanzeige erstatten: Bei Betrugsversuchen unseriöser Firmen können Sie Anzeige erstatten (auch online) über die Onlinewachen der Polizei.
  2. Datenschutzbehörde informieren: Melden Sie die unzulässige Verwendung Ihrer persönlichen Daten bei dem/der Datenschutzbeauftragten.

Wo bekomme ich Hilfe?

Haben Sie eine ungültige Rechnung erhalten oder sind Sie unsicher? Ihre Verbraucherzentrale vor Ort hilft Ihnen weiter. Sie können sich persönlich, telefonisch oder per Video beraten lassen.

FAQ: Häufige Fragen zu Rechnung von Astrolonova, Fitnovaness oder Bongochat

Ist Margot Brands Limited seriös?

Nein. Die Firma verschickt Rechnungen ohne gültige Vertragsgrundlage und setzt Betroffene mit Drohungen unter Druck.

Was, wenn ich schon bezahlt habe?

Fordern Sie das Geld schriftlich zurück, wenn kein gültiger Vertrag bestand. Lassen Sie sich dazu z.B. bei Ihrer Verbraucherzentrale beraten.

Drohen mir wirklich rechtliche Konsequenzen, wenn ich nicht zahle?

Nein, solange Sie der Forderung schriftlich widersprochen haben und kein gültiger Vertrag vorliegt.

Hatten Sie unbekannte Kontoabbuchungen?

Kontrollieren Sie bitte Ihre Kontoauszüge nach unbekannten Abbuchungen. Unberechtigte Abbuchungen können Sie bei Ihrer Bank zurück buchen lassen. Lassen Sie die Anbieter auch direkt durch Ihre Bank sperren.

Ich habe keinen Vertrag mit den genannten Anbietern geschlossen. Was muss ich jetzt tun?

Wenn Sie sicher sind, keinen Vertrag mit den genannten Anbietern abgeschlossen zu haben, müssen Sie auch keine Rechnung bezahlen. Wenn die Rechnung ohne weitere persönliche Daten nur per E-Mail kommt, dann können Sie diese ignorieren. In diesem Fall sollte Sie keinen schriftlichen Widerspruch an den Anbieter schicken, da dieser dann nur noch mehr Informationen (z.B. Ihre Adresse) über Sie bekommt.

Werden Sie hingegen persönlich angeschrieben und die Rechnung enthält bereits persönliche Informationen wie Ihre Anschrift, sollten Sie Widerspruch einlegen. Dies geht bequem mit dem Musterbrief der Verbraucherzentrale.

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Die Verbraucherzentrale Bremen bietet Ihnen sachkundige, anbieterunabhängige Informationen und eine persönliche Rechtsberatung bei Fragen zu Illegalen Downloads oder weiteren Fragen des Urheberrechts an.

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