Urlaub mit dem Smartphone - Clever Kosten im Blick behalten

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Marktcheck der Verbraucherzentralen Berlin, Hamburg und Bremen zeigt: Surfen im Urlaub kann auch bei sogenannten Ethnotarifen teuer werden.

Viele Verbrauchrinnen und Verbraucher mit Migrationshintergrund verbringen einen großen Teil der Sommerferien bei Verwandten im Ausland. Auch im Urlaub möchten sie im Internet surfen, twittern, E-Mails schreiben oder den Kontostand checken – doch auch im Ausland  lauern Gefahren wie Kostenfallen oder auch Datenklau für Verbraucherinnen und Verbraucher!

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Vorsicht -  Smartphone-Nutzung  im Ausland!

Telefontarife, die eine Internet-Flatrate für Deutschland beinhalten, können im Ausland teuer werden. Datenmissbrauch, hohe Rechnungen und Einstufung in teurere Tarife können Folgen einer sorglosen Handynutzung sein. Das gilt auch bei sogenannten Ethno-Mobilfunkanbietern, die Verbrauchern besondere Tarife für Telefonate in die Türkei oder nach Russland bieten.

Mobilfunknutzern, die im Urlaub viel mit ihren Smartphones surfen, können bei manchen Mobilfunktarifen ungefragt kostenpflichtige Datenpakete nachgebucht werden, wenn sie ihr vereinbartes Datenvolumen verbraucht haben. Unter Umständen werden sie sogar in einen teureren Tarif eingestuft. Verbraucher sollten sich dies aber nicht gefallen lassen und sich bei den Verbraucherzentralen beraten lassen.

Gefahren von öffentlichen WLANs im Urlaub

Vorsicht ist außerdem vor einem unüberlegten Umgang mit persönlichen Daten beim Surfen geboten: Wer sein Konto über ein ungesichertes Hotel-WLAN prüft oder Ausflüge per Kreditkarte online bezahlt, läuft Gefahr, dass diese sensiblen Daten abgefangen werden. Auch das Chatten, Twittern und Herunterladen von Apps ist nicht sicher. Persönliche Daten werden durch spezielle Analysedienste (Web Analytics), die Webseitenbetreiber auf ihren Seiten einstellen, gesammelt und an Dritte weitergegeben.

Web Analytics sammeln und analysieren unser wertvollstes Gut: Unsere Daten. Besuchte Webseiten, Suchanfragen und die verwendeten IP-Adressen werden erfasst und weitergegeben. Nicht nur die lästige Werbeflut kann Folge sein. Persönliche Daten können so in falsche Hände gelangen. Woran Urlauber auch denken sollten: Wer für mehrere Wochen verreist, lässt sein Haus während der Zeit meist leer stehen. Auch das können Kriminelle durch eine Ortung Ihres Mobiltelefons feststellen.

Datenautomatik bei Internetnutzung

Bei Tarifen mit Datenautomatik wird nach dem Verbrauch des gebuchten Datenvolumens nicht wie üblich die Übertragungsgeschwindigkeit gedrosselt. Stattdessen werden automatisch – für den Kunden kostenpflichtige – zusätzliche Datenpakete nachgebucht. Bei mehrfacher Überschreitung des Volumens inklusive der Upgrades wird der Verbraucher je nach Anbieter automatisch in einen höheren Tarif eingestuft.

Unsere Tipps:

• Informieren Sie sich vor dem Urlaub, ob Sie einen Tarif mit Datenautomatik haben.
• Achten Sie darauf, dass Sie Ihr vertragliches Datenvolumen nicht überschreiten. Alternativ kann sich die Buchung einer Tagesflatrate lohnen.
• Automatische Updates von Apps und E-Mail-Konten sollten ausgeschaltet werden, um das beanspruchte Datenvolumen zu reduzieren.

Webanalytics, Cookies und Social Plugins

Auf den Webseiten der Anbieter sind Analyseprogramme hinterlegt, die das Nutzerverhalten speichern und auswerten.  

Unsere Tipps:

  • Seriöse Anbieter weisen in ihren Datenschutzbestimmungen auf die eingesetzten Programme hin. Sie bieten an, der Webanalyse zu widersprechen. Nutzen Sie diese Möglichkeit!
  • Achten Sie darauf, welche Daten Sie im Internet von sich preisgeben. Deaktivieren Sie die Cookie-Funktion Ihres Webbrowsers.

Datenklau und unerwünschte Werbung

Wer sein Konto über ein ungesichertes Hotel-WLAN prüft oder Ausflüge per Kreditkarte online bezahlt, ist vor dem digitalen Diebstahl seiner sensibelsten Daten nur schwach geschützt. Auch das Chatten, Twittern und Herunterladen von Apps ist im Ausland nicht unbedingt sicher. Kriminelle können Passwörter und persönliche Daten ausspähen. Im einfachsten Fall erhalten Sie nur unerwünschte Werbung, aber auch Ihre Kontodaten könnten in falsche Hände geraten. Durch Ortung Ihres Mobiltelefons in einem Urlaubsland kann auch auf ein leer stehendes Zuhause geschlossen werden.

Unsere Tipps:

  • Besorgen Sie sich im/für das Urlaubsland eine Prepaid-Karte. Dies ist eine kostengünstige Möglichkeit, im Ausland im Internet zu surfen, ohne das Rückschlüsse auf ihr Zuhause gezogen werden können.
  • Vermeiden Sie sensible bzw. datensensible Vorgänge wie Online-Shopping und Online-Banking im Ausland bzw. im Urlaub. Verwenden Sie möglichst keine persönlichen Daten oder Passwörter bei ungesicherten Verbindungen.
  • Achten Sie vor Ihrem Urlaub drauf, dass bei Ihren Mobilgeräten wie Telefon und Tablet Sicherheitssoftware wie Virenscanner und Firewall installiert und auf dem aktuellsten Stand gebracht worden sind

Tarifwechsel

Wer per Telefon, Internet oder E-Mail einen Mobilfunkvertrag abgeschlossen hat, kann diesen innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Außerdem müssen Verbraucher sich nicht unbedingt auf eine 24monatige Vertragslaufzeit einlassen.

Unsere Tipps:

  • Widerrufen Sie Ihren Handyvertrag, wenn Sie mit Ihrem Tarif unzufrieden sind. Mobilfunkunternehmen sind verpflichtet, die Widerrufsregelung und die Widerrufsformulare gut sichtbar auf ihren Webseiten zur Verfügung zu stellen.
  • Ist man nicht ordnungsgemäß belehrt worden, verlängert sich die Widerrufsfrist auf ein Jahr und 14 Tage.
  • Informieren Sie sich vor einem Vertragsabschluss bei Ihrem Mobilfunkanbieter zu den Tarifen mit einer 12-monatigen Vertragslaufzeit. Mobilfunkanbieter sind gesetzlich verpflichtet, zumindest für einen Tarif einen Vertrag mit maximal 12 Monaten Laufzeit anzubieten.