Marktcheck: Fischstäbchen und Backfischstäbchen

Pressemitteilung vom
Fischstäbchen oder Backfischstäbchen – worauf Sie beim Kauf achten sollten.
Die Verbraucherzentrale Bremen hat in einem Marktcheck sechzehn verschiedene Fischstäbchen und Backfischstäbchen unter die Lupe genommen.
  • Bei Backfischstäbchen ist ein geringerer Fischanteil als bei Fischstäbchen zulässig.
  • Fischstäbchen müssen einen Filetanteil von mindestens 65 Prozent enthalten
  • Verbrauchertäuschung? Iglo wirbt auf der Vorderseite mit 100 Prozent Filet, in dem Produkt sind jedoch nur 65 Prozent Filet aus 100 Prozent Alaska-Seelachs.
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In dem Marktcheck sind sowohl teure Markenprodukte, als auch günstige Discounter Fischstäbchen vertreten.

Die Deutschen lieben Fischstäbchen, gerade bei Kindern sind die Stäbchen sehr beliebt und auch bei den Eltern können die Fischstäbchen punkten. Im Jahr 2017 wurden 2,15 Milliarden Stück in Deutschland verzehrt. Und Bremerhaven ist die Hauptstadt der Fischstäbchen. Nirgendwo weltweit werden mehr produziert. Die Fischstäbchen sind schnell zubereitet und eine gute Möglichkeit die Kinder an Fisch heranzuführen. Die Aufmachung und die Preise der einzelnen Produkte sind meist sehr ähnlich, so fällt es den Verbraucherinnen und Verbrauchern schwer die Unterschiede zu erkennen.
Bei Fischstäbchen muss der eingewogene Fischanteil bei mindestens 65 Prozent liegen. „Um es noch komplizierter zu machen unterscheiden die Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuches bei Backfischstäbchen nochmals differenzierter. So muss gleichmäßig geformter Fisch in Backteig, einen Filetanteil von mindestens 50 Prozent erfüllen und unregelmäßig geformter Fisch in Backteig, nur mindestens 40 Prozent Fischanteil enthalten“ sagt Dr. Annabel Oelmann, Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen. Unregelmäßig geformte Fischerzeugnisse sind beispielsweise Fischnuggets.
Im Marktcheck überraschte das günstige Produkt von Aldi Nord „Eskimo Backfischstäbchen“ (15 Stück/1,69 € Packung) mit einem Fischanteil von 60 Prozent. Wo hingegen die teuren Backfischstäbchen von Iglo (13 Stück/2,99 € Packung) nur einen Fischanteil von 49 Prozent haben.
Iglo wirbt auf der Verpackung mit „100 Prozent Filet“, wodurch die Verbraucherinnen und Verbraucher getäuscht werden könnten. Das Produkt enthält zwar 100 Prozent Alaska-Seelachs, jedoch ist der reine Fischanteil deutlich geringer, nämlich nur 65 Prozent bei den Fischstäbchen.
„Der Marktcheck hat auch gezeigt, dass Backfischstäbchen teurer sind als handelsüblichen Fischstäbchen so Oelmann weiter. Für  2,99 € bekäme man nur 13 Backfischstäbchen, während es für dasselbe Geld  15 normale Fischstäbchen gibt, erläutert Oelmann. Darüber hinaus hatten die Backfischstäbchen in der Untersuchung meist einen höheren Fett- und Kaloriengehalt. Beispielsweise liegt der Fettgehalt von den Iglo Backfischstäbchen auf 100g um 6,3g höher als die normalen Fischstäbchen. Somit sind die Backfischstäbchen nicht nur teurer, sondern auch ungesünder als die Fischstäbchen.

Verbraucher sollten genau hinsehen
Das Fischstäbchen-Angebot in den Supermärkten ist unterschiedlich. Im Marktcheck waren auch Vollkorn-, Glutenfreie- und Omega 3 Fischstäbchen vertreten. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten bei dem Kauf auf die Nährwertangaben achten. Beispielsweise unterscheiden sich die Iglo Omega 3 Fischstäbchen in den Nährwerten, kaum von den handelsüblichen Fischstäbchen, kosten jedoch bei weniger Inhalt deutlich mehr. Die Omega 3 Fischstäbchen kosten etwa 0,30 €/100 g mehr, als die normalen Fischstäbchen.
Unser Rat:
Die Verbraucherzentrale Bremen empfiehlt Fischstäbchen gelegentlich in den Speiseplan zu integrieren. Alaska-Seelachs ist ein magerer Fisch und versorgt den Körper mit Eiweiß, Jod und Omega 3-Fettsäuren. Wer die beliebten Fischstäbchen selbst macht – Filetstücke in verquirlten Ei und Semmelbröseln wenden und in Rapsöl braten – umgeht die ungesunde Fertigpanade. Dazu können auch gesunde und kalorienärmere Beilagen verzehrt werden, wie beispielsweise grüner Salat und Salzkartoffeln.

Über den Marktcheck
Der Marktcheck wurde im Zeitraum von Oktober bis November 2018 im Bundesland Bremen durchgeführt. Untersucht wurden dreizehn Fischstäbchen und drei Backfischstäbchen aus acht Supermärkten in Bremen.
Zum Fischstäbchen und Backfischstäbchen Marktcheck (click)
 

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