Gemüse des Monats – Topinambur

Pressemitteilung vom
  • Die Knolle mit dem exotischen Namen wird in Deutschland schon seit langer Zeit angebaut
  • Zwischen Oktober und März wird das Wintergemüse geerntet 
  • Die Knollen der Topinambur sind kalorienarm, ballaststoffreich und vielseitig einsetzbar
Gemüse des Monats – Topinambur
Knollensonnenblume, Erdartischocke, Rosskartoffel, dieses Gemüse hat viele Namen
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Wunderschöne sonnengelbe Blütenköpfe zieren die langen schlanken Stängel der Topinambur. Die essbare Wurzelknolle ist, je nach Sorte, graubraun, gelb, rot oder sogar violett. Ihre Form reicht von länglich bis rund und erinnert an Ingwerwurzeln. In der Küche ist sie erstaunlich vielseitig. 

Topinambur gehört zu der Gattung der Sonnenblumen. „Knollensonnenblume, Erdartischocke, Rosskartoffel, Schnapskartoffel, Indianerknolle, Erdtrüffel sind nur einige ihrer unzähligen phantasievollen Namen“, erzählt Sonja Pannenbecker, Referentin für Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Bremen. Vermutlich von Mexiko aus verbreitete sich die Topinambur als Kulturpflanze indigener Völker entlang der Ostküste Nordamerikas. Von dort trat sie zu Beginn des 17. Jahrhunderts ihre Reise nach Europa an. Benannt wurde sie nach einem indigenen Volk Brasiliens, der Tupinambá. Bald in vielen Ländern bekannt, wurde sie zu einem wichtigen Grundnahrungs- und Futtermittel. Doch schon im 18. Jahrhundert wurde sie von der ertragreicheren Kartoffel verdrängt. Seit einigen Jahren rückt sie nun wieder aus ihrem Nischendasein in das kulinarische Bewusstsein. Und das zu Recht, hat sie doch einiges zu bieten.

Extraportion Ballaststoffe und wenig Kalorien

„Die Topinambur zeichnet sich durch einen hohen Ballaststoffgehalt aus“, erklärt Sonja Pannenbecker, „denn sie enthält über zehn Prozent an Inulin.“ 
Inulin ist ein wasserlöslicher Ballaststoff und lässt den Blutzuckerspiegel kaum ansteigen, da es vom menschlichen Körper nicht aufgespalten werden kann. „Eine weitere Eigenschaft von Inulin ist, dass es den Darmbakterien als Futter dient und dies kann die Darmflora positiv beeinflussen. Allerdings kann es bei Menschen, die eine hohe Ballaststoffzufuhr nicht gewohnt sind, zu Blähungen kommen“, so Pannenbecker.

Gerade einmal 30 Kalorien stecken in 100 Gramm – das ist weniger als die Hälfte im Vergleich zur Kartoffel. Darüber hinaus liefert sie Kalium, Eisen, Vitamin B1 und weitere Nährstoffe. 

Anbau und Lagerung

Von Oktober bis März hat Topinambur Saison. In Deutschland gibt es nur kleinere Anbaugebiete in Niedersachsen, Brandenburg und Baden. In Europa werden die Knollen vor allem in Frankreich oder den Niederlanden angebaut. Hierzulande bekommt man sie am besten in Bioläden, auf Wochenmärkten oder auch in gut sortierten Supermärkten. 
Beim Kauf sollte sich die Knolle fest anfühlen und keine dunklen oder grünen Stellen aufweisen. Zu Hause kann sie, am besten in ein feuchtes Tuch eingewickelt, nur wenige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. 

Im Handel ist Topinambur auch als Mehl erhältlich, mit dem man Pfannkuchen oder Brot zubereiten kann.

Wer Topinambur im eigenen Garten pflanzen möchte, sollte am Beetrand eine Wurzelsperre anlegen, denn die Pflanze ist sehr wuchsfreudig. Möchte man auf Nummer sichergehen, eignet sich auch ein großer Kübel.

Ein Wintergemüse, das zum Experimentieren einlädt

Topinambur hat ein leicht nussiges bis süßliches Aroma. Ob mit oder ohne Schale, roh oder gegart, die Topinambur lässt sich in der Küche vielseitig verwenden. Gedämpft, gekocht, gebraten, als klassische Beilage, Puffer, Röstis oder Chips, als Zutat für eine cremige Suppe, oder als Auflauf – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Roh geraspelt eignet sie sich als Zutat im Salat oder als Topping fürs Müsli. Selbst leckere Desserts lassen sich aus Topinambur zaubern: kombiniert mit Apfel, Honig und Zimt lässt sich die besinnliche Zeit sehr schmackhaft einläuten. 
 

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