Warmwasser im Alltag sparen: So geht's

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Schon wenn Sie Ihre Gewohnheiten ein bisschen ändern und kleines Zubehör anschaffen, sparen Sie reichlich warmes Wasser und somit Geld. Wir sagen Ihnen, wie das geht.
Ein Mann wäscht sich unter der Dusche die Haare

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Sparduschkopf kostet nicht viel, reduziert aber den Wasserverbrauch enorm.
  • Einhebel-Armaturen und Thermostatische Mischer liefern auf Anhieb die gewünschte Temperatur.
  • Es lohnt sich, einen alten hydraulischen Durchlauferhitzer gegen einen neuen, (voll-)elektronischen zu tauschen.
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So viel Wasser verbrauchen Sie beim Duschen

Rund ein Sechstel der Energiekosten eines Haushalts gehen auf das Konto Warmwasser. In energetisch modernisierten Häusern kann dieser Anteil sogar deutlich höher liegen. Vermutlich benötigen auch Sie das meiste warme Wasser, um zu duschen und zu baden. Wenn Sie wissen möchten, wie viel es genau ist, können Sie Ihren Verbrauch "auslitern". Wie das geht, erfahren Sie hier und im Video.

Video "DIY Auslitern" laden: Erst wenn Sie auf "Inhalt anzeigen" klicken, wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt und Daten werden dorthin übermittelt. Hier finden Sie dessen Hinweise zur Datenverarbeitung.

Zum Auslitern benötigen Sie einen größeren Eimer (in unserem Beispiel ist es ein 10-Liter-Eimer) und eine Stoppuhr oder eine Uhr mit Sekundenzeiger. Drehen Sie nun den Duschkopf wie gewöhnlich auf und messen Sie die Zeit, bis Sie den Eimer gefüllt haben.

Sie haben 50 Sekunden gebraucht?
Dann hat Ihr Duschkopf einen Wasserdurchlauf (Schüttmenge) von
10 Liter : 50 Sekunden x 60 Sekunden = 12 Liter/Minute.
Das ist recht viel. Sie sollten darüber nachdenken, sich einen Sparduschkopf zuzulegen.

Um zu erfahren, wie viel Wasser Sie pro Dusche verbrauchen, müssen Sie die Schüttmenge mit der Duschdauer multiplizieren. Angenommen, Sie duschen jeweils 8 Minuten, dann beträgt Ihr Wasserverbrauch für jede Dusche:
12 Liter/Minute x acht Minuten = 96 Liter

Bei 5 Duschen pro Woche (5 x 52) sind das auf das Jahr hochgerechnet:
96 Liter x 260 Duschvorgänge = 24.960 Liter = 25 m³ Warmwasser im Jahr (gerundet)

Was kostet einmal duschen?

Eine warme Dusche tut gut. Aber wissen Sie auch, wie viel Sie dafür bezahlen? Die Kosten sind von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählt nicht nur, wie viel Trinkwasser durch Ihren Duschkopf fließt und somit Abwasser entsteht, sondern auch, wie lange und mit welcher Temperatur Sie duschen. Ein ganz wichtiger Faktor ist zudem der Energieträger, mit dem das Wasser erwärmt wird.

Mit unserem Duschrechner können Sie ermitteln, wie viel Sie eine warme Dusche kostet. Und Sie können auch ausprobieren, wie viel Warmwasser Sie zum Beispiel durch kürzeres Duschen oder eine geringere Schüttmenge sparen können. Wie Sie Ihren Verbrauch an Warmwasser und die Kosten dafür in Ihrer Heizkostenabrechnung überprüfen können, finden Sie in unserer Beispielrechnung.

Wenn alle NRW-Haushalte mitmachen, könnten die Energiekosten für Warmwasser in diesem Bundesland halbiert werden. Wer also die vorhandene Technik optimiert oder modernisiert und das Dusch- und Nutzungsverhalten anpasst, kann den Energie- und Wasserverbrauch deutlich senken.

Sie möchten wissen, wo Sie in Ihrem Haushalt noch Energie einsparen können? Wir haben für Sie je nach Ihrer Wohnsituation und für verschiedene Budgets einige Tipps zusammengestellt. Unsere Checkliste hilft Ihnen, Ihr individuelles Einsparpotenzial zu ermitteln.

Musterbrief GeneratorHier können Sie Ihre persönliche Checkliste erstellen

Ein Sparduschkopf kann den Wasserverbrauch halbieren

Eine sinnvolle Anschaffung ist ein Sparduschkopf. Er kostet etwa 20 Euro und spart bis zu 50 Prozent des Warmwasserverbrauchs. Entscheidend ist, wie viel Wasser pro Minute durch den Duschkopf fließt. Bei einfachen Duschköpfen können das 10 bis 12 Liter sein. Es gibt aber auch Brausen, die viel mehr Wasser verschwenden: oft sogar 14 Liter. Bei Regenduschen können es sogar 20 Liter sein.

Ihr neuer Duschkopf sollte einen Wasserdurchfluss (Schüttmenge) von weniger als 9 Liter pro Minute haben. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die genaue Verbrauchsmenge auf der Verpackung steht. Denn Begriffe wie "Eco" oder "sparsam" sind nicht geschützt und keine Garantie für einen niedrigen Wasserverbrauch.

Das Duschen bleibt übrigens mit einem Sparduschkopf genauso angenehm. Denn das Sparzubehör erreicht meist einen vollen Wasserstrahl, obwohl es viel weniger Wasser verbraucht. Der Trick: Der Sparduschkopf mischt Luft unter.

Bei einem thermostatischen Mischer können Sie bei gleich bleibender Duschtemperatur auch sehr leicht eine sparsamere Wasserzufuhr einstellen.

Einen Duschkopf auszutauschen ist leicht. Wir zeigen Ihnen im Video, wie es geht.

Video "DIY Sparduschkopf auswechseln" laden: Erst wenn Sie auf „Inhalt anzeigen“ klicken, wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt und Daten werden dorthin übermittelt. Hier finden Sie dessen Hinweise zur Datenverarbeitung.

Nicht alle Sparduschköpfe funktionieren mit einem hydraulischen Durchlauferhitzer. Diese schalten sich meist erst bei einem Durchfluss von mindestens 8 Litern Wasser pro Minute ein. Erkundigen Sie sich im Zweifel beim Hersteller des Durchlauferhitzers danach, ob er sich für den Einsatz von Spar-Zubehör eignet. Alternativ lässt sich mit einem Durchlaufbegrenzer (kleine Scheibe mit Löchern) aus dem Baumarkt vorab testen, ob Ihr Durchlauferhitzer bei einer verringerten Wassermenge die gewünschte Temperatur liefert.

Legen Sie dazu die kleine Scheibe in Ihren Duschschlauch und litern Sie die Schüttmenge aus. Wird das Wasser wie gewohnt warm, steht dem Kauf eines Sparduschkopfs mit ähnlich niedriger Schüttmenge nichts im Weg. Durch die beigemischte Luft wird der Strahl wieder voll und komfortabler als mit dem Durchflussbegrenzer. In Wohngebieten mit hohem Kalkanteil im Trinkwasser sollte jedoch wegen der Verkalkungsgefahr statt eines Durchflussbegrenzers eher eine Armatur mit geringem Durchflussvolumenstrom gewählt werden.

Armaturen: Auf die Hebelstellung kommt es an

Welchen Armaturentyp haben Sie? Und wie benutzen Sie ihn? Beides beeinflusst Ihren Verbrauch an warmem Wasser. Vorteilhafter als die alten 2-Griff-Armaturen sind Einhebel- und thermostatische Mischer, weil bei ihnen die eingestellte, gewünschte Temperatur direkt zur Verfügung steht.

Den Hebel können Sie nach dem Duschen immer in der richtigen Stellung lassen. Dadurch müssen Sie das Wasser nicht mehr laufen lassen und die Armatur verstellen, um Ihre Wunschtemperatur zu finden. Sie vergeuden beim Abmischen weniger Wasser und Energie. Am komfortabelsten sind die thermostatischen Mischer, weil Sie die Durchflussmenge und die Temperatur separat wählen können. Die  Duschtemperatur ist automatisch und unabhängig von der Durchflussmenge regelbar.

Ein Einhand-Hebelmischer am Handwaschbecken sollte aus hygienischen Gründen immer ungefähr mittig eingestellt werden. So werden sowohl die Kalt- als auch die Warmwasserleitung durchflossen, damit in keiner der Leitungen Wasser auf Dauer still steht (also stagniert) und sich so gesundheitsgefährdende Keime vermehren können.

Falls Sie eine neue Armatur für das Handwaschbecken benötigen, können Sie sich für eine Energiespar-Armatur entscheiden. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen. Bei manchen Modellen fließt auch dann nur kaltes Wasser, wenn der Hebel in der Mitte steht. Häufig ist die Durchflussmenge automatisch begrenzt oder sie kann individuell dosiert werden. Teilweise ist auch ein kleiner Widerstand eingebaut, der verhindern soll, dass Nutzer:innen die Armatur unbedacht voll aufdrehen.

Mit einem Strahlregler, auch Perlator genannt, können Sie auch bei Armaturen die Wassermenge begrenzen. Der Siebeinsatz wird am Wasserhahn einfach gegen einen anderen mit Spar-Funktion ausgetauscht. Die kleinen Einsätze gibt es im Baumarkt schon für wenige Euro. Sie sparen bis zu 30 Prozent Wasser. Siebeinsätze und Perlatoren sollten aus hygienischen Gründen regelmäßig gereinigt und entkalkt und bei Bedarf erneuert werden.

Vorsicht!
Durchflussbegrenzer in Armaturen, Einhebel- und thermostatische Mischbatterien sowie Sparduschköpfe eignen sich oft nicht für die alten, hydraulischen Durchlauferhitzer.

Schon kleine Verhaltensänderungen zahlen sich aus

Wie viel Warmwasser Sie verbrauchen, hängt von Ihrem eigenen Verhalten ab. So verbraucht Baden in der Regel deutlich mehr Wasser als Duschen. Und ein Blick auf die Uhr schadet auch nicht: Je länger Sie duschen, desto mehr Wasser und Energie benötigen Sie. Wenn Sie das Wasser beim Einseifen abstellen oder insgesamt kürzer oder weniger häufig duschen, sparen Sie.

Bei Durchlauferhitzer und Gas-Etagenheizung Warmwasser sparen

Sie nutzen einen Durchlauferhitzer oder eine Gas-Etagenheizung, um Ihr Wasser zu erwärmen? Dann haben Sie ein dezentrales Warmwassersystem. Das Wasser mit Strom zu erwärmen ist für Haushalte mit hohem Warmwasserverbrauch deutlich teurer als mit anderen Energieträgern. Aber auch dann gibt es Möglichkeiten, Energie zu sparen. Dazu müssen Sie zunächst die Temperatur am Gerät richtig einstellen.

Keime sollten im Durchlauferhitzer, der Duscharmatur und im Brauseschlauch unbedingt vermieden werden. Wer den Durchlauferhitzer bevorzugt mit einer niedrigen Temperatur betreibt, sollte regelmäßig das Gerät mindestens bei 55°C nutzen, um der Keimbildung bei niedrigeren Temperaturen vorzubeugen. Wer sicher gehen will, duscht grundsätzlich mit mindestens 55°C im Durchlauferhitzer und mischt beim Duschen kaltes Wasser dazu – so können sich in beiden Leitungen keine Krankheitserreger vermehren.

Im Sinne der Hygiene wird empfohlen, auch die Kaltwasserseite regelmäßig komplett durchzuspülen, damit das Wasser nicht zu lange in Leitung und Brauseschlauch steht. Das kalte Wasser kann dann zum Beispiel zum Gießen oder Putzen genutzt werden. Gerade im Sommer sind die hohen Raumtemperaturen und eine längere Abwesenheit bei Urlaub ein Gesundheitsrisiko, weil dann im stehenden Wasser die Bildung und Vermehrung von Krankheitserregern eingesetzt haben kann.

Für einen sicheren Betrieb sollten Sie grundsätzlich auch die hygienischen Anforderungen für Inspektion und Nutzung beachten. Fragen hierzu können Sie an Ihren Installateurbetrieb oder Ihr Gesundheitsamt richten.

Sie brauchen einen neuen Durchlauferhitzer? Es lohnt sich, einen elektronischen oder vollelektronischen Durchlauferhitzer zu kaufen, da diese Geräte deutlich effizienter arbeiten als hydraulische. Außerdem funktionieren sie besser zusammen mit Spar-Zubehör.

Mit dem Modernisierungsrechner können Sie einfach die Kostenersparnis berechnen, die ein elektronisches gegenüber einem hydraulischen Gerät bringt.

Weitere Informationen, worauf Sie beim Kauf eines Durchlauferhitzers achten sollten, haben wir für Sie in einem eigenen Artikel aufbereitet.

Untertischspeicher: Passen Energiesparen und Hygiene zusammen?

Untertischgeräte (Kleinspeicher) speichern warmes Wasser. Solange die Kleinspeicher eingeschaltet sind, halten sie das gespeicherte Wasser auf der eingestellten Temperatur. Da sie aber Wärme verlieren, heizen sie das Wasser immer wieder nach.

Benutzen Sie einen Untertischspeicher, ist energetisch und aus Kostengründen eine möglichst niedrige Temperatur interessant. Dem können aber hygienische Bedenken gegenüber stehen. Schalten Sie einen Untertischspeicher am besten nur dann ein, wenn sie ihn auch nutzen möchten. War er längere Zeit nicht eingeschaltet, ist es aus hygienischen Gründen zum Schutz vor Legionellenproblemen ratsam, das Gerät und die Armatur auf der Warm- und Kaltwasserseite vor dem Gebrauch zunächst komplett durchzuspülen. Sie können zum Beispiel zuerst eine Gießkanne oder einen Putzeimer füllen. Um Legionellen zu vermeiden, sollte die Temperatur an einem eingeschalteten Untertischspeicher auf mindestens 50 Grad Celsius eingestellt sein.

Noch sparsamer und hygienischer kann bei Handwaschbecken der Umstieg vom Untertisch-Speicher auf einen Mini-Durchlauferhitzer sein. Diesen schließen Sie an eine Steckdose an. Er funktioniert ähnlich wie größere Durchlauferhitzer und erwärmt das Wasser bei Bedarf optimal.

Wie Sie beim warmen Trinkwasser Energie sparen, lesen Sie beim Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und beim Umweltbundesamt erfahren Sie mehr über hygienische Aspekte beim Trinkwasser aus der Leitung.

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