Verbraucher stärken im Quartier in Bremen

Pressemitteilung vom
  • Bundesweites Projekt „Verbraucher stärken im Quartier“ unterstützt  Verbraucherinnen und Verbraucher in strukturschwachen Stadtteilen
  • Bremen Schweizer Viertel ist Modell-Quartier für vier Jahre
  • Schutz vor krummen Geschäften im Verbraucheralltag und Stärkung der Konsum- und Finanzkompetenz
     
Pressekonferenz zum Quartier "Schweizer Viertel"
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Für Menschen, die in strukturschwachen Stadtquartieren leben, sind die Probleme des Konsumalltags oft eine besondere Herausforderung. Im Stadtteil Bremen Osterholz im Ortsteil Bremen Schweizer Viertel entsteht im Rahmen des bundesweiten Projekts „Verbraucher stärken im Quartier“ ein weiteres Modell-Quartier, mit dem Ziel, Verbraucherinnen und Verbraucher vor Ort aufzuklären und ihnen konkrete Hilfestellung bei Problemen im Verbraucheralltag zu geben. Die Projektlaufzeit umfasst vier Jahre.

Die Verbraucherzentralen und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) bieten mit dem Bundesprojekt niedrigschwellige Unterstützungsangebote in Stadtquartieren aus dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ an. Sie gehen gezielt auf Verbraucher zu, die von den Verbraucherzentralen bisher nicht erreicht werden. Gründe hierfür können mangelnde soziale Teilhabe, ein geringes Einkommen oder die Lebensumstände sein. 
Gefördert wird das Projekt seit Beginn im September 2017 vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) unter dem Dach der ressortübergreifenden Strategie „Soziale Stadt – Nachbarschaft stärken, Miteinander im Quartier“.
Prof. Dr. Christian Kastrop, Staatssekretär im BMJV, betont: „Das Bundesprojekt 'Verbraucher stärken im Quartier‘ bringt den Verbraucherschutz dorthin, wo er am dringendsten gebraucht wird: In den Alltag der Menschen direkt vor Ort. Mit dem Projekt überwinden wir Hemmschwellen und nehmen damit auch die soziale Ungleichheit in den Blick. Wir bieten Verbraucherinnen und Verbrauchern in ihrem Alltag unkompliziert Hilfe an. Aufgedrängte, unseriöse Vertragsabschlüsse an der Haustür oder am Telefon, überteuerte Handy- und Internetverträge, unverständliche Nebenkostenabrechnungen oder Rechnungen mit überzogenen Mahngebühren gehören zu den häufigsten Ärgernissen und Sorgen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort erfahren, wo der Schuh drückt und können zusammen mit Betroffenen gezielt Lösungen suchen, die ihnen helfen.“ 

Verbraucher stärken und vor unseriösen Geschäftspraktiken schützen

Im Fokus des Projekts stehen Probleme und Fragen, die eine hohe und oft akute Bedeutung für den Verbraucheralltag haben, zum Beispiel die Ursachen für die Entstehung von Schulden. „Das Projekt bringt die Verbraucherarbeit in die Quartiere, in denen die Menschen Unterstützung am nötigsten haben. Denn dort werden Notlagen von Verbrauchern häufiger durch Abzocke ausgenutzt“, so Klaus Müller, Vorstand des vzbv. 

Für die Menschen vor Ort in Bremen Schweizer Viertel 

In Bremen Schweizer Viertel bieten zwei geschulte Quartiers-Mitarbeiter vor Ort Hilfestellung zu alltäglichen Verbraucherthemen. Dr. Annabel Oelmann, Vorständin Verbraucherzentrale Bremen, betont: „Unsere Kollegen im Projekt ergänzen die Arbeit der Verbraucherzentrale um einen sehr wichtigen Bestandteil. Durch gezielte Informations- und Aufklärungsangebote im Quartier stärken sie nicht nur die Selbsthilfe, sondern fördern auch die Konsum- und Finanzkompetenz der Verbraucher.“ 
Claudia Bernhard, Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz in Bremen, ergänzt: „Der beste Verbraucherschutz nützt mir nichts, wenn ich nicht weiß, wie und wo ich ihn einfordern kann. Viele Menschen brauchen Hilfe und Unterstützung, wenn es darum geht, überteuerte Handyverträge oder windige Geschäfte an der Haustür auch als solche zu erkennen. Mit dem aufsuchenden Ansatz schließt das Projekt eine wichtige Lücke im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher.“
Aykut Tasan, Quartiersmanager Bremen Schweizer Viertel, fügt hinzu: „Relevante Verbraucherthemen rücken in den Fokus der Bewohnerinnen und Bewohner und wirken stabilisierend auf ihre Lebensqualität und das gesamte Quartier. Die Informationen finden dort statt, wo die Nachbarschaft zusammenlebt. Ein enormer Gewinn für das Quartier und die Stadt Bremen.“
Die Quartiers-Mitarbeiter Metin-Tarkan Öztürk und Alexandros Tachtsidis konzentrieren sich bei ihrer Arbeit vor allem auf Sozialleistungsempfänger, Senioren, Alleinerziehende, Menschen mit geringen Deutschkenntnissen sowie auf Geflüchtete, Jugendliche und Schulkinder wie auch deren Eltern. Sie geben auch Hilfestellung im Einzelfall. Jeden Dienstag von 9 bis 12 Uhr bietet das Quartiers-Team eine Sprechstunde im Quartier (St.-Gotthard-Str. 33, 28325 Bremen) an. Gleichzeitig vernetzen sie sich mit anderen sozialen Akteuren vor Ort, um Synergien zu nutzen. 
Aktuelle Informationen zur Arbeit im Quartier Bremen Schweizer Viertel unter: 
vz-hb.de/schweizerviertel
 

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