Flagge der UkraineUnsere Solidarität gilt den Opfern des Krieges in der Ukraine. Die Verbraucherzentrale unterstützt Betroffene mit Informationen, die sie hier finden.

Wunder-Vitamin-Drink statt frischem Gemüse?

Pressemitteilung vom
Nahrungsergänzungsmittel werden häufig wie Wundermittel angepriesen. Dass sie tatsächlich aber gar nicht geeignet sind, Krankheiten vorzubeugen oder zu behandeln, ist meist nicht zu erkennen. Die Verbraucherzentrale Bremen erklärt, worauf beim Kauf zu achten ist.
Vitamintabletten
  • Die Deutschen greifen gerne zu Nahrungsergänzungsmitteln, dies belegen auch aktuelle Studien
  • Ein Großteil des für Nahrungsergänzungsmittel ausgegebenen Geldes könnte jedoch gespart werden
  • Hohe Nährstoffgehalte bergen Risiken, sowie die Kombination von einigen Präparaten mit eingenommenen Medikamenten
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Schnell und bequem mit allen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt mit nur einer Brausetablette am Morgen. Von Werbeversprechen überzeugt, greift ein Drittel der Deutschen mindestens einmal pro Woche zu Nahrungsergänzungsmitteln. Dies zeigte eine Umfrage des Bundesinstitutes für Risikobewertung. „Motive sind dabei vor allem die Vorbeugung von Mängeln und die Abwehr von Krankheiten. Dass Nahrungsergänzungsmittel aber nicht dazu in der Lage sind, Krankheiten zu verhindern oder zu behandeln, ist oft unbekannt“, berichtet Annabel Dierks, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bremen. Eine ausgewogene Ernährung ist auch trotz Einnahme notwendig. 

Überdosierungen bergen Gefahren

Rein rechtlich zählen Nahrungsergänzungsmittel zu den Lebensmitteln. Sie benötigen kein Zulassungsverfahren und die Wirksamkeit wird nicht von den Behörden überprüft. Häufig überschreiten Inhaltsstoffe wie Magnesium empfohlene Höchstmengen, ganz nach der Devise „viel hilft viel“. „Oft deckt schon eine Tablette die empfohlene tägliche Aufnahmemenge von Vitaminen oder Mineralstoffen. Wer im Rahmen der täglichen Ernährung weitere Nährstoffe, zum Beispiel aus angereicherten Lebensmitteln, aufnimmt, kann die empfohlenen Höchstwerte überschreiten“, erklärt Annabel Dierks. Dass alle überflüssigen Vitamine und Mineralstoffe einfach über den Urin ausgeschieden werden, ist leider falsch. So kann Magnesium bei einer zu hohen Dosierung zu Durchfall und eine sehr hohe Vitamin D Zufuhr kann zu Nierensteinbildung führen. Eine zu hohe Zufuhr über natürliche Lebensmittel ist dabei aber so gut wie ausgeschlossen, nur angereicherte Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel können Schäden verursachen. 

Wer keinen nachgewiesenen Mangel hat, kann das Geld sparen

Die Werbung mit Wirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln ist über die Health Claim Verordnung reguliert. Trotzdem schaffen es viele Unternehmen, ihnen den Anschein von Arzneimitteln zu geben. Angebliche Wirkungen sind oft wissenschaftlich haltlos.
Eine Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes ergab, dass über die Hälfte der Befragten glaubt, dass Nahrungsergänzungsmittel für die Gesundheit förderlich seien. Wer allerdings keinen ärztlich festgestellten Mangel hat, kann sich die zum Teil sehr teuren Produkte sparen. Das Geld ist deutlich besser angelegt in frischem Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. 

Wenn es ernst wird – gefährliche Wechselwirkungen mit Medikamenten

Besonders bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten ist eine Absprache mit dem Arzt oder der Ärztin erforderlich. Denn Nahrungsergänzungsmittel können die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Beispielsweise kann Magnesium bei Einnahme von Blutdrucksenkern zu einem starken Abfall des Blutdrucks führen und Calcium beeinflusst die Aufnahme vieler Arzneistoffe. Besonders bei hochdosierten Mixpräparaten und Wunder-Vitamin-Drinks ist deshalb Aufmerksamkeit angesagt - im Zweifel behandelnde Ärzt:innen über die Einnahme informieren oder lieber die Finger davonlassen.
 

KOSTENLOSES ONLINE PORTAL
Bei Fragen und Unsicherheit bietet das Portal „Klartext-Nahrungsergänzung.de“ ausführliche Informationen zu wichtigen Nährstoffen und Sinn und Unsinn von Nahrungsergänzungs-Produkten. 

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Förderhinweis HB Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz