Tag des Butterbrotes am 25.09.2020

Pressemitteilung vom
  • Deutsche Brotkultur ist Immaterielles Kulturerbe
  • Pflanzliche Aufstriche bringen Farbe aufs Brot
  • Verdauungsbeschwerden liegen häufig nicht am Weizenmehl
Butterbrot Verbraucherzentrale Bremen
Butterbrot Verbraucherzentrale Bremen
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Die Deutschen lieben ihr Butterbrot - egal ob das liebevoll geschmierte Pausenbrot von Muttern, die schnelle Stulle zwischendurch oder das traditionelle Abendbrot. Das Butterbrot darf im Alltag nicht fehlen.


Doch was macht unser Brot so einzigartig? Mit bislang 3163 eingetragenen Brotsorten wurde die deutsche Brotkultur, durch die UNESCO-Kommission, 2014 in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Handwerkskunst des Brotbackens ist in unserer Kultur ein historisches Gut.

Das Butterbrot mit dem gewissen Etwas

Nachdem viele Kantinen im Frühjahr coronabedingt schließen mussten, hat das Pausenbrot wieder an Bedeutung gewonnen. Klassisch belegen wir unser Brot mit Käse oder Wurstaufschnitt, aber es geht auch anders. 
Lust auf eine kleine kulinarische Geschmacksreise in den warmen Süden während der Mittagspause? Pesto, aber Presto: Brot lässt sich wunderbar mit Pesto bestreichen und mit Rucola verfeinern. Genauso gut lässt es sich z.B. mit Hummus orientalisch angehaucht essen. 
Auch heimisches Gemüse findet Platz auf dem Brot. Ein Rote-Beete-Aufstrich zum Beispiel verleiht grauem Brot Farbe – aber Achtung: nicht kleckern, sonst wird auch die Kleidung bunter als erwünscht. Pflanzliche Brotaufstriche aus eigener Herstellung sind ein richtiger Hingucker.

Eiweißbrot, Fitnessbrot, oder doch das altbewährte Schwarzbrot? 

Bei den vielen Brotsorten ist es gar nicht so leicht, den Überblick zu behalten. Grundsätzlich wird empfohlen, sich für Vollkornprodukte zu entscheiden, denn sie sind reich an Ballastoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Aber dem Auge allein sollte man beim Kauf nicht vertrauen. Häufig enthalten Brote färbende Inhaltsstoffe wie Zuckerrübensirup oder Malz. Sonja Pannenbecker, Referentin Lebensmittel und Ernährung von der Verbraucherzentrale Bremen, rät deshalb Verbraucherinnen und Verbrauchern: „Achten Sie beim Kauf auf die Beschriftung der Verpackung. Ein Vollkornbrot darf nur als solches bezeichnet werden, wenn es auch mindestens 90% Vollkornmehl enthält.“
Trotz aller wertvollen Inhaltsstoffe, die Vollkornbrot mit sich bringt, kann es auch Bauchgrummeln verursachen. Seit der Verbreitung von Weißmehl sind wir es nicht mehr gewohnt, so viele Ballaststoffe zu essen. Da kann für unseren Körper eine Scheibe Vollkornbrot ganz schön fordernd sein. Pannenbeckers Tipp: „Steigen Sie mit feinausgemahlenen Brotsorten ein und steigern Sie sich langsam zu den grobkörnigeren Sorten.“

Verteufelter Weizen? 

Weizenmehl ist oft die Basis deutscher Backrezepturen. Doch immer mehr Menschen meiden Weizenbrote, denn sie verspüren Bauchschmerzen und Unwohlsein nach den Brotmahlzeiten. Dabei liegt der Ursprung dieser Beschwerden häufig nicht beim Weizenmehl. 
Meist liegt das Problem bei der modernen Herstellung von Broten. Dem Brot wird beim Gehprozess nicht mehr so viel Zeit gegeben wie früher, teils wird der Prozess sogar beschleunigt durch Zugabe von Enzymen und Zusatzstoffen. Dadurch gelangen schwerverdauliche Kohlenhydrate in den Magen-Darmtrakt und verursachen bei der Verdauung Beschwerden. Eine Gehzeit von zwei bis vier Stunden reduziert den Anteil dieser Kohlenhydrate erheblich.
Um dem Problem aus dem Weg zu gehen, regt Pannenbecker an, auch mal auf industriell gefertigte Backwaren zu verzichten und mal wieder selbst Brote zu backen. Die Referentin empfiehlt: „Diese können Sie nach Belieben mit Körnern und Samen anreichern und den Teig in aller Ruhe gehen lassen.“

Die (gute) alte Stulle muss nicht in die Tonne

Nicht immer findet unser Brot einen Weg auf den Tisch. Gelegentlich verschimmelt ein Brot in der Plastikverpackung und muss entsorgt werden, oder wird steinhart, weil es nicht richtig aufbewahrt wurde. Dabei können wir sehr viel tun, um das Brot länger haltbar zu machen.
Die Lagerung ist dabei besonders wichtig. Brot mag es gerne kühl und schattig, am besten in einem Brottopf oder -kasten. Plastikverpackungen dagegen sorgen für ein feuchtes Ambiente in dem Schimmel entstehen kann und sind daher nur für eine kurzfristige Aufbewahrung geeignet. Trotzdem ist auch ein Laib bei korrekter Lagerung nicht ewig haltbar. Es bietet sich, an das Brot in Scheiben geschnitten einzufrieren. Die Scheiben kann man bei Bedarf auftauen lassen oder toasten. 
Altes Brot lässt sich aber auch wieder auffrischen, z.B. eingewickelt in feuchte Tücher oder mit einem Dampfgarer innerhalb von 10-15 Minuten. 
Wenn es steinhart geworden ist lässt es sich gut weiterverarbeiten zu Paniermehl, Semmelknödel, Croutons oder Brotsalat. Die Rezeptvielfalt mit altgewordenem Brot ist groß. 

Fazit 

  • Das Butterbrot ist ein fester Bestandteil der deutschen Esskultur und zeichnet ganze Mahlzeiten aus. Ob traditionell belegt oder mit pflanzlichen Aufstrich, durch die richtige Deko unser graues Brot ein echter Hingucker sein. 
  • Die Bekömmlichkeit der Backwaren hängt von einigen Faktoren ab, wie der Gehzeit oder dem Ballaststoffgehalt. Nur selten verbirgt sich hinter den Bauchschmerzen eine Allergie oder Unverträglichkeit. 
  • Auch altgewordenes Brot kann noch einen vierfältigen Einsatz in der Küche haben und muss selten entsorgt werden.  
     
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