Teurer 2022: Erdgas und Heizöl - EEG-Umlage sinkt , Fristen kürzer

Pressemitteilung vom
Verbraucher:innen müssen sich in 2022 warm anziehen. Im neuen Jahr steigen die Preise für Erdgas und Heizöl. Die guten Nachrichten: Die EEG-Umlage wird günstiger und die Strompreise werden höchstwahrscheinlich stabil bleiben. Zudem verkürzen sich die Kündigungsfristen bei Energielieferverträgen.
Gasflamme am Gasherd
  • Für Bremer:innen und Bremerhavener:innen erhöhen sich die Kosten ab 1. Februar 2022. Die swb und die EWE ändern ihre Gaspreise.
  • Die EEG-Umlage wird zum 1. Januar 2022 von 6,5 Cent auf 3,72 Cento pro Kilowattstunde gesenkt.
  • Generell ist für die kommenden Jahren von einem stabilen Strompreis auszugehen.
  • Kündigungsfristen von Energielieferverträgen verkürzen sich zu Gunsten der Verbraucher:innen von drei auf einen Monat.
Off

Verbraucher:innen müssen sich in 2022 warm anziehen. Im neuen Jahr steigen die Preise für Erdgas und Heizöl. Die guten Nachrichten: Die EEG-Umlage wird günstiger und die Strompreise werden höchstwahrscheinlich stabil bleiben. Zudem verkürzen sich die Kündigungsfristen bei Energielieferverträgen.

CO2-Preis steigt deutlich an

"Für Erdgas und Heizöl müssen Sie 2022 tiefer in die Tasche greifen. Ab 1. Januar 2022 erhöht sich der CO2-Preis auf 30 Euro pro Tonne. Das bedeutet eine Erhöhung für Heizöl um 9,5 Cent pro Liter und 0,65 Cent pro Kilowattstunde Erdgas. Für Heizöl bedeutet dies knapp 1,5 Cent pro Liter und für Erdgas rund 0,1 Cent pro kWh mehr gegenüber dem Vorjahr", erklärt Inse Ewen, Energieberaterin der Verbraucherzentrale Bremen.
Hintergrund: Dieser Zuschlag resultiert aus dem im Januar 2021 eingeführten CO2-Preis für fossile Brennstoffe, der jährlich erhöht wird. 

Für Bremer:innen und Bremerhavener:innen erhöhen sich die Kosten ab 1.Februar 2022, denn die swb ändert ihren Gaspreis ebenso wie die EWE.

Ziel der CO2-Steuer ist es, die klimaschädlichen Auswirkungen von CO2-Emissionen wie die globale Erwärmung oder die Ozeanversauerung mithilfe eines höheren Kohlenstoffpreises zu reduzieren. Bemessungsgrundlage für die Kohlendioxidsteuer sind die CO2-Emissionen, die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehen. "Der Einsatz von klimafreundlichen und energiesparenden Alternativen wird durch den CO2-Preis verstärkt gefördert, beispielsweise durch den Einsatz von Wärmepumpen zur Beheizung oder Dämmung der Gebäudehülle, aber auch Elektroautos im Straßenverkehr", so die Energie-Expertin Inse Ewen.

EEG-Umlage günstig wie seit 10 Jahren nicht mehr

Die EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) wird zum 1. Januar 2022 auf 3,72 Cent pro kWh (netto) gesenkt. Aktuell beträgt sie 6,5 Cent pro kWh. "Grund für die Senkung der EEG-Umlage sind insbesondere die stark gestiegenen Strompreise an der Börse. Durch höhere Erlöse aus dem Verkauf von erneuerbarem Strom sinkt der Förderbedarf. Zudem wird die Umlage durch einen Bundeszuschuss vom nationalen CO2-Preis um ca. 0,9 Cent pro kWh reduziert", erklärt Inse Ewen. Die EEG-Umlage ist nur ein Teil des Strompreises. Eine weitere Komponente, die Stromhandelspreise, sind 2021 gegenüber dem Vorjahr um rund 3 bis 4 Cent pro kWh gestiegen. Allerdings konnten Energieversorger im Jahr 2020 extrem günstig einkaufen. Energieversorger mit einer vorausschauenden Beschaffungsstrategie haben die Möglichkeit, die Strompreise nun zu senken. "Generell ist für das nächste Jahr von stabilen Strompreisen auszugehen", sagt die Energieberaterin.

Auch für Bremen und Bremerhaven wurden sinkende Strompreise ab 1.2.2022 angekündigt. Kleiner Wermutstropfen: Der Grundpreis steigt. Mit der Jahresrechnung schmilzt das Plus auf wenige Euro zusammen.

Kündigungsfristen verkürzen sich bei Energielieferverträgen

Bisher war in vielen Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Energieversorger festgelegt, dass Terminverträge drei Monate vor Ablauf der Vertragslaufzeit gekündigt werden müssen. Andernfalls würden sie um ein Jahr verlängert. Dies gilt nicht mehr für Verträge, die nach dem 1. März 2022 abgeschlossen wurden. Diese Verträge haben nur noch eine einmonatige Kündigungsfrist. Versäumen Verbraucher:innen diese Kündigungsfrist, werden künftige Verträge nur auf unbestimmte Zeit verlängert. Das bedeutet, dass Verbraucher:innen Verträge jederzeit einen Monat im Voraus kündigen können. "Das Gesetz schützt Verbraucher:innen vor zu langen Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen", erläutert Inse Ewen.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Logo des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz

Ratgeber-Tipps

Strom und Wärme selbst erzeugen
Wer sich von Energieversorgern unabhängig macht, kann steigenden Energiepreisen gelassen entgegensehen und die eigene…
Mietkosten im Griff
Der Ratgeber „Mietkosten im Griff“ – gemeinsam von der Verbraucherzentrale und dem Deutschen Mieterbund herausgegeben…
Eine Frau blickt auf eine digitale Anzeige.

Ihre Daten bei Facebook und Instagram für KI: So widersprechen Sie

Facebook und Instagram informieren über Änderungen ihrer Richtlinien. Was Sie dort posten soll als Trainingsmaterial für Metas KI-Generatoren verwendet werden. Möchten Sie das nicht, können Sie widersprechen. Die Verbraucherzentrale NRW hat Meta deshalb abgemahnt.
Fußball-Feier: Deutsche Fußball-Fans beim Public Viewing

Vorsicht vor Fakeshops mit Produkten um die Fußball-EM

Auffällig günstige und sofort verfügbare Trikots und Grills: Vor der Fußball-EM in Deutschland fallen im Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen Shops auf, die nun besonders häufig von Verbraucher:innen gemeldet werden.
Ein Gesundheitsgerät neben dem Wort Aufruf in einem Ausrufezeichen.

Healy: Keine wissenschaftliche Evidenz für Gesundheitsversprechen

Bei den Verbraucherzentralen haben sich in den letzten Monaten die Beschwerden über das Produkt "Healy" gehäuft, weil selbstständige Verkäufer:innen behaupten, das Produkt würde etwa bei Multipler Sklerose, Depressionen, ADHS oder Hauterkrankungen helfen. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil dazu.