Richtig Heizen entlastet Geldbeutel und Umwelt

Pressemitteilung vom
  • Heizkörper sollten nicht hinter Verkleidungen, Vorhängen oder Möbeln versteckt sein
  • Eine richtige Einstellung der Heizungsanlage ist entscheidend
  • Zum richtigen Heizen gehört auch richtiges Lüften
Richtig Heizen entlastet Geldbeutel und Umwelt
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Nicht erst seit dem Start in die Heizsaison steigen europaweit die Preise für Heizöl und Gas. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale gibt Tipps zum richtigen Heizen, die helfen, den Geldbeutel und die Umwelt zu schonen und für ein gesundes Raumklima sorgen.

Etwa 70 Prozent des Energieverbrauchs privater Haushalte werden genutzt, um den Wohnraum zu heizen und Wasser zu erwärmen. „In einem Vierpersonenhaushalt belaufen sich die Heizkosten schnell auf 1.800 Euro jährlich“, erklärt Inse Ewen, Energieberaterin der Verbraucherzentrale Bremen. In Anbetracht steigender Energiepreise können sich diese Kosten im kommenden Jahr deutlich erhöhen. Hierzu bietet die Verbraucherzentrale Bremen kostenlose Beratungen an. Eine Terminvereinbarung unter 0421-160777 ist erforderlich.

Die Verbraucherzentrale Bremen hat folgende Tipps für Verbraucher:innen: 

  1. Tipp: Nutzen Sie das Heizkörper-Thermostat: Thermostate ermöglichen, die Raumtemperatur zu regulieren. Wichtig ist, die Temperatur entsprechend des tatsächlichen Bedarfs einzustellen. Für Wohnräume empfehlen sich 20 bis 22 Grad. „Jedes Grad, um das die Raumtemperatur gesenkt wird, verringert den Energieverbrauch um etwa sechs Prozent“, so Inse Ewen. Bei längerer Abwesenheit wird zusätzlich Energie eingespart, wenn die Raumtemperatur gesenkt wird. Mit programmierbaren oder fernsteuerbaren Thermostaten, beispielsweise als Smart Home-Komponenten, lässt sich die Temperatur besonders komfortabel regeln. Diese können in den meisten Fällen auch in Mietwohnungen einfach gewechselt werden.
  2. Tipp: Befreien Sie Ihre Heizkörper: Heizkörper gehören sicher nicht zu den schönsten Accessoires in Wohnräumen. Damit sie aber effizient heizen können, sollten sie nicht hinter Verkleidungen, Vorhängen oder Möbeln versteckt werden. Die Raumluft sollte die Heizkörper und das Thermostat gut umströmen können. Möbel haben am besten einen Abstand von mindestens 30 Zentimetern.
  3. Tipp: Entlüften Sie die Heizung: Gluckert ein Heizkörper, könnte sich Luft im Heizsystem befinden. Mit einem Entlüfter-Schlüssel lässt sich schnell und unkompliziert die Luft aus warmen Heizkörpern entfernen. Ist der Heizkörper wieder komplett mit Wasser gefüllt, wird weniger Energie gebraucht, um ihn zu erwärmen. Sollte die Heizung auch nach dem Entlüften noch gluckern, hilft ein Fachbetrieb weiter. 
  4. Tipp: Stellen Sie Ihre Heizungsanlage passend ein: „Je niedriger die Vorlauftemperatur im Heizsystem ist, desto geringer ist der Wärmeverlust. Viele Heizungen werden über Jahre in der ausgelieferten Werkseinstellung betrieben. Häufig ist dann die Vorlauftemperatur höher als erforderlich. Das führt zu einem um zehn bis fünfzehn Prozent zu hohen Energieverbrauch“, erklärt Inse Ewen. Besonders energiesparend ist das zeitweise Abschalten der Heizung, nachts sowie tagsüber, wenn niemand im Haus ist. Nur bei zu starker Abkühlung der Wohnräume wird empfohlen, die Heizung durchgehend mit Nachtabsenkung zu betreiben. Frei wählbare Wochenprofile ermöglichen die persönlichen Nutzgewohnheiten abzubilden. Viele Heizungsanlagen lassen im Sommer einen Wechsel auf Warmwasserbetrieb zu. Je nach Dämmstandard des Gebäudes kann der Sommerbetrieb ab 12-16 Grad Außentemperatur starten. Auch das spart Energie, da die Heizung dann nur für die Warmwasserbereitung genutzt wird. 
  5. Tipp: Heizung hydraulisch abgleichen lassen: Beim hydraulischen Abgleich, der auch nachträglich bei vorhandenen Heizungen empfohlen wird, stellt der Fachbetrieb nach voriger Berechnung den Durchfluss an jedem Heizkörper ein und sorgt so für eine gleichmäßige Wärmeabgabe. Häufig ist dafür der Einbau voreinstellbarer Heizkörperventile erforderlich. Der hydraulische Abgleich reduziert sowohl die Wärmeverluste der Heizung, als auch den Stromverbrauch für die Heizungspumpe.

Zusatztipp: Alles gut einpacken: Die effizienteste Heizung kommt an Ihre Grenzen, wenn ein Großteil der Wärme unkontrolliert entweicht. Die nachträgliche Wärmedämmung von Außenwänden, Dach- und Deckenflächen sowie der Austausch von alten Fenstern können die Wärmeverluste des Gebäudes erheblich reduzieren. Inse Ewen erklärt: „Auch kleinere Maßnahmen sind schon sinnvoll. Dazu gehören beispielsweise die nachträgliche Abdichtung von Fenstern und Türen oder die Wärmedämmung von Heizkörpernischen, Rollladenkästen und Heizungsrohren in unbeheizten Bereichen.“

Zusatztipp: Zum richtigen Heizen gehört auch richtiges Lüften: „Öffnen Sie die Fenster zum Lüften mehrfach am Tag für wenige Minuten komplett, am besten gegenüberliegende Fenster oder Türen gleichzeitig. So wird die Luft im Raum schnell ausgetauscht, ohne dass die Wände durch dauerhaftes Kipplüften auskühlen“, rät Inse Ewen. Feuchte Luft sollte nach dem Schlafen, Duschen und Kochen schnell ausgetauscht werden. Damit kein Schimmel entsteht, ist es wichtig, die Luftfeuchtigkeit nicht über 55 Prozent steigen zu lassen. Mit einem Hygrometer behalten Sie die Luftfeuchtigkeit im Blick. Spätestens wenn die Fenster von innen beschlagen, ist es Zeit, zu lüften. 

Ebenfalls wichtig: Für die Optimierung der Heizungsanlage gibt es Bargeldzuschüsse aus Bundesmitteln und zusätzlich unter bestimmten Voraussetzungen auch aus Fördermitteln im Land Bremen.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Bremen berät zu diesem Thema kostenlos. Termine unter: 0421-160777 oder direkt online selbst buchen.

Bei Fragen zum Heizen, zur passenden Einstellung Ihrer Heizungsanlage, zu Fördermitteln, zur Schimmelvermeidung oder zum Dämmen , hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale mit Ihrem umfangreichen Angebot weiter. Die Beratung findet telefonisch oder in einem persönlichen Gespräch statt. Wir beraten anbieterunabhängig und individuell.  Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie