Interview mit Senatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt: Verbraucherbildung

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Drei Fragen an die Senatorin Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz, Prof. Dr. Eva Quante-Brandt.

Senatorin Eva Quante-Brandt
Senatorin für Verbraucherschutz Prof. Dr. Eva Quante-Brandt
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Immer früher haben Kinder in den Familien ein Mitspracherecht bei dem Kauf von Produkten und der Inanspruchnahme von Angeboten. Kinder verfügen über große Kaufkraft, treffen Konsumentscheidungen und sind eine lukrative Zielgruppe für werbetreibende Unternehmen. Auf dem sich ständig wandelnden und vielfältigen Markt, wird die Orientierung zur Herausforderung. Die erforderliche Kompetenz, Entscheidungen auf dem Markt bewusst und nachhaltig zu treffen, ist oftmals – dem jungen Alter der Verbraucherinnen und Verbraucher geschuldet - gering ausgeprägt. Damit die Herausforderung erfolgreich gelingt, ist die frühzeitige Vermittlung von Verbraucherbildung ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Verbraucherkompetenzen.

Frage: Wie wichtig ist Ihnen das Thema Verbraucherbildung in der Schule?
Ich halte es für wichtig, dass auch im Rahmen der Schulbildung eine Vermittlung von Verbraucherkompetenzen stattfindet. Es ist schwer nachvollziehbar, dass wir Schülerinnen und Schüler mit der Fähigkeit zur Lösung komplexer mathematischer Probleme aber ohne grundlegende Kenntnisse über Versicherungen oder Finanzen aus der Schule entlassen. Aus meiner Sicht können Schulen auch auf solche Themen im Rahmen der bestehenden Fächer eingehen, da das Elternhaus dadurch unterstützt wird.     

Frage: Ist die Etablierung eines eigenen Schulfaches Verbraucherbildung in Bremen geplant?
Ein eigenes Schulfach Verbraucherbildung halte ich für wenig zielführend. Vielmehr wäre es sinnvoll, Verbraucherthemen stärker in bestehende Schulfächer zu integrieren. Berührungspunkte liegen auf der Hand, etwa bei Mathematik und Finanzthemen oder Biologie und gesunder Ernährung. Daneben halte ich außercurriculare Aktivitäten für wichtig, bei denen im Rahmen von Workshops oder Projekttagen einzelne Themen vertieft behandelt werden können. Diese motivieren Schülerinnen und Schüler ganz anders, sich mit Themen auseinanderzusetzen. Externe Akteure wie die Verbraucherzentrale Bremen bieten die Durchführung von Workshops oder Projekttagen in Schulen an.  

Frage: Wie können Schulen im Bereich Verbraucherbildung unterstützt werden?
Es gibt aber zahlreiche Angebote für Schulen: Unterrichtsmaterialien zum Thema Verbraucherbildung oder spezielle Fortbildungsangebote für Lehrerinnen und Lehrer. Außerdem gibt es zahlreiche Bildungspartner, die in die Schulen kommen können, um themenspezifisch Workshops, Projekttage oder Unterrichtsbesuche durchzuführen. Wir haben einen Leitfaden entwickelt, der all diese Angebote für Schulen im Land Bremen enthält, um den Schulen den Zugang zum Thema Verbraucherbildung und die Umsetzung möglichst leicht zu machen. Der Leitfaden kann bei der Schulbehörde in Bremen und Bremerhaven oder in meinem Ressort abgerufen werden.