Flagge der UkraineUnsere Solidarität gilt den Opfern des Krieges in der Ukraine. Die Verbraucherzentrale unterstützt Betroffene mit Informationen, die sie hier finden.

Achtung, Phishing: Betrug mit Energiepauschale und Gaspreis-Rabatten

Stand:
Aktuelle politische Entwicklungen machen sich Kriminelle schnell zu Nutzen. So auch zum aktuellen Thema Entlastungspaket und Energiepauschale: Der Betrug kommt per SMS, E-Mail oder auf falschen Internetseiten.
Hand hält Smartphone mit einer Phishing-Mail der Sparkasse auf dem Display
E-Mails wie diese haben Kriminelle im September massenweise verschickt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Kriminelle nutzen die angekündigte Energiepauschale der Bundesregierung für Betrugsversuche.
  • In E-Mails von angeblichen Banken behaupten sie, dass zur Auszahlung der Pauschale die persönlichen Daten der Empfänger:innen abgeglichen werden müssten.
  • Als SMS kommen gefälschte Nachrichten des "Bundesministeriums der Finanzen".
  • Die Bundesnetzagentur warnt vor gefälschten Internetseiten zu einem angeblichen Förderprogramm für günstigeres Gas.
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Gefälschte Internetseiten der Bundesnetzagentur

Es gibt kein staatliches Förderprogramm, über das man einen günstigeren Gaspreis erhält! Die Bundesnetzagentur warnt vor gefälschten Internetseiten, die genau das versprechen. Dort soll man persönliche Daten, Kontodaten und Kreditkartennummern eingeben. Doch die Seiten stammen nicht von der Bundesbehörde, sondern werden von Kriminellen betrieben. Mit den eingegebenen Daten könnten sie zum Beispiel Konten plündern oder auf Kosten der Opfer einkaufen.

Im Phishing-Radar der Verbraucherzentrale NRW sind bereits im September E-Mails aufgefallen, die angeblich von der Sparkasse stammt. Empfänger:innen sollen dazu gebracht werden, eine betrügerische Internetseite zu öffnen und persönliche Daten einzutippen. Auch per SMS wollen Betrüger:innen an personenbezogene Daten kommen. Beide Male wird behauptet, dass man erst dadurch die Energiepauschale der Bundesregierung erhalten könne. Das ist reiner Blödsinn!

Phishing-Mails mit Sparkasse-Logo

Seit Anfang Dezember versuchen Kriminelle an personenbezogene Daten zu kommen, indem sie in E-Mails das Sparkasse-Logo verwenden und behaupten, das Geldinstitut würde eine von der Regierung beschlossene Energiepauschale in Höhe von 500 Euro auszahlen, "um den kommenden Winter und die damit einhergehenden Kosten gut zu überstehen". Unter anderem schreiben die Betrüger:innen in ihrer Nachricht: "Um eine Auszahlung der Pauschale sicherstellen zu können, bitten wir Sie nun um eine Bestätigung ihrer angegebenen Daten. Gleichzeitig halten wir so Ihre Angaben aktuell und bereiten Sie auf die baldige Abschaltung unseres bisherigen Anmeldeverfahrens vor." Beispiel:

Screenshot einer E-Mail mit Sparkasse-Logo

Schon im September gab es solche E-Mails mit ähnlichem Inhalt. Den Anfang machten Kriminelle auch mit dem Sparkasse-Logo, setzten aber kurz darauf auch Logos anderer Banken in ihren Phishing-Mails ein. Beispiel:

Phishing Sparkasse mit Energiepauschale-Bezug

In dieser Phishing-Mail wird erklärt, wer die Energiepauschale aus dem Entlastungspaket der Bundesregierung erhält. Anders als oft üblich, ist die betrügerische Mitteilung nahezu ohne Rechtschreibfehler und in guter Grammatik geschrieben. Um Empfänger:innen zum Anklicken des Links auf eine falsche Sparkasse-Internetseite zu bewegen, heißt es in der E-Mail: "Um Ihre Identität sowie den Anspruch auf eine Auszahlung feststellen zu können, benötigen wir eine Bestätigung Ihrer bereits angegebenen Daten bei der Erstellung Ihres Girokontos in einer unserer Filialen." Erst dann soll es "in den nächsten vier Wochen Ihre Auszahlung der Energiepauschale" geben.

Fallen Sie nicht auf diesen Trick herein! Keine Bank oder Sparkasse muss Daten zur Auszahlung der Energiepauschale prüfen. Die Auszahlung erfolgte im September über Ihren Lohn oder Ihr Gehalt. Die Hilfe beim Heizkostenabschlag für Dezember 2022 erhalten Sie direkt vom Energielieferanten oder im Rahmen der Nebenkostenabrechnung (falls Sie zur Miete wohnen). Genauere Infos dazu haben wir in diesem Artikel zusammengestellt.

Falsche SMS des Finanzministeriums

Auch per SMS versuchen Kriminelle, Ahnungslose auf dubiose Internetseiten zu locken und Daten abzugreifen. In diesem Fall spricht man von Smishing (Zusammengesetzt aus den Begriffen SMS und Phishing). Beispiel so einer SMS:

Screenshot einer SMS, die angeblich vom Bundesfinanzministerium stammt

"(Bundesministerium der Finanzen) Sie müssen noch einen Betrag von 254,33 erhalten. Verifizieren Sie sich und erhalten Sie den Betrag per: https:// ruckkehr .biz/index5.php"

Andere Formulierungen so einer SMS lauten:

  • "Die Regierung hat beschlossen dass Sie eine Erstattung von €278,35 erhalten werden. Hier klicken, um die Zahlung zu erhalten. cutt .ly/erstattung-"
  • [Bundesministerium der Finanzen] Ihnen steht noch ein ausstehender betrag von 269,30 EUR zur Verfügung. Clicken sie hier: ihrerueckerstattung .com"

Die Leerschritte in der Internet-Adresse haben wir absichtlich gesetzt, damit Ihr Browser nicht automatisch einen Link erzeugt und Sie möglicherweise versehentlich auf die Betrugsseite gelangen.

Schützen Sie sich vor Betrug!

  • Wenn Sie eine Nachricht erhalten, über die Sie Ihre Daten zur Auszahlung der Energiepauschale angeben sollen, folgen Sie keinem darin enthaltenen Link!
  • Antworten Sie nicht auf die Nachricht!
  • Kennzeichnen Sie solche E-Mails als Spam oder verschieben Sie sie in den Spam-Ordner!
  • Wenn Sie eine vergleichbare Aufforderung per SMS bekommen, ignorieren Sie sie und sperren Sie die Absendernummer.

Haben Sie doch Ihre Daten auf einer verlinkten Internetseite eingegeben, ist nicht abzuschätzen, was die Kriminellen damit anstellen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für Identitätsdiebstahl, der von einfachen Internet-Bestellungen auf Ihre Rechnung bis zu kriminellen Geschäften in Ihrem Namen reichen. Vorsorglich sollten Sie Anzeige bei der Polizei erstatten – vor allem, wenn Sie ungewöhnliche Geld-Abbuchungen feststellen oder Rechnungen für nicht bestellte Waren und Dienstleistungen erhalten. In solchen Fällen können Ihnen auch die Fachleute Ihrer Verbraucherzentrale in einer Beratung helfen.