Menü

Vereinbaren Sie Ihren Beratungstermin ganz bequem mit der Online-Terminbuchung.

Verträge mit Fitness-Studios: Nicht alle Klauseln können mithalten

Stand:

Viele Hobbysportler bringen in Fitness-Studios ihre Muskeln in Schwung. Nicht mithalten in Punkto Fitness können dagegen häufig die allgemeinen Geschäftsbedingungen der Studiobetreiber.

Hantel und Sportschuhe stehen im Fitnessstudio bereit.
Off

Für die Nutzung der Geräte, Kurse wie Aerobic oder Step sowie für qualifizierte Betreuung zahlen die Kunden zum Teil stolze Monatsbeiträge. Nicht mithalten in Punkto Fitness können häufig die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Viele Verträge enthalten immer noch Klauseln, die stark von den gesetzlichen Vorgaben abweichen und unwirksam sind. Wir zeigen typische Vertragsfallen.

Die meisten Klauseln sind überprüfbar

In einigen Studios können Kunden zwischen verschiedenen Vertragslaufzeiten und gestaffelten Beiträgen wählen. Auch wenn es auf dem Vertragsformular mehrere Möglichkeiten zum Ankreuzen gibt oder wenn das Studio Alternativen nennt, von denen die gewählte Variante in das Formular übertragen wird, sind die Klauseln überprüfbar. Nur wirklich individuell ausgehandelte Vereinbarungen unterliegen nicht der gesetzlichen Kontrolle.

Vertragslaufzeiten und automatische Verlängerungen

Die meisten Fitnesscenter-Verträge werden zunächst für eine bestimmte Grundlaufzeit abgeschlossen. In der Vergangenheit hatten die Gerichte bei der Frage, wie lang diese Grundlaufzeiten sein dürfen, sehr unterschiedlich entschieden. Der Bundesgerichtshof sieht gemäß Urteil vom 08.02.2012 - Az.: XII ZR 42/10 eine Allgemeine Geschäftsbedingung, die eine Erstlaufzeit von 24 Monaten vorsieht, grundsätzlich als zulässig an.

Im Kleingedruckten steht häufig, dass sich der Vertrag um einen bestimmten Zeitraum verlängert, wenn er nicht gekündigt wird. Eine Verlängerung um sechs Monate bei einem Monatsbeitrag bis zu 50 Euro ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zulässig (BGH-Urteil vom 04.12.1996, AZ: XII ZR 193/95), da dann die finanzielle Belastung noch zumutbar ist. Bei längeren Zeiträumen entscheiden die Gerichte noch sehr unterschiedlich.

Als auf jeden Fall unzulässig dürften jedoch Verlängerungsklauseln von mehr als einem Jahr anzusehen sein. Ist die Verlängerungsklausel unwirksam, endet der Vertrag bereits nach der ursprünglich vereinbarten Grundlaufzeit.

Tipp: Kündigen Sie den Vertrag in so einem Fall trotzdem zum Ende der Grundlaufzeit. Wer das Training einfach kommentarlos einstellt, muss damit rechnen, dass das Studio die Monatsraten weiterhin abbucht und auf einer Fortsetzung des Vertrages besteht. Wird weiter trainiert, läuft auch das Vertragsverhältnis automatisch weiter.

Änderung der Öffnungszeiten

Versuchen Fitnessstudios, sich in ihren Klauseln die Änderung der Öffnungszeiten vorzubehalten, ist das in der Regel rechtswidrig. Klauseln wie "Die Nutzung der Einrichtung erfolgt während der jeweils aktuellen Öffnungszeiten" sind nicht erlaubt.

Ändert ein Studio seine Öffnungszeiten ohne triftigen Grund so stark, dass Verbraucher das Studio nur noch eingeschränkt nutzen können, haben sie ein Recht auf außerordentliche Kündigung.

Jedoch ist es empfehlenswert das Studio zunächst schriftlich aufzufordern die ursprünglich geltenden Öffnungszeiten wiederherzustellen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Verbraucher ein Studio mit langen Abendöffnungszeiten gewählt haben, um nach der Arbeit dort zu trainieren. Verkürzt das Studio die Öffnungszeit dann beispielsweise dauerhaft auf 18 Uhr, können die Betroffenen kündigen, auch wenn der Vertrag noch länger läuft.

Mehr zum Thema

Unsportliche Klauseln: Was das Fitnessstudio nicht in den Vertrag schreiben darf