Wäsche waschen: bewährte Waschmittel und überflüssige Produkte

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Viele Waschmittel und Zusatzprodukte versprechen strahlend saubere Wäsche. Doch im Haushalt reichen meist wenige Produkte. Die Verbraucherzentralen erklären Ihnen, worauf es beim Waschen wirklich ankommt – und wie Sie Umwelt und Geldbeutel schonen.
Temperaturrad an Waschmaschine

Das Wichtigste in Kürze:

  • Auch wenn es in Drogerien unzählige Waschmittel und Zusatzprodukte zum Waschen gibt: Sie brauchen im Haushalt nur wenige "normale" Waschmittel, um Wäsche sauber zu bekommen und Farben und Fasern zu schonen.
  • Kleidung ohne Schmutzflecken können Sie in vielen Fällen auch auslüften statt sie zu waschen. Lassen Sie Flecken nicht eintrocknen, sondern waschen Sie sie sofort aus
  • Bevorzugen Sie Waschmittel mit Öko-Siegeln. Auch die sollten Sie nach Anleitung dosieren.
  • Beladen Sie die Waschmaschine voll, außer bei Woll- und Feinwäsche, und wählen Sie die richtige Dosierung für die Wäschemenge, den Verschmutzungsgrad und die örtliche Wasserhärte sowie eine möglichst niedrige Waschtemperatur.
  • Verwenden Sie Eco-Programme und eine möglichst niedrige Waschtemperatur
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Woran erkenne ich umweltfreundliche Waschmittel?

Bei Waschmitteln mit dem Blauen Engel, dem EU-Ecolabel, dem ECO-Garantie- , dem ECOCERT- oder dem NCP (Natural Care Product)-Siegel gehen die Anforderungen an die Umweltverträglichkeit der Inhaltsstoffe über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. So werden bestimmte umweltschädliche Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel synthetische Moschusduftstoffe oder festes Mikroplastik, ausdrücklich verboten. Menschen mit Allergien müssen auch bei Waschmitteln mit Öko-Labeln die Inhaltsstoffe überprüfen.

Es ist allerdings nicht einfach, ein wirklich umweltverträgliches Waschmittel herzustellen. Einige der Siegel verlangen, dass Tenside, das sind waschaktive Substanzen, ganz oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. Tenside aus nachwachsenden Rohstoffen stammen jedoch häufig aus Palmöl. Dessen Anbau kann ebenfalls Lebensräume bedrohter Tierarten zerstören und Menschen von ihrem Land vertreiben. 

Eine Übersicht über geprüfte Nachhaltigkeitssiegel für Putz- und Waschmittel finden Sie auf dem Portal Siegelklarheit.

Was ist der Unterschied zwischen Vollwaschmittel und Color-Waschmittel?

Kompakte Vollwaschmittel sind vor allem für weiße und helle oder auch stark verschmutzte Textilien geeignet. Vollwaschmittel enthalten unter anderem:

  • Tenside, also waschaktive, schäumende Substanzen,
  • Gerüststoffe,
  • Bleichmittel und -aktivatoren,
  • optische Aufheller,
  • Enzyme und
  • Füllstoffe. 

Diese Vielzahl an Inhaltsstoffen ist aber nicht für alle Wäschearten notwendig und sinnvoll. Ein hoher Anteil an Bleichmitteln hilft besonders gut gegen hartnäckige Verschmutzungen auf weißen Textilien.

Für farbige Textilien sind optische Aufheller überflüssig und Bleichmittel lassen nicht nur die Flecken, sondern auch die Farben verblassen. Guter Nebeneffekt der Vollwaschmittel: Das enthaltene Bleichmittel tötet Keime besser ab als Color-Waschmittel. Vollwaschmittel eignen sich zum Beispiel gut für helle Handtücher. Sie können außerdem helfen, dass sich weniger Bakterien und Pilze in der Waschmaschine bilden.  

Waschpulver, Flüssigwaschmittel, Gelkissen oder Waschmittel-Blätter – was wäscht besser?

Waschpulver, also kompakte Waschmittel, kommen, anders als viele Flüssigwaschmittel, ohne Konservierungsstoffe aus. Diese können die Umwelt belasten und Allergien auslösen. Im Test der Stiftung Warentest schnitten sowohl bei Vollwaschmitteln als auch bei Color-Waschmitteln die festen Produkte in Bezug auf die Waschleistung besser ab.

Waschmittel-Gelkissen, auch Caps oder Pods genannt, reinigten im Test der Stiftung Warentest dagegen schlechter als Voll- und Colorwaschmittel. Wie alle flüssigen Waschmittel enthalten sie keine Bleichmittel. Zudem sind sie meist teurer. 

Für Kinder können die bunten Gelkissen gefährlich werden, weil sie zum Reinbeißen verleiten. Das kann zu Vergiftungen und Augenverletzungen führen. Hersteller müssen deshalb Bitterstoffe zufügen und kindersichere Verpackungen verwenden. Laut Herstellern sind die Kunststofffolien wasserlöslich und biologisch abbaubar.

Waschmittel-Blätter bestehen meist aus gepressten Tensiden, einer Kunststofffolie, Wasserenthärter, Glycerin und Duftstoffen. Das Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) fand in untersuchten Proben keine Bleichmittel. Außerdem fehlten bei vielen Produkten Pflichtangaben zu Inhaltsstoffen auf der Verpackung, etwa zu Konservierungsstoffen oder allergieauslösenden Duftstoffen. 

Auch die Datenblätter der Hersteller waren oft unvollständig oder schwer zu finden. Die Stiftung Warentest prüfte bisher ein Waschmittel-Blatt im Vergleich zu anderen Color-Waschmitteln - mit eher mäßiger Waschleistung.

Kann ich mit Jumbo-oder XL-Packungen Geld sparen?

Vollwaschmittel in Jumbo-Packungen sind keinen Kauf wert. Sie enthalten nämlich bis zu 30 Prozent Füllstoffe. Das sind zum größten Teil Salze, die vor allem dafür sorgen, dass die Packungen möglichst groß aussehen. Es gibt aber auch Großpackungen, die Kompaktwaschmittel enthalten.

Waschpulverkarton
Foto: Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentralen raten, beim Kauf vor allem auf die angegebene Anzahl an Wäschen je Packung zu achten. So können Sie das Preis-Leistungs-Verhältnis leicht vergleichen.

Brauche ich Fein- und Wollwaschmittel?

Ein Wollwaschmittel reicht vollkommen aus. Sie verzichten auf alles, was empfindliche Eiweiß-Fasern wie Seide und Wolle schädigen kann und ein Verfilzen fördert. Wichtig für Wolle und Seide sind außerdem das passende Waschprogramm und niedrige Waschtemperaturen, also kalt oder 30 Grad Celsius. 

Sie können ein Wollwaschmittel auch für Feinwäsche verwenden, wohingegen nicht jedes Feinwaschmittel auch für Wolle geeignet ist. Achten Sie auf die Hinweise auf der Verpackung. Spezial-Waschmittel zum Beispiel für schwarze Textilien sind nicht nötig.

Wie dosiere ich das Waschmittel richtig?

Wenn Sie Flecken nicht eintrocknen lassen, sondern sofort mit kaltem Wasser auswaschen oder vorbehandeln, zum Beispiel mit Bleichmittel bei bunten Flecken auf weißer Wäsche oder Gallseife bei fett- und eiweißhaltigen Verschmutzungen, kann Waschmittel sparen.

Um die passende Waschmittelmenge herauszufinden, müssen Sie drei Größen kennen:

  1. Die Wäschemenge
    Wiegen Sie einmal die trockene Wäsche einer für Ihren Haushalt typischen Waschladung jeweils für Weiß-, Bunt-, Woll- und Feinwäsche aus.
  2. Die Wasserhärte
    Diese finden Sie auf der Internetseite Ihres örtlichen Wasserversorgers.
  3. Den Verschmutzungsgrad
    Wenn Flecken vorbehandelt wurden, reicht in der Regel die Dosierung für leicht oder mittel verschmutzte Wäsche völlig aus.          

Wenn Sie diese drei Größen kennen, können Sie auf der Waschmittelpackung aus der Dosiertabelle die passende Dosierung ablesen. Wenn Sie sich mit einem Permanentmarker eine Markierung auf der Dosierhilfe machen, dann müssen Sie nicht jedes Mal wieder nachschauen, vorausgesetzt, die Wäschemenge variiert nicht stark. Dosierhilfen bekommen Sie in der Regel kostenfrei auf Nachfrage in den Geschäften oder direkt beim Hersteller, falls diese nicht schon mit der Verpackung geliefert werden.
 


Welche Mittel sind überflüssig?

  • Separater Wäscheduft, wie etwa Duftperlen, belastet unnötig die eigene Haut und die Umwelt. Außerdem duften die meisten Waschmittel ohnehin schon selbst.
  • Weichspüler machen die Wäsche nicht sauberer. Sie hinterlassen vor allem Duftstoffe und andere Chemikalien. Ebenso wie Wäscheduft können Weichspüler Ihre Haut und die Umwelt mit allergieauslösenden und teilweise schwer abbaubaren Substanzen belasten.
  • Lang anhaltender Duft kann auf Mikroplastik hinweisen. Produkte, die so beworben werden, enthalten teilweise mit Duftstoffen gefüllte "Microcapsules". Das sind winzigste Säckchen aus konventionellem Plastik oder aus Kunststoffen, die als biologisch abbaubar ausgelobt werden. Sie haften an der Wäsche und sollen über lange Zeit die enthaltenen Duftstoffe abgeben.
  • Waschmittel können Kunststoffe in fester und löslicher Form enthalten. Sie werden als Verdickungs- oder Trübungsmittel eingesetzt. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass ein Großteil der Waschmittel auch ohne Kunststoffe auskommt. Also sind diese für ein gutes Waschergebnis nicht erforderlich.
  • Die desinfizierenden Substanzen, die in Hygienespülern oder -waschmitteln enthalten sind, können Allergien auslösen und das Abwasser stark belasten. Wenn Sie Handtücher und Unterwäsche gelegentlich bei 60 Grad Celsius - am besten mit Vollwaschmittel - waschen, ist eine gute Hygiene gewährleistet. Wenn im Haushalt alle gesund sind, reicht sogar eine 40-Grad-Wäsche aus. Sterile Wäsche ist in Privathaushalten nicht erforderlich. In unserer Umgebung und auch auf unserer Haut leben Milliarden Bakterien friedlich mit uns zusammen.
    In besonderen Situationen, zum Beispiel bei Personen mit geschwächter Immunabwehr oder bei ansteckenden Erkrankungen wie Durchfall, sprechen Sie am besten mit einem Arzt ab, welche besonderen Hygiene-Maßnahmen Sie ergreifen sollten.
  • Die Industrie wartet immer wieder mit Neuheiten wie Waschmitteln für schwarze Wäsche oder Farb- und Schmutzfängertüchern auf. Auf solche Spezialmittelprodukte können Sie getrost verzichten. Sie sind nicht erforderlich und belasten stattdessen nur Ihren Geldbeutel.

Wie kann ich beim Waschen Energie sparen, ohne dass sich unangenehme Gerüche in Waschmaschine oder Wäsche bilden?

Sie sollten die Maschine immer ganz auslasten, also mit der maximal empfohlenen Wäschemenge zu beladen. Entsprechend seltener müsse nSie waschen. 

Bei den kompakten Waschmitteln können Sie auf die Vorwäsche ebenso verzichten wie auf die Kochwäsche bei 95 Grad. Geringe Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad reichen zum Waschen in der Regel aus. Wer das Eco-Programm nutzt, spart ebenfalls. 

Wenigstens einmal im Monat sollten Sie einen Waschgang mit 60 Grad Celsius und bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel laufen lassen. Damit können eventuelle Waschmittelreste entfernt und Keime abgetötet werden, die sich unweigerlich in der Maschine ansammeln und für unangenehme Gerüche verantwortlich sind. 

Außerdem sollten Sie die Maschine nach dem Waschen immer gut trocken lassen und die Dichtungsgummis trockenreiben. Anschließend, wenn möglich, die Wäsche an der frischen Luft statt im Trockner trocknen lassen – damit tun Sie ebenfalls Gutes für die Umwelt und für frisch riechende Wäsche.

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