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Klimageräte: Hohe Kosten für oft geringe Kühlung

Stand:

Das Wichtigste in Kürze

  • Egal welche Modellvariante: Die zusätzlichen Stromkosten sind erheblich.
  • Die preislich günstigen Monoblock-Geräte sind alles andere als Superkühler.
  • Für Splitgeräte braucht`s die Zustimmung des Hauseigentümers oder der Eigentümergemeinschaft.
  • Unabdingbar: Vor dem Kauf muss die erforderliche Kühlleistung ermittelt werden.
  • Bei der Wahl empfiehlt sich ein Blick auf das Energieeffizienzlabel.
  • Bei Hitze helfen: eine gute Wärmedämmung, außen angebrachter Sonnenschutz, wie Sonnensegel, Roll- oder Fensterläden, sowie richtiges Lüften.
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Klimageräte bei Sommerhitze
Foto: bluedesign/Fotolia.com

Wenn im Sommer die Temperaturen steigen, greifen viele Leidgeplagte zu Klimageräten, um ihre Wohnungen abzukühlen. Wir sagen, ob die verschiedenen Modelle halten, was die Hersteller versprechen, und wie sich ihr Einsatz auf die Stromrechnung auswirkt.

Die im Handel angebotenen Klimageräte werden meist zur Saison mit verlockenden Preisen und mit vielen Vorteilen angepriesen. Doch wer bedenkenlos kauft, kann herb enttäuscht werden. Denn die Geräte haben gleich mehrere Schattenseiten: Sie kühlen häufig weniger als erwartet, zehren wegen ihres zusätzlichen Stromverbrauchs spürbar am Konto und beeinflussen auf diese Weise das Klima außerhalb der eigenen vier Wände negativ.

So hat die Stiftung Warentest bei 12 geprüften Geräten erhebliche zusätzliche Stromkosten innerhalb von zehn Jahren errechnet: bei Splitgeräten zwischen 291 und 650 Euro, bei Monoblockgeräten 664 bis 916 Euro. Da kann eine saftige Nachzahlung bei der jährlichen Stromabrechnung drohen. Die Verbraucherzentrale stellt Ihnen daher die verschiedenen Modelle, deren Energieeffizienz sowie ihre Vor- und Nachteile vor.

Monoblock-Modelle

Die in der Anschaffung günstigen einteiligen mobilen Klimageräte haben häufig Schwierigkeiten, einen großen Raum effizient zu kühlen. Dies gilt insbesondere bei Räumen mit direkter Sonneneinstrahlung oder schlecht gedämmten Dachgeschosswohnungen.

Mit einem Abluftschlauch pusten sie die vom Gerät erzeugte Abwärme nach draußen. Wird der Schlauch durch einen Fenster- oder Türspalt gesteckt, strömt ständig neue warme Luft von draußen in den Raum nach. Die Folge: Das Gerät kämpft einen teuren, aber aussichtslosen Kampf gegen die Hitze. Halten die Bewohner den Raum, der gekühlt werden soll, nicht geschlossen, verstärkt sich zudem auch der Nachstrom warmer Luft aus angrenzenden Zimmern ‒ durch den permanent erzeugten Unterdruck.

Aber auch bei abgedichteten Schlauchauslässen an Türen und Fenstern kann dieser Nachstrom an Warmluft nicht wirkungsvoll unterbunden werden. Am besten geht dies noch mit Geräten, die zwei Schläuche nutzen: Einer saugt Außenluft an, der andere führt die erwärmte Luft nach außen. So entsteht kein Unterdruck.

Zudem stören die Betriebsgeräusche von Kompressor und Lüfter, die ruhige Unterhaltungen oder ungestörtes Schlafen nicht zulassen. Zur Kühlung verbrauchen die Modelle viel Strom, was die Stromrechnung am Jahresende ‒ je nach Laufdauer – stark erhöhen kann.

Split-Klimageräte

Etwas effektiver kühlen zweiteilige Split-Klimageräte. Aber auch damit kann der Stromverbrauch im Betrieb oder Stand-by immer noch hoch sein.

Anders als bei Monoblock-Modellen muss ein Verbindungsschlauch für Stromleitung und Kältemittel ‒ etwa durch die Wand ‒ zum Kompressor geführt werden. Geräte mit besonders klimagefährlichen fluorierten Kältemitteln dürfen nur noch durch einen Fachbetrieb montiert werden. Dadurch entstehen zusätzliche Kosten. Außerdem: Für die Installation der Außengeräte muss der Wohnungseigentümer bzw. die Eigentümergemeinschaft zustimmen.

Da der lärmende Kompressor im Außenbereich angebracht ist, können sich Nachbarn gestört fühlen.

Kühlleistung

Ein entscheidender Faktor für die optimale Klimatisierung ist die Kühlleistung. Je geringer sie ist, desto mehr Zeit und Strom braucht das Gerät, um einen Raum abzukühlen. Um die passende Kühlleistung zu ermitteln, kommt es vor allem auf die Raum- und Fenstergröße an. Aber auch die Beschaffenheit der Außenwände, die Lage der Räume, vorhandene Sonnenschutzvorrichtungen und mögliche Wärmequellen (Menschen, Geräte, Lichtquellen) im Raum sind wichtige Kriterien, um die erforderliche Kühlleistung zu bemessen. Beratung durch einen qualifizierten Fachbetrieb inklusive einer überschlägigen Kühllastberechnung hilft, das Klimagerät nach den individuellen Anforderungen auszuwählen.

Energieeffizienz

Label für Klimageräte
Label für Klimageräte

Um ein effizientes Gerät zu finden und die Betriebskosten niedrig zu halten, ist ein Blick auf das Energielabel elementar. Die Energieeffizienzklassen reichen von A+++ (sehr gut) bis D (sehr schlecht). Die Klasse ist jedoch nicht ausschlaggebend für den Stromverbrauch, sondern nur für die Effizienz des Klimagerätes. Der Stromverbrauch für den Kühlbetrieb (linke Spalte) und für den Heizbetrieb (rechte Spalte) sind separat unten in kWh/60min angegeben.

Setzen Sie die Geräte möglichst nicht zum Heizen ein, da die konventionelle Heizung in der Wohnung um Längen effizienter arbeitet. Weiterhin ist die Geräuschentwicklung unten links im Label gekennzeichnet.

Allerdings sollten Sie sich nicht allein auf das Label zur Energieeffizienz verlassen. Ratsam ist, sich immer auch unabhängige Produkttests, wie beispielsweise von der Stiftung Warentest, anzuschauen.

Bedarfsgerechte Nutzung

Klimageräte sollten nicht ununterbrochen, sondern nur nach Bedarf eingeschaltet werden, zum Beispiel vor dem Schlafengehen. Nachts ist es ratsam, das Gebäude mit geöffneten Fenstern zu kühlen und dem Klimagerät eine Auszeit gönnen. Auch durch zusätzliche Vorrichtungen zum Sonnenschutz kann der Einsatz des Klimageräts reduziert werden.

Regelmäßige Wartung

Störungsfreier und wirkungsvoller Betrieb des Raumklimageräts sind nur gewährleistet, wenn zum Beispiel Kondenswasser regelmäßig entfernt wird sowie Verdampfer und Filter gesäubert werden. Die Betriebsanleitung der Geräte informiert über Einzelheiten.

Unsere Tipps

  • Verhindern Sie, dass Sonnenstrahlen und Wärme in die Wohnung eindringen. Dabei helfen außen angebrachter Sonnenschutz, wie Sonnensegel, Roll- oder Fensterläden, sowie richtiges Lüften.

  • Tagsüber sollten alle Fenster und Türen geschlossen bleiben, um warme Außenluft möglichst auszusperren. Erst spät abends, wenn es draußen abgekühlt ist, Fenster und Türen weit öffnen - wobei Querlüftung ("Durchzug") am meisten bringt.

  • Zeitweise Erleichterung können auch Ventilatoren verschaffen, die deutlich weniger Strom verbrauchen als Klimageräte.

  • Eine gute Wärmedämmung vermeidet nicht nur im Winter Wärmeverluste, sondern hält auch im Sommer die Hitze draußen.

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