Welchen Impact können nachhaltige Geldanlagen haben?

Stand:

Das Wichtigste in Kürze: 

  • Interesse an nachhaltiger Geldanlage wächst stetig
  • Gutachten untersucht transformative Wirkungen
  • Fazit: Eher indirekte als direkte (messbare) Wirkungen
  • Gutachter warnt von "Impact Washing"
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Das Interesse an nachhaltigen Geldanlage wächst stetig

Immer mehr Privatanleger interessieren sich für nachhaltige Geldanlagen. Laut Marktbericht des Forums Nachhaltige Geldanlagen hat sich deren Anlagevolumen in 2019 fast verdoppelt. Das gestiegene Interesse zeigt auch eine Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv): Jeder zweite Verbraucher ist grundsätzlich bereit, Geld nachhaltig anzulegen. 69 Prozent der Befragten haben die Erwartung, dass diese Geldanlagen einen messbaren Beitrag zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen leisten sollen.

Doch welchen Beitrag leisten diese Geldanlagen?

Dieser Frage haben sich die Autoren Prof. Dr. Marco Wilkens und Prof. Dr. Christian Klein in dem vom vzbv beauftragten Gutachten genähert. Sie haben die transformativen Wirkungen, also den sogenannten "Impact" solcher Anlagen, unter die Lupe genommen. In ihrer Untersuchung kommen sie zu dem Schluss, dass Geldanlagen privater Anleger eher indirekte als direkte (messbare) transformative Wirkungen entfalten können.

Im Fazit ihres Gutachtens beschreiben sie es so: „(…) letztlich ist aus unserer Sicht nicht zu erwarten, dass durch die nachhaltigen Geldanlagen der privaten Anleger „die Welt gerettet werden kann". (…) Trotzdem sind nachhaltige Geldanlagen ein Teil der Maßnahmen, die private Anleger ergreifen können, um zumindest einen Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele zu leisten. Gerade die verbundenen indirekten Wirkungen (…) haben aus unser Sicht nicht zu unterschätzende Wirkungen, wenngleich diese aktuell kaum quantifizierbar sind.“

Neuer Begriff „Impact Washing“

In einem Interview des Investment Channels zum Gutachten unterscheidet Prof. Dr. Klein zwischen klassischem ESG Investing („Anlage nach ökologischen und sozialen Kriterien“) und Impact Investing („Gutes bewirken“), warnt vor der inflationären Nutzung des Wortes Impact und kreiert einen neuen Begriff „Impact Washing“.

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