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Hitzeschutz im Sommer – Einfache Tipps für zu Hause

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Unerträgliche Hitze in der Wohnung? Wir geben Tipps, wie Sie Wärme draußen halten: Richtig lüften? Möglichkeiten für Fenster und Dachfenster? Sind Ventilatoren und Klimageräte sinnvoll?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Erste Hilfe bei heißen Temperaturen: richtiges Lüften. Zwischen Abend und frühem Morgen mehrere Stunden lüften – so wird die Wohnung wieder kühl!
  • Ein außenliegender Sonnenschutz wie Rollläden oder Jalousien hält Sonnenstrahlen und Wärme aus der Wohnung.
  • Klimageräte beseitigen nur die Symptome der Hitze, nicht die Ursache des Problems!
Hitzeschutz im Sommer Tipps
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Wir alle freuen uns im Sommer über steigende Temperaturen und Sonnenstrahlen. Doch was, wenn die Sonne für unerträgliche Hitze in der Wohnung sorgt? Besonders Räume und Wohnungen im Dachgeschoss heizen sich schnell auf Temperaturen über 30°C auf. Schlaflose Nächte und Kreislaufbeschwerden können die Folge sein. Ihr Ziel sollte sein: die Sommerhitze gar nicht erst in die Wohnung hereinlassen!

Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie die Wärme draußen halten und für ein angenehmes Raumklima sorgen: Wie lüften Sie richtig? Welche Möglichkeiten gibt es für Fenster und Dachfenster? Wie sinnvoll ist ein Ventilator oder ein Klimagerät?

Richtig lüften – 5 Tipps für den Sommer

  1. Schließen Sie Fenster und Türen tagsüber: So kommt die warme Luft gar nicht erst in Ihren Wohnraum.
  2. Lüften Sie erst, sobald die Temperatur draußen niedriger ist als drinnen: meist abends oder am frühen Morgen. Vergessen Sie nicht die Fenster wieder zu schließen, sobald die Temperatur steigt!
  3. Ideal ist eine Nachtlüftung. Dann kann die gespeicherte Wärme mehrere Stunden aus dem Haus entweichen. Wenn Sie nachts Probleme mit Insekten und Mücken haben, hilft ein Fliegengitter als Insektenschutz.
  4. Öffnen Sie die Fenster weit um für Durchzug zu sorgen. In einer Wohnung oder im Haus mit mehreren Etagen gilt: Öffnen Sie Fenster auf verschiedenen Etagen.
  5. Lüften Sie nicht zu kurz! Am besten so lange, wie die Temperatur draußen kälter ist als drinnen.

Elektrische Geräte: Überhitzung vermeiden

Nicht nur die Sonne heizt Ihre Wohnung auf: Auch elektrische Geräte produzieren im Dauerbetrieb Wärme. Das gilt für Lampen, Kühlschränke, Gefriertruhen, Fernseher oder Computer. Ziehen Sie den Stecker, falls Sie die Geräte gerade oder für längere Zeit nicht nutzen – statt nur in den Stand-by-Modus zu gehen. Ersetzen Sie Glühlampen durch Energiesparlampen oder LEDs.

Heizung auf Sommerbetrieb stellen

Wenn möglich: Schalten Sie die Heizung im Sommer komplett ab oder stellen Sie den Sommerbetrieb ein. Sie nutzen die Heizung im Einfamilienhaus auch für Warmwasser? Dann können Sie die Heizung nicht einfach abstellen. Sinnvoll kann hier eine zusätzliche Steuerung für die Warmwasserzirkulation sein. Lesen Sie auch unsere "Tipps zum Heizkosten sparen".

Rollos, Jalousien, Gardinen – Was ist sinnvoll?

Besonders viel Hitze dringt durch Balkontür, Fenster und Dachfenster ein. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Sonnenstrahlen abzuwehren. Grundsätzlich gilt: Wenn möglich, den Sonnenschutz außen anbringen. So gelangt die Wärme gar nicht erst in den Raum!

Grundsätzlich gilt: Wenn möglich, den Sonnenschutz außen anbringen.

Sie können den Sonnenschutz nur innen anbringen? Achten Sie auf Systeme mit weißen oder reflektierenden Oberflächen mit geringer Transparenz. Je höher die Reflexion, desto besser ist der Schutz gegen Überhitzung. Tipp für besonders Eilige: Hängen Sie ein weißes Tuch außen vor das Fenster.

Innenliegender Sonnenschutz

Die einfachste Lösung für Ihr Zuhause: Zugezogene Gardinen. Aber: sie müssen die bereits in die Wohnung eingedrungene Sonnenstrahlung nach außen reflektieren und daher kein Hitzeschutz. Je nach Stoff und Größe bieten sie nur einen optimalen Sichtschutz und schützen vor Licht.

Weitere, einfache Möglichkeiten sind im Raum angebrachte Rollos, Plissees, Lamellen und Faltstores. Hier gibt es eine große Auswahl zu günstigen Preisen. Ein Vorteil ist ihre leichte Montage. Aber: Auch sie müssen bereits eingedrungene Sonnenstrahlung reflektieren. Ihre Wirksamkeit ist beschränkt!

Außenliegender Sonnenschutz

Markisen und Sonnensegel werden außen als Sonnenschutz montiert. Sie sind meist teuer und wind- sowie schmutzanfällig. Außerdem verändern Sie die Optik des Hauses. Als Mieter müssen Sie Ihren Vermieter vor der Montage nach Erlaubnis fragen.

Ideal als Hitzeschutz sind außenliegende Raffstores oder Rollläden. Diese lassen sich manchmal nachträglich anbringen – auch hier muss der Vermieter entscheiden. Raffstores haben den Vorteil, dass die Lamellen gleichzeitig zum Sonnenschutz noch einen Ausblick nach draußen zulassen. Herunter gelassene Rollläden dagegen verhindern den Blick nach draußen. Rollläden können dafür zusätzlich vor Einbrechern und im Winter etwas vor unerwünschten Wärmeverlusten schützen. Besonders effektiv sind Raffstores oder Rollläden in Verbindung mit einer automatischen Steuerung durch Licht-, Temperatur- und Wettersensoren.

Sonnenschutzfolien halten das Licht draußen

Sonnenschutzfolien sind ein günstiger Sonnenschutz. Sie werden von außen auf das Glas des Fensters angebracht – das kann etwas mühsam sein. Problematisch: Die Folien sind unterschiedlich stark getönt und halten so auch das sichtbare Licht ab. Das bedeutet: Sie müssen bei Dämmerung früher das Licht einschalten. Weil aber auch die zusätzliche Wärme durch die Sonne draußen bleibt, müssen Sie im Winter etwas mehr heizen.

Lohnt sich ein Ventilator oder Klimagerät?

Ventilator vor blauem Himmel mit Sonne

Ventilatoren sorgen für eine angenehme Kühlung

Ihnen fehlt ein frischer Windzug? Ventilatoren sind eine gute Alternative zu teuren Klimageräten und sorgen für eine angenehme Abkühlung. Denn: bewegte Luft fühlt sich kühler an als stehende Luft – 30°C sind plötzlich gar nicht so schlimm. Ventilatoren gibt es schon ab 20 Euro – somit sind sie wesentlich günstiger als eine Klimaanlage. Die Stromkosten fallen ebenfalls gering aus: 5 bis 10 Euro pro Jahr (bei circa 500 Betriebsstunden). Wichtig: Achten Sie beim Kauf auf die Lautstärke des Geräts.

Klimageräte haben mehrere Schattenseiten: Sie kühlen häufig weniger als erwartet, treiben Ihre Stromkosten in die Höhe und sind in der Anschaffung teuer. Überlegen Sie sich den Kauf gut.

Was Sie beim Kauf eines Klimageräts beachten sollten

Bei Raumklimageräten gibt es zwei unterschiedliche Modelle: die sogenannten „Monoblöcke“ oder Kompaktgeräte und die Splitgeräte.

Monoblöcke: Schlauch im Fenster

Monoblock-Modelle sind kompakte Anlagen und können überall per Netzstecker angeschlossen werden. Sie sind im Baumarkt oder Elektrofachmarkt erhältlich und kosten zum Teil über 1000 Euro.

So funktionieren sie: Am Wunschort aufgestellt, wird der Abluftschlauch durch einen Fenster- oder Türspalt gesteckt – die Wärme wird so nach draußen gepustet. Der Nachteil: Durch das offene Fenster strömt ständig neue warme Luft nach. Insbesondere bei großen Zimmern, Räumen mit direkter Sonneneinstrahlung oder bei schlecht gedämmten Dachgeschosswohnungen haben die kleinen Geräte Schwierigkeiten, ausreichend zu kühlen. Um einen Raum von 14 Quadratmetern von 35 auf 25 Grad Celsius zu kühlen, brauchen die Geräte laut Stiftung Warentest  circa 45 bis 106 Minuten. Ein weiterer Nachteil: Die Betriebsgeräusche von Kompressor und Lüfter sind laut und können den Schlaf stören.

Nicht zuletzt verbrauchen Monoblöcke viel Strom: In 10 Jahren müssen Sie laut Stiftung Warentest mit etwa 600 bis 1000 Euro Stromkosten zusätzlich rechnen. Es kann eine hohe Nachzahlung bei der jährlichen Stromabrechnung drohen!

Split-Klimageräte: Der Handwerker muss kommen

Splitgeräte können Sie nicht einfach kaufen und anschließen. Sie dürfen nur von Fachpersonen installiert werden, da sie nicht ungefährliche Kältemittel enthalten. Als Mieter brauchen Sie außerdem eine Erlaubnis von Ihrer Vermieterin oder Ihrem Vermieter, da für die Installation ein Loch in die Wand gebohrt werden muss. Durch dieses wird der Verbindungsschlauch – für Strom und Kältemittel – gesteckt. Er ist mit einem außen angebrachten Kompressor verbunden. Dieser Kompressor macht einen ersten Nachteil aus: Da der lärmende Kompressor im Außenbereich angebracht ist, können sich Nachbarn gestört fühlen.

Split-Klimageräte kühlen schneller als Monoblöcke. Sie sind auch etwas effizienter und verbrauchen für die gleiche Kühlleistung weniger Strom. Das beste Gerät kühlt laut Stiftung Warentest einen 14 Quadratmeter großen Testraum in weniger als 10 Minuten von 35 auf 25 Grad Celsius. Ein Split-Klimagerät kostet laut Stiftung Warentest bis zu 2800 Euro. Dazu kommen die Kosten für die Installation durch das Fachpersonal. Und Sie haben auch hier zusätzliche Stromkosten: Die Stiftung Warentest rechnet mit etwa 300 bis 650 zusätzlichen Euro in 10 Jahren.

Darauf sollten Sie beim Kauf einer Klimaanlage achten

Der wichtigste Aspekt ist die Kühlleistung. Je geringer diese ist, desto mehr Zeit und Strom braucht das Gerät, um einen Raum abzukühlen. Um die passende Kühlleistung zu berechnen, sollten Sie folgende Faktoren abschätzen: Raum- und Fenstergröße, Zustand der Außenwände, Lage der Räume, mögliche Wärmequellen (Menschen, Geräte, Licht), bereits vorhandener Sonnenschutz. Fragen Sie am besten eine qualifizierte Fachkraft.

Energielabel Klimagerät

Auch wichtig: das Energielabel. Es gibt die Energieeffizienzklassen A++ (sehr gut) bis D (sehr schlecht). Diese Klasse sagt jedoch nichts über den absoluten Stromverbrauch. Sie beschreibt nur die Effizienz des Klimagerätes. Der Stromverbrauch in kW ist separat angegeben: links für den Kühlbetrieb und rechts für den Heizbetrieb. Seit 2014 dürfen in der EU keine Geräte mehr verkauft werden, die im Kühlbetrieb (linke Spalte im Label) nicht mindestens die Klasse B erfüllen. Unten links auf dem Energielabel  finden Sie außerdem die Angabe zur Geräuschentwicklung.

Verlassen Sie sich aber nicht nur auf das Energielabel. Lesen Sie auch unabhängige Produkttests, zum Beispiel von der Stiftung Warentest. Sie prüft regelmäßig Raumklimageräte: "Klimageräte im Test: Monoblock oder Splitgerät – was kühlt besser?".

Tipps für die Nutzung von Klimageräten

Schalten Sie die Klimaanlage nur bei Bedarf ein, zum Beispiel einige Zeit vor dem Schlafengehen. Nachts ist es ratsam, das Gerät komplett auszuschalten und stattdessen mit geöffneten Fenstern zu kühlen. Ein zusätzlicher Sonnenschutz kann die Laufzeit weiter reduzieren, um Stromkosten zu sparen. Achten Sie auch darauf, Ihr Gerät regelmäßig zu warten, das Kondenswasser regelmäßig zu entfernen sowie Verdampfer und Filter zu reinigen.

Kann das Klimagerät im Winter heizen? Ja, aber sinnvoll ist es nicht: Ihre normale Heizung arbeitet viel effizienter und günstiger.

Wärmedämmung im Sommer

Dämmung: Hilft auch im Sommer

In Ihren Räumen ist es trotzdem heiß? Wohnen Sie im Dachgeschoss? Bei schlecht gedämmten Dächern kann Hitze besonders schnell eindringen. Eine Wärmedämmung kann helfen: Sie verringert die Wärmeleitung ins Gebäudeinnere. Zusammen mit der richtigen Lüftung wirkt sie sich günstig auf das Raumklima aus. Informieren Sie sich zu weiteren Hitzeschutz-Maßnahmen bei einer energetischen Modernisierung: "Hitzeschutz bei Bau und Sanierung mitdenken".