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Umzug: Die Rechte der Telefon- und Internetkunden

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Wer umzieht, der kann seine Verträge - ganz gleich ob Festnetz, Internet oder Mobilfunk - ohne Änderung der Laufzeit oder sonstiger Vereinbarungen an den neuen Wohnort mitnehmen. Vorausgesetzt, der Anbieter bietet die vereinbarte Leistung auch dort an.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ziehen Sie um, können Sie Ihren Telefon- und Internetvertrag in der Regel unverändert weiterführen. Ihr Anbieter muss die Leistung am neuen Wohnort genauso erbringen, wie dies auch am alten Wohnort vertraglich vorgesehen war.
  • Kann Ihr Anbieter die vereinbarte Leistung an Ihrem neuen Wohnort nicht erbringen, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Sie können den Vertrag unter Einhaltung einer Frist von 3 Monaten zum Ende des Kalendermonats kündigen.
  • Kontaktieren Sie Ihren Anbieter bei geplantem Umzug rechtzeitig, um die Möglichkeiten einer Mitnahme des Telefon- oder Internetanschlusses abzuklären.
Umzugskarton mit Schlüssel
Off

Damit der Umzug entspannt über die Bühne geht, sollten Kunden folgende Tipps beachten:

Rechtzeitig kümmern

Im ersten Schritt sollten Kunden den Anbieter über den Termin des Umzugs informieren und sich erkundigen, ob eine Mitnahme des Telefon- oder Internetanschlusses möglich ist. Für die Antwort ist eine dreiwöchige Frist ratsam. Kann der Anbieter den Vertrag nicht weiter erfüllen, darf gekündigt werden. Senden Sie Ihre schriftliche Kündigung am besten per Einwurfeinschreiben und über Ihren Kunden-Login/per E-Mail mit angehängtem Brief und Unterschrift.

Andernfalls können Kunden die Umschaltung der Anschlüsse am Umzugstag beantragen. Dabei helfen einige Firmen mit Formularen, die es per Internet zum Download gibt.

Ganz oder gar nicht

Der Anbieter muss die Leistung am neuen Wohnort genau so erbringen, wie dies auch am alten Wohnort vertraglich vorgesehen war. Dazu gehört zum Beispiel auch die Übertragungsrate der Internetverbindung. Wird die vereinbarte Mindestgeschwindigkeit am neuen Wohnort unterschritten, hat der Kunde ein Kündigungsrecht und muss sich nicht mit der Einstufung in einen anderen Tarif einverstanden erklären. Auch die Vertragslaufzeit bleibt von einem Umzug unberührt. Die bisher übliche Praxis der Anbieter, bei Umzug automatisch eine neue 24-monatige Laufzeit in Gang zu setzen, ist damit passé.

Rufnummernportierung

Nur wenn sich die Ortsvorwahl nicht ändert, können Kunden die alte Telefonnummer mitnehmen (portieren). Dies ist unabhängig davon, ob der alte Vertrag weiter gilt oder der Anbieter gewechselt wird. Anders verhält es sich bei Mobilfunknummern. Diese sind ortsunabhängig und können auch an den neuen Wohnort portiert werden, selbst wenn ein Kunde zum Anbieterwechsel gezwungen ist.

Umzug ins Ausland

Die neuen Regeln gelten auch beim Umzug ins Ausland. Da hiesige Firmen nur im Inland ein eigenes Mobilfunknetz betreiben und bei Auslandsgesprächen die Netze der dortigen Anbieter nutzen (Roaming), dürfte regelmäßig die außerordentliche Kündigung greifen.

Bei Bedarf kürzere Laufzeit wählen

Wer absehen kann, dass er vor Ablauf von zwei Jahren an einen anderen Wohnort verschlagen wird, kann dies bereits bei der Anbieter- und Tarifwahl berücksichtigen. Anbieter sind verpflichtet, auch Verträge mit einer Mindestlaufzeit von zwölf Monaten anzubieten. Einige erlauben sogar eine monatliche Kündigung. Allerdings: Kürzer laufende Angebote sind oft mit höheren Grundkosten verbunden, oder es entfallen Subventionen auf Router oder Mobiltelefon. Dafür bleiben Kunden flexibler und sparen sich bei einem Umzug die Zahlung der Grundkosten über weitere drei Monate.

Sonderkündigungsrecht

Wird die Leistung am neuen Wohnsitz nicht angeboten, können Verbraucher den Vertrag unter Einhaltung einer Frist von 3 Monaten zum Ende des Kalendermonats kündigen. Hierbei ist jedoch folgendes zu beachten: Diese 3-monatige Frist beginnt nach aktueller Rechtsprechung erst mit dem tatsächlichen Umzug.

Dies bedeutet: Auch wenn Verbraucher z. B. bereits 6 Monate vor dem Umzug zum Umzugstermin  kündigen,  müssen sie grundsätzlich noch 3 Monate nach dem Auszug ihren Anschluss bezahlen, auch wenn sie die vertragliche Leistung nicht mehr in Anspruch nehmen können. Dies soll dem Interessenausgleich zwischen Anbietern und Verbrauchern dienen, und der Anbieter soll einen Ausgleich für seine Aufwendungen erhalten.