Vergleichsportale: Fiese Falle oder guter Service?

Pressemitteilung vom
  • Verbraucherzentralen stellen Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage zur Nutzung von Vergleichsportalen vor
  • Häufig: Nicht eingelöste Werbeversprechen und mangelnder Service nach Vertragsabschluss
  • Wer Kenntnis über Fallstricke der Portale hat, kann sie sicher nutzen und passende Angebote finden
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Mit wenigen Klicks erfahren, welcher Anbieter den attraktivsten Tarif für Kredit, Versicherung, Mobilfunk, Hotel oder Stromversorgung anbietet? Genau damit werben Vergleichsportale im Internet. Ende November steht für viele die Frage nach einem Wechsel der KFZ-Versicherung an. Bieten die Portale tatsächlich schnelle Hilfe und einen guten Marktüberblick? Die Verbraucherzentralen haben dazu bundesweit tausend Nutzerinnen und Nutzer befragt.

Bei genauerer Betrachtung des Geschäftsmodells „Vergleichsportal“ zeigt sich: Die Portale sind meist weder neutral, noch handeln sie uneigennützig. „Der vermeintlich kostenfreie Vergleich wird mehrheitlich durch die Provisionen der Anbieter für Vertragsabschlüsse finanziert“, so Thomas Mai, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen. „Die Portale verdienen nur, wenn über sie auch Verträge abgeschlossen werden. Und das am besten bei dem Anbieter, der die höchste Provision zahlt“, so Thomas Mai. Die Anbieter wiederum stehen unter dem Druck, auf einem der ersten Plätze des Vergleichs erscheinen zu müssen – wer weiter unten im Ranking auftaucht, hat kaum Chancen auf neue Kunden. Ein Geschäftsmodell voller Fehlanreiz, das zu Intransparenz und falschen Versprechungen einlädt.


Beschwerden über Kosten und Erreichbarkeit

Die Verbraucherzentrale Bremen erreichen immer wieder Beschwerden von Verbraucherinnen und Verbrauchern, die im Nachhinein enttäuscht sind vom geschlossenen Vertrag, beispielsweise wenn sie die versprochenen Prämien oder Boni nicht erhalten, später von Zusatzkosten überrascht werden oder bei Vertragsproblemen allein gelassen werden.


Versicherungstarife und Energieverträge Spitzenreiter

Am häufigsten verglichen die Befragten mit 72 Prozent Versicherungstarife, gefolgt von rund 70 Prozent, die die Tarife von Energieversorgern prüften. In ihren Erwartungen an Vergleichsportale waren sich die Befragten über alle Altersklassen hinweg weitgehend einig: 96 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer war das beste Preis-Leistungsverhältnis „wichtig“ beziehungsweise „eher wichtig“. Auch eine einfache Nutzbarkeit des Portals sowie Übersichtlichkeit aller Angebote ist den Verbraucherinnen und Verbrauchern wichtig. 
Unabhängig davon, welche Aspekte am Ende den Ausschlag für die Wahl eines bestimmten Angebots geben: Die Befragten schlossen die Verträge für eine neue Versicherung zumeist direkt über das Vergleichsportal (61 Prozent).
Werbeversprechen wurden nach den Angaben der Nutzerinnen und Nutzer meist eingehalten. Allerdings wurde nur nach Vertragsabschlüssen der letzten zwölf Monaten gefragt. Bei Verträgen mit Energieversorgern entstehen steigende Kosten durch wegfallende Neukundenboni allerdings in der Regel erst nach dem ersten Vertragsjahr. Und manch einer mag erst im Versicherungsfall bemerken, dass der gewählte Versicherungstarif wichtige Leistungen nicht enthält.


Marktmacht der Vergleichsportale groß

Die Marktmacht von Vergleichsportalen ist enorm, denn sie werden von vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern genutzt. „Allerdings ist es wichtig, die Tricks und Fallstricke zu kennen und die richtigen Voreinstellungen vorzunehmen“, erklärt Thomas Mai. Informationen zu Versicherungen und Energieversorgern sowie zum sicheren Umgang mit Vergleichsportalen gäbe auf der Webseite der Verbraucherzentrale Bremen. „Zudem bieten wir als Verbraucherzentrale Bremen anbieterunabhängige und fundierte Beratung zu den Themen Versicherungen, Finanzen und Energie an“, so der Experte.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

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