Erste Bilanz von inkasso-check.de

Pressemitteilung vom

•    Rund 100.000 Besucher seit Februar 2018 auf inkasso-check.de.
•    Mehr als 40.000 Nutzer haben sich bis zum Ende des Formulars geklickt.
•    Jede fünfte Forderung, laut der Angaben, unberechtigt.

Inkasso-Check Verbraucherzentrale Bremen
Inkasso-Check
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Rund 100.000 Besucher haben den Verbraucherzentralen-Service inkasso-check.de seit seiner Freischaltung im Februar 2018 aufgerufen, mehr als 40.000 Nutzer haben sich bis zum Schluss durchgeklickt. Ihren Angaben zufolge ist jede fünfte Forderung gänzlich unberechtigt. Fordert das Inkassobüro auch Inkassogebühren, sind diese in fast allen Fällen deutlich höher, als die Verbraucherzentrale sie für gerechtfertigt hält.

Über 20 % der Inkassoforderungen stuft der Inkasso-Check auf Basis der Nutzerangaben als unberechtigt ein. In fast allen Fällen, in denen Nutzer Inkassogebühren zahlen sollen, liegen diese über dem Bereich, den Verbraucherschützer für gerechtfertigt halten. Zwar dürfen Inkassobüros Gebühren bis zu der Höhe verlangen, die für Rechtsanwälte gilt. In den meisten im Inkasso-Check eingegebenen Fällen rechnen sie für einfache Standardschreiben jedoch mehr ab, als ein Anwalt für eine durchschnittlich aufwändige juristische Prüfung verlangen darf.

Erste Bilanz wird heute dem Justizministerium vorgestellt
Dr. Christian A. Rumpke, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB), stellte die erste Bilanz von inkasso-check.de am heutigen Dienstag im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz vor.
Rumpke fordert eine effektivere Aufsicht über Inkassounternehmen und eine Deckelung der Kosten, die Inkassobüros verlangen dürfen. „Es kann nicht sein, dass für einfache Vorgänge dasselbe verlangt werden darf, das ein Anwalt für eine juristische Prüfung ansetzt“, so der Verbraucherschützer.

Online-Tool zur kostenlosen Überprüfung
Zahlungsaufforderungen durch Inkassounternehmen setzen die Empfänger oft unter großen Druck. Unseriöse Unternehmen stellen häufig überhöhte, unverständliche oder gar völlig frei erfundene Forderungen aus und drohen nicht selten mit Lohn- und Gehaltspfändung oder sonstiger Zwangsvollstreckung. Mit finanzieller Unterstützung des BMJV haben die Verbraucherzentralen deshalb ein Online-Tool entwickelt: Seit Februar 2018 können Betroffene ihre Inkassoforderung auf www.inkasso-check.de kostenlos überprüfen. Dabei erhalten sie eine rechtliche Ersteinschätzung, ob sie überhaupt bezahlen müssen und falls ja, ob die volle Höhe der Kosten fällig ist. Möchten Verbraucher dem Inkassounternehmen widersprechen, können sie mit dem Tool den passenden Brief an das Unternehmen erstellen.
 

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