2016 - Verbraucherzentrale zieht gemischte Bilanz

Pressemitteilung vom
Mehr als 19.300 Beratungen führte die Verbraucherzentrale Bremen im Jahr 2016 durch, "das bedeutet eine Steigerung von sechs Prozent", freut sich Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen.

Mehr als 19.300 Beratungen führte die Verbraucherzentrale Bremen im Jahr 2016 durch, "das bedeutet eine Steigerung von sechs Prozent", freut sich Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen.

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  • Großer Beratungsbedarf: "ewiges" Widerrufsrecht endete
  • Projekt für Migranten: zweite Phase gestartet
  • Das neue Verbrauchercafé: toller Start

Zudem informierten sich über 303.000 Besucherinnen und Besucher sich auf www.verbraucherzentrale-bremen.de über die Themen und zahlreichen Beratungsangebote.

Der "ewige" Widerruf ist Geschichte

Eine einzigartige Sonderregel besagte, dass Immobiliar-Verbraucherdarlehensverträge, die zwischen November 2002 und Juli 2010 abgeschlossen wurden, zeitlich unbegrenzt widerrufen werden konnten. Und das war gut so! Denn bei der Überprüfung von über 5.000 Verträgen beanstandete die Verbraucherzentrale in den vergangenen Jahren mehr als 80 Prozent. Der Grund waren Widerrufsbelehrungen, die nicht korrekt waren. Doch nun mussten Ratsuchende sich sputen, denn die Bundesregierung beendete mit einer sehr kurzen Auslauffrist das "ewige" Widerrufsrecht am 21. Juni 2016. Seitdem gibt es keine Möglichkeit mehr für einen Widerruf, selbst wenn die Darlehensgeber falsch über die Bedingungen des Widerrufsrechtes informieren. Einzige Ausnahme: Wenn Geldinstitute überhaupt nicht über das Widerrufsrecht informiert haben. 258 Verbraucherinnen und Verbraucher ließen ihre Verträge noch "kurz vor Schluss" von der Verbraucherzentrale überprüfen. "Da haben die Lobbyisten der Banken und Sparkassen ganze Arbeit geleistet, und zwar zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher, ärgerte uns ganz besonders die kurze Auflauffrist", sagt Oelmann.

Projekt "Migranten und Verbraucherschutz in digitalen Märkten II"

Digitale Märkte können schon für deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher tückisch sein, und das gilt erst recht für Migrantinnen und Migranten. "Deshalb freuen wir uns, dass wir mit der zweiten Phase starten konnten", unterstreicht Oelmann. Das Projekt wird vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert und richtet sich an Menschen mit türkischem und russischem Migrationshintergrund. Es soll herausfinden, wie sich Online-Anbieter im Bereich Telekommunikation und Onlineverkäufe von Lebensmitteln und Reisen an diese Zielgruppen wenden und ob sie sich an geltende Gesetze und Datenschutzvorschriften halten.

Zum Schluss etwas Neues: das verbrauchercafé

Die "Eröffnung" eines Verbrauchercafés bietet Interessierten die Möglichkeit, sich lockerer Runde über verschiedene Themen zu informieren. Bei Kaffee und Tee klären Fachleute der Verbraucherzentrale kostenlos Fragen, beispielsweise zu nachhaltigen Geldanlagen, Abzocke im Internet, Nahrungsergänzungsmitteln oder Wärmedämmung. Da keine Anmeldung erforderlich ist, lautet die spannende Frage immer vorher: Wie viele kommen wohl heute? Manchmal ist die Überraschung groß. So erlebten die Kolleginnen und Kollegen in Bremerhaven schon einen solchen Andrang, dass sie kurzerhand in die Räume der Arbeitnehmerkammer ausweichen mussten. "Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht" war das Thema, über das sich mehr als 80 Menschen informieren wollten. Top 1 war jedoch die Veranstaltung "Ärger mit dem Arzt", zu der sogar 120 Interessierte kamen. Auch hier erwies sich die Arbeitnehmerkammer als Retterin in der Not. "Ein herzliches Dankeschön an die Arbeitnehmerkammer für die spontane Hilfsbereitschaft, sonst hätten wir wohl mit den vielen Menschen auf die Straße gehen müssen", so Annabel Oelmann.

Der komplette Jahresbericht der Verbraucherzentrale Bremen steht für Sie zum Download bereit.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
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