Neue Regelungen für Acrylamid

Pressemitteilung vom
  • Acrylamid erhöht das Krebsrisiko
  • Gehalte in Lebensmitteln müssen weiter gesenkt werden
  • Belastete Produkte möglichst selten verzehren
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Pommes, Chips, Knäckebrot, Kaffee, Kekse und andere Lebensmittel enthalten Acrylamid. Der Stoff bildet sich unter hohen Temperaturen beim Backen oder Frittieren von stärkehaltigen Lebensmitteln. Er erhöht das Krebsrisiko für Verbraucherinnen und Verbraucher. Eine neue EU-Verordnung soll für mehr Sicherheit sorgen.
Hersteller, die stärkehaltigen Lebensmittel produzieren, müssen künftig dafür sorgen, dass die Acrylamidgehalte unter den in der Verordnung festgelegten Richtwerten bleiben.

Wie entsteht Acrylamid?

Acrylamid kann sich bilden, wenn kohlenhydratreiche Lebensmittel stark erhitzt werden. Beim Kochen in Wasser passiert das nicht, weil die Temperatur zu niedrig ist. „Werden aber aus Kartoffeln Pommes oder Chips, entstehen beim Frittieren sehr viel höhere Temperaturen. Ab 150 Grad Celsius bildet sich die gefährliche Substanz und steigt ab 170, 180 Grad Celsius sprunghaft an“, sagt Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen. Doch nicht nur Frittieren ist riskant, auch im heimischen oder industriellen Backofen werden solche oder sogar noch höhere Temperaturen erreicht.

Bemühung um Senkung der Acrylamidgehalte 

„Die Entstehung und die Risiken von Acrylamid sind seit Jahren bekannt. Schon lange bemühen sich Politik und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland und europaweit im Rahmen eines Minimierungskonzepts, die Belastung in Lebensmitteln zu verringern“, so Oelmann weiter. Innerhalb dieses Konzeptes wurden verschiedene Warengruppen, die mit Acrylamid belastet sind, erfasst und überwacht. Maßnahmen zur Senkung des Acrylamidgehalts in Lebensmitteln sind seit dem 11. April 2018 in einer EU-Verordnung vorgeschrieben. Geht aus Untersuchungen hervor, dass der Acrylamidgehalt eines Lebensmittels über dem Richtwert liegt, so soll der Lebensmittelmittelunternehmer umgehend für eine Senkung der Gehalte sorgen.

Forderung der Verbraucherzentrale Bremen

„Die Acrylamidbelastung muss weiter verringert werden, vor allem bei hoch belasteten Warengruppen“, sagt Oelmann. Deshalb sind die Hersteller von Lebensmitteln gefordert, gewissenhaft Vorkehrungen zur Reduzierung zu treffen und entsprechende Minimierungsmaßnahmen umzusetzen. Weiterhin sind entsprechende Richtwerte kontinuierlich und langfristig zu senken.

Empfehlungen für Verbraucherinnen und Verbraucher

„Insbesondere Kinder können bei einer einseitigen Ernährung mit vielen Pommes und Chips schnell höhere Mengen an Acrylamid aufnehmen. Der Grund dafür ist das ungünstige Verhältnis zwischen Körpergewicht und verzehrter Menge insbesondere von Pommes und Chips“, warnt Oelmann.

Höher belastete Produkte wie Kaffeeersatz, Pommes, Kartoffelchips, oder Lebkuchen möglichst selten verzehren. „Pommes und Chips zählen ohnehin nicht zu den ernährungsphysiologisch sinnvollen Produkten, da sie meist sehr kalorienreich sind, viel Fett und Salz aber kaum Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Es ist grundsätzlich empfehlenswert, sich ausgewogen zu ernähren und die Zubereitung der Speisen abwechslungsreich zu gestalten“ sagt Regina Aschmann, Lebensmittelexpertin bei der Verbraucherzentrale Bremen.

Müslis und ähnliche Getreideprodukte sind ebenfalls bei Kindern heiß begehrt. Werden diese jedoch aus geröstetem Getreide hergestellt, kann der Acrylamidgehalt in die Höhe schnellen. Zudem enthalten sie oft sehr viel Zucker und damit Kalorien. Stellen Sie Ihrem Kind ein Müsli selbst zusammen und. kaufen Sie Getreideprodukte, wie Vollkornflocken, ohne geröstete Bestandteile.

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