Glühwein - Überraschung in der Flasche

Pressemitteilung vom

Marktcheck der Verbraucherzentrale Bremen: Nur zwei von zwölf Herstellern geben freiwillig an, was drin ist.
Glühwein ist jedes Jahr zur Weihnachtszeit ein beliebtes Getränk. Doch wann darf er sich so nennen, was gehört rein und erkennt man die Zutaten? 

  • Glühwein muss kein Zutatenverzeichnis haben
  • Häufig wird qualitativ minderwertiger Wein mit viel Zucker und Aromen überlagert
  • Glühwein selber machen - wissen, was drin ist
     
Glühwein Glas Deko Verbraucherzentrale Bremen
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Alle Jahre wieder ist er eines der beliebtesten Getränke in der Weihnachtszeit, besonders auf dem Weihnachtsmarkt - der Glühwein. Die Deutschen trinken jährlich um die 50 Millionen Liter Glühwein. Meist handelt es sich um günstigeren Wein, der so nicht getrunken werden würde. Mit reichlich Zucker und Aromen schmeckt er den vielen Gästen auf den Märkten offenbar gut.

Hier geht es direkt zum Marktcheck.

Glühwein ist eines der beliebtesten Weihnachtsgetränke, jährlich werden ca. 50 Millionen Liter getrunken. Ob auf dem Weihnachtsmarkt oder selber aufgewärmt - ein Genuss. Doch was steckt eigentlich drin?
„Für Glühwein ist die Angabe einer Zutatenliste nicht vorgeschrieben, es muss nur auf Allergene wie Sulfite hingewiesen werden“, erklärt Sonja Pannenbecker, Referentin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Bremen. Im Allgemeinen besteht er aber aus drei Hauptzutaten: Wein, Zucker und Gewürzen. Der Wein kann rot oder weiß sein, doch welche Rebsorte in der Flasche drinsteckt und woher der Wein kommt, erfährt der Verbraucher meist nicht. Der Zuckeranteil ist je nach Qualität des Grundweines auch leicht mal höher. Je mehr Zucker enthalten ist, desto schneller geht der Alkohol ins Blut. Das Problem ist, dass es durch die Wärme kaum auffällt, wenn kräftig nachgeholfen wurde. An dritter Stelle kommen die Zutaten, die den weihnachtlichen Geschmack ausmachen: die Gewürze - oder doch nicht? Es können echte Gewürze oder Extrakte aus beispielsweise Zimt, Sternanis und Gewürznelken, oder auch nur Aromen verwendet werden. Was also wirklich in der Flasche ist, ist in den meisten Fällen nicht zu erkennen.
„Unser Marktcheck ergab, dass nur zwei von zwölf Glühweinen freiwillig eine Zutatenliste auf dem Etikett hatten. Wenn auf der Flasche nichts steht, lohnt sich ein Blick auf die Homepage der Läden, dort werden die Zutatenlisten teilweise veröffentlicht“, so Pannenbecker.

 

Was muss auf dem Weihnachtsmarkt gekennzeichnet werden?
• Kennzeichnung der Verwendung von Schwefel (Sulfit) muss am Stand sichtbar stehen.
• Allergene müssen nicht sichtbar gekennzeichnet sein, aber auf Nachfrage genannt werden, dazu gehören Schwefeldioxid / Sulfit, Milch, Ei und Nüsse.
• Die Nennung „Winzerglühwein“ muss rechtlich stimmen. Der Glühwein muss tatsächlich aus dem Betrieb stammen und dort hergestellt werden.
• „Glühwein mit Schuss“ oder ähnliches müsste Punsch genannt werden.

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