Gemüse des Monats – Winterportulak: Von Kopf bis Fuß essbar

Pressemitteilung vom
  • Winterportulak enthält im Gegensatz zu vielen anderen Salatsorten wenig Nitrat
  • Von Kopf bis Fuß ist er vollständig essbar
  • Den Winterportulak bei der Ernte nicht zu tief abschneiden, dann treibt er wieder aus
     
Von Kopf bis Fuß essbar - Portulak auch Postelein genannt
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Saisonal, regional und trotzdem abwechslungsreich essen – im März nicht so leicht. Deshalb stellt die Verbraucherzentrale Bremen diesmal den eher unbekannten Winterportulak als aktuelles Gemüse des Monats vor, der als Salat oder gekocht verwendet werden kann. 

Winterportulak, auch bekannt unter den Namen Postelein, Kuba-Spinat oder gewöhnliches Tellerkraut ist eine einjährige, winterharte Pflanze. Er wird von September bis März ausgesät, da seine Samen zur Auskeimung Temperaturen unter 12 °C benötigen. Ursprünglich stammt der Winterportulak aus dem Westen Nordamerikas, von wo aus er Mitte des 18. Jahrhunderts nach Westeuropa kam. Er ist jedoch nicht mit dem Sommer-Portulak zu verwechseln! Dieser wächst, wie der Namen schon sagt, in der warmen Jahreszeit. Die Blattgemüse sind botanisch nicht miteinander verwandt, aber beide essbar. 

Die Bezeichnung Tellerkraut sagt viel über sein Aussehen. Die fleischigen Blätter, die an den Enden der 10-30 cm langen, dünnen Stiele wachsen, sehen aus wie Teller oder kleine Schüsselchen. In ihrer Mitte wachsen im Frühjahr kleine, zarte, weiße Blüten. Blätter, Stiele, Blüten und die Wurzeln sind essbar. „Die jungen, frisch-säuerlich schmeckenden Blätter eignen sich gut als Rohkost, in Kombination mit anderen Blattsalaten oder als dekoratives Topping. Sind sie etwas älter, schmecken sie gekocht besser“, rät Sonja Pannenbecker, Referentin für Lebensmittel und Ernährung von der Verbraucherzentrale Bremen. Der Geschmack ist dann dem von Spinat ähnlich. Wird die Wurzel mitgegessen, sollte diese kurz gekocht werden. 

Nitrat im Salat?

Der Winterportulak liefert vor allem nennenswerte Mengen an Vitamin C, Magnesium, Kalzium und Eisen. „Darüber hinaus ist er eine gute Wahl, da er – anders als viele Blattgemüse – nur wenig Nitrat enthält. Nitrat selbst ist unbedenklich. Es wandelt sich aber während der Verdauung und auch schon im Lebensmittel selbst durch Bakterien in das gesundheitlich problematische Nitrit um“, so Sonja Pannenbecker. Für Nitrat in Lebensmitteln gibt es daher auch gesetzlich festgeschriebene Höchstgehalte. 

Nachwachsende Salatpracht im Balkonkasten

Wer in seiner Winterküche mit dem relativ unbekannten Winterportulak experimentieren möchte, findet es in Bioläden, auf dem Wochenmarkt oder auch in sehr gut sortierten Supermärkten. Und vielleicht wächst er bereits unbemerkt als vermeintliches Unkraut im Garten? Auch Menschen ohne besonders grünen Daumen können das dekorative Gemüse selbst aussäen – und zwar das ganze Jahr über. Die Freude daran bleibt nicht nur Gartenbesitzern vorbehalten, denn hierzu reicht schon ein Balkonkasten. Nach sechs bis acht Wochen ist er soweit gewachsen, dass er geerntet werden kann. „Wird der Winterportulak nicht zu tief abgeschnitten, wächst er wieder nach. Auf diese Weise kann er über den Winter sogar mehrfach geerntet werden“, empfiehlt Sonja Pannenbecker. Im Kühlschrank ist der Winterportulak etwa vier bis sechs Tage haltbar – am besten mit einem feuchten Tuch abgedeckt in eine Schüssel legen. 

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