Earthday – und wie isst du?

Pressemitteilung vom
  • Jeder Mensch kann etwas dazu beitragen, unsere Erde zu erhalten
  • Unsere Ernährung hat einen großen Effekt auf die Entwicklung des Klimas 
  • Wer weniger tierische Lebensmittel isst, verkleinert den ökologischen Fußabdruck
Erde aus dem Weltall aufgenommen
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Deutschland richtet seinen Blick an diesem Tag auf das Thema Ernährung - „Jeder Bissen zählt“. Gibt es zum Mittagessen Fleisch mit Frühkartoffeln aus Ägypten, Spargel aus Folienanbau und anschließend eingeflogenen Erdbeeren – oder Linsen mit Nudeln und einer selbstgemachten Kräutersauce? „Das macht einen großen Unterschied im CO2-Ausstoß, dem Wasserverbrauch, sowie der benötigten Fläche und damit einhergehend der Biodiversität – also der Vielfalt an Pflanzen und Tieren“, erklärt Annabel Dierks, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bremen.

Der Earthday thematisiert die Auswirkungen der Ernährung auf die Erde. Wie eine Befragung für den Fleischatlas zeigte, möchten besonders jüngere Personen aktiv ihren Teil zu einer besseren Zukunft beitragen. In der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen essen überdurchschnittlich viele Menschen kein Fleisch. Nicht nur in dieser Studie, auch in anderen Erhebungen wurde erfasst, dass nur wenige Menschen die aktuelle Form der Tierhaltung gut finden.

Planetary health diet

Diesen Ansatz greift auch die „Planetary Health Diet“ – also die Planetengesundheitsdiät auf. Sie gibt einen guten Rahmen, wie eine Ernährung innerhalb der planetaren Grenzen möglich ist. „Größter Faktor sind dabei die tierischen Lebensmittel wie Fleisch und Wurstwaren, Milch und Milchprodukte, Eier und Fisch“, erklärt die Ernährungsexpertin. Die Empfehlungen sind denen der Deutsche Gesellschaft für Ernährung ähnlich, auch sie rät zu weniger tierischen Lebensmitteln. „Tiere verbrauchen viele Ressourcen bis sie auf dem Teller landen und produzieren im Gegenzug neben ihren Ausscheidungen klimaschädliche Gase“, so Annabel Dierks. 

Aber auch Gemüse und Obst können klimaschädlich sein. Gerade in der kälteren Jahreszeit hat vieles einen langen Transportweg hinter sich oder stammt aus beheiztem Anbau. Besonders empfindliche Lebensmittel wie Beeren oder Mangos kommen häufig mit dem Flugzeug zu uns. „Dabei entstehen deutlich mehr Emissionen, als bei dem Griff nach regionalen Birnen oder Möhren oder ein wenig später der regionalen Freilanderdbeere“, sagt Annabel Dierks.

Der Vergleich von peruanischem und regionalem Spargel macht den enormen Unterschied in der transportbedingten Klimabelastung deutlich: Allein beim mehr als 10.000 km langen Flugtransport von Lima nach Frankfurt werden pro Kilogramm Spargel rund 30 kg Treibhausgase freigesetzt. In der Saison kann Spargel per LKW aus der Region geliefert werden, was bei einer Strecke von 100 km nur etwa 19 g Treibhausgase pro Kilo Spargel verursacht – also nur einen Bruchteil.

Eine klimafreundliche Ernährung besteht aus pflanzenbasierten und unverarbeiteten Lebensmitteln, vielen Vollkornprodukten und einem moderaten Konsum tierischer Produkte. Gut für die Gesundheit und fürs Klima. 

Nachhaltigkeit ist kein Verzicht

Es gibt viele kleine Schritte, mit denen eine nachhaltigere Ernährung beginnen kann. „Sie können sich vornehmen, weniger Fleischmahlzeiten in der Woche zu essen. Gute Eiweißlieferanten sind Erbsen, Bohnen und Linsen, aber auch Haferflocken“, weiß Annabel Dierks. Auch auf der Stulle in der Pause muss es nicht unbedingt Wurst und Käse sein, mittlerweile gibt es viele leckere Gemüseaufstriche mit Tomaten, Paprika oder Kräutern. Milchprodukte wie Käse verursachen viele Emissionen.
 

JEDER BEITRAG IST WERTVOLL
Niemand muss alles an einem Tag schaffen und fast niemand ist perfekt in seiner Nachhaltigkeit. Doch wenn viele Menschen auch nach dem Earthday jeden Tag etwas Kleines ändern, ist eine Menge für die Zukunft unserer Erde getan. Denn: jeder Schritt zählt!

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.