Nachhaltigkeitscheck: Banken

Pressemitteilung vom
14 Banken in Deutschland haben für ihre Eigenanlagen und die Kreditvergabe umfassende ethisch-ökologische Kriterien festgelegt. Die Verbraucherzentale Bremen untersuchte erneut diese Banken mit Blick auf deren Kriterien.
Nachhaltige Geldanlage

Nachhaltige Geldanlage

  • Alle 14 untersuchten Banken schließen Unternehmen aus, die Arbeits- und Menschenrechte verletzen oder Kinderarbeit dulden 
  • Nur sieben Banken schließen Investitionen in fossile Energieträger konsequent aus
  • Fünf Banken wenden alle untersuchten Ausschlusskriterien an
Off

14 Banken in Deutschland haben für ihre Eigenanlagen und die Kreditvergabe umfassende ethisch-ökologische Kriterien festgelegt. Die Verbraucherzentale Bremen untersuchte erneut diese Banken mit Blick auf deren Kriterien.


Unterschiede vorhanden

„Begriffe wie "nachhaltig" oder "ethisch“ sind nicht geschützt. Es gibt auch keine einheitlichen Mindeststandards für eine nachhaltige Geldanlage. Daher ist die Ausrichtung der einzelnen Banken unterschiedlich“ sagt Anke Behn, Referentin für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Bremen. 
Insgesamt wurden acht ethisch-ökologische Ausschlusskriterien untersucht. Im Vergleich zur Untersuchung von 2018 konnte deren Berücksichtigung inzwischen häufiger festgestellt werden. Dennoch existieren Unterschiede: 

  • Alle 14 untersuchten Banken schließen Unternehmen aus, die Arbeits- und Menschenrechte verletzen oder Kinderarbeit dulden. Die Kreditinstitute garantieren zudem, dass kein Geld in die Waffen- und Rüstungsbranche fließt und sie selbst nicht mit Nahrungsmitteln spekulieren.
  • Die Atomindustrie ist für eine dieser Bank bei ihren Investitionen immer noch kein Ausschlusskriterium. 
  • Investitionen in die fossilen Energieträger Erdöl und Kohle werden von sieben Kreditinstituten noch nicht konsequent ausgeschlossen.
  • Industrielle Tierhaltung wird als Ausschlusskriterium nur von der Hälfte der Banken für die Eigenanlagen und die Kreditvergaben angewandt. 
  • Investitionen im Zusammenhang mit Glücksspiel schließt nur eine Bank aus.
  • Nur fünf der insgesamt 14 Banken erfüllen alle acht von der Verbraucherzentrale Bremen untersuchten ethisch-ökologischen Ausschlusskriterien für Eigenanlagen und Kreditvergabe. 

 

Nachhaltige Banken fördern Soziales, Umwelt und Klimaschutz

Bei ethisch-ökologischen Bankgeschäften geht es nicht nur darum, kontroverse Branchen und Unternehmen auszuschließen. Sondern auch ökologische und soziale Geschäftsfelder sollen durch gezielte Investitionen gefördert werden. Schwerpunkte bei der Kreditvergabe dieser Banken sind beispielsweise Bildung, Gesundheit und Pflege, Erneuerbare Energien oder Ökologisches Bauen. 

Eine detaillierte Übersicht der angewendeten Anlagekriterien sowie weitere Informationen zu Banken mit Nachhaltigkeitsstandards finden Sie im Banken- und Produktcheck auf dem Informationsportal www.geld-bewegt.de. Die Übersicht zeigt Verbraucherinnen und Verbraucher auf einen Blick, welche ethisch-ökologischen Kriterien diese Banken erfüllen. Daneben bietet die Verbraucherzentrale Bremen mit Marktchecks zu deren Girokonten und Sparanlagen weitere Orientierungshilfen.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Ratgeber-Tipps

Einfach machen - Geldanlage
Wer früh mit der passenden Finanzstrategie startet, kann diese Ziele auch mit wenig Geld erreichen.
So gut schmeckt Klimaschutz
Rund ein Fünftel der schädlichen Treibhausgasemissionen gehen hierzulande aufs Konto unserer Ernährung. Anders als in…

Urteil gegen Amazon: Gekauft ist gekauft

Amazon darf Kunden nach einer Kontosperrung nicht den Zugriff auf erworbene E-Books, Filme, Hörbücher und Musik verwehren. Wir helfen Betroffenen mit einem Musterbrief.
Fernbedienung wird auf Fernseher gerichtet

Nach Abmahnungen: Rundfunkbeitrag-Service kündigt Rückzahlungen an

Nachdem die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt und der Verbraucherzentrale Bundesverband die Betreiber der Webseite www.service-rundfunkbeitrag.de abgemahnt haben, kündigt das Unternehmen an, in vielen Fällen die Widerrufe der Verbraucher:innen zu akzeptieren und Rückzahlungen vorzunehmen.
Zwei Hände auf der Tastatur eines aufgeklappten Laptops, auf dem Display eine Phishing-Mail mit AOK-Bezug

Neue Gesundheitskarte: Betrugsversuche mit Phishing-Mails

Im Phishing-Radar der Verbraucherzentrale NRW sind betrügerische E-Mails aufgetaucht, die angeblich von der AOK kommen. Man soll eine neue Gesundheitskarte beantragen, weil mit der alten keine Kosten mehr übernommen würden. Die Behauptung ist gelogen!