Augen auf beim ersten Stromvertrag - Neun Tipps der Energieberatung

Pressemitteilung vom

Das Wichtigste in Kürze:

Was muss ich wissen, wenn ich meinen Strom anmelden will?
Wie kann ich meine monatliche Pauschale ermitteln?
Wie kann ich in meiner Wohnung Energie sparen?

Stromzähler
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Ausbildungsbeginn und Studienbeginn – die erste Wohnung steht an. Der Auszug aus dem Elternhaus ist eine aufregende Sache. Viele Dinge müssen plötzlich geregelt werden. Unter anderem muss ein Stromvertrag abgeschlossen werden. Positiv ist es, wenn der Vormieter oder der Vermieter genau Bescheid wissen, welcher Zähler für diese Wohnung zählt. Doch was passiert, wenn keiner die Zuordnung der Zähler kennt? Und warum ist genau das so wichtig zu wissen?

„Bei der Wohnungsübergabe muss der genaue Zählerstand schriftlich festgehalten werden, andernfalls zahlt man im Zweifel den Verbrauch des Vormieters mit“, rät Inse Ewen, Energieexpertin der Verbraucherzentrale Bremen. „Außerdem muss genau dieser Zählerstand auch dem Energieversorger mitgeteilt werden.“ In Bremen oder Bremerhaven ist der Grundversorger die swb.

Natürlich kann man sich auch einen anderen Stromanbieter suchen, doch welcher Verbrauch soll angegeben werden? Meistens fragen die neuen Mieter nach dem Vorjahresverbrauch, doch der kann deutlich von dem zukünftigen Stromverbrauch abweichen. Zieht z.B. jetzt ein Dauerduscher ein und wird das Warmwasser mit einem elektrischen Durchlauferhitzer erwärmt, schlägt sich dies massiv auf der Stromrechnung nieder. Auch die Anzahl der stromverbrauchenden Personen spielt eine Rolle. Zieht neu eine Wohngemeinschaft mit drei Personen dort ein, wo vorher ein Ehepaar mit Kleinkind gewohnt hat, ist der Stromverbrauch nicht mehr vergleichbar. Plötzlich werden in der Wohnung drei Fernsehbildschirme, drei Computer und vielleicht auch drei Spielekonsolen genutzt. Wenn häufig Freunde und Freundinnen zu Besuch kommen, die auch mal übers Wochenende bleiben und ausgiebig duschen, treibt dies nicht nur den Wasserverbrauch hoch, sondern auch die Stromrechnung. „Die Energieberatung der Verbraucherzentrale stellt leider immer häufiger fest, dass junge Menschen sich der Gefahr nicht bewusst sind, dass nach einem Jahr, wenn die Jahresrechnung kommt, möglicherweise eine deftige Nachzahlung drohen kann“, warnt Inse Ewen.

Noch schlimmer kann es einen mit der Heizkostenabrechnung treffen, denn die muss erst spätestens ein Jahr nach Ablesung zugestellt werden, d.h. im schlimmsten Fall erfährt man erst zwei Jahre später, dass die monatlichen Pauschalen überhaupt nicht hinkommen und die nächste Nachzahlung ist quasi schon in Sicht.

Neun Tipps für den Einzug in eine Wohnung:

  1. Zähler der Wohnung feststellen und bei Wohnungsübergabe ablesen. Unbedingt den Zählerstand schriftlich festhalten und den Zähler abfotografieren. Kein Zähler bekannt: Einmal z.B. den Backofen anstellen. Dann müsste der Zähler „laufen“. Oder den Grundversorger fragen. Die Zählernummern stehen direkt auf den Zählern.
  2. Spätestens nach vier Wochen erneut den Zähler ablesen und dem Energieversorger mitteilen. Bei Strom kann der Verbrauch auf 365 Tage hochgerechnet werden und auch geprüft werden, ob die monatliche Pauschale zu hoch bzw. zu niedrig angesetzt ist. Außerdem kann geklärt werden, ob ein Tarifwechsel sinnvoll ist.
     
  3. Ist ein Wechsel des Stromanbieters geplant, sollte genau überlegt werden, ob das sofort bei Einzug erfolgt oder erst etwas später. Es gibt Stromanbieter, die günstig bei einem niedrigen Verbrauch sind, aber teuer bei höherem Verbrauch. Solange also der Stromverbrauch noch unklar ist, kann es sinnvoll sein, mit dem Grundversorgungstarif beim örtlichen Stromanbieter zu starten, der innerhalb von 14 Tagen wieder zu kündigen ist, um dann zu einem späteren Zeitpunkt den Anbieter zu wechseln.
     
  4. Auch die Heizkosten im Blick behalten. Hat die Wohnung eine eigene Heizungsanlage, muss auch ein Gaslieferungsvertrag abgeschlossen werden. Hier gilt, wie beim Strom auch, Zähler ermitteln und Zählerstand notieren. Gibt es keine eigene Heizungsanlage, sind an den einzelnen Heizkörpern Heizkostenverteiler angebracht. Die können ebenfalls bei Wohnungsübergabe abgelesen werden und auch später regelmäßig geprüft werden. Zählt der Heizkostenverteiler weiter, obwohl die Heizung aus ist? Möglicherweise müssen die Thermostatventile überprüft werden.
     
  5. Elektrische Warmwasserbereitung: Duschverhalten kritisch überdenken, denn jede Minute verbraucht nicht nur Wasser, sondern auch Strom. Sollte ein Untertischgerät in der Küche installiert sein, bietet es sich an, zumindest über Nacht, das Gerät auszuschalten oder dies mit einer Zeitschaltuhr zu regeln.
     
  6. Vorsicht vor dem Einzug von stromverbrauchenden Geräten: Intakte, aber alte Kühl- und Gefriergeräte, können enorme „Stromschleudern“ sein. Da der eigene Geldbeutel aber eine Neuanschaffung nicht möglich macht, sollte die Kühlschranktemperatur mit einem Thermometer geprüft werden. Vielleicht ist er viel zu kalt eingestellt und die Temperatur lässt sich reduzieren. Wichtig ist auch das Abtauen des Gefrierschrankes. Dicke Eispanzer im Gerät erhöhen den Verbrauch. Ein Strommessgerät bringt Klarheit über den Verbrauch des Gerätes und ist kostenfrei in der Verbraucherzentrale auszuleihen.
     
  7.  Die Beleuchtung kann ebenfalls den Stromverbrauch in die Höhe treiben. Meinen es die Eltern beim Auszug gut und geben die alte Stehlampe mit, kann dies nicht nur eine schöne Erinnerung sein, sondern mit über 90 Euro auf der Stromrechnung zu Buche schlagen. Bevor also 300 Watt-Strahler für Helligkeit sorgen, lieber auf energiesparende LEDs setzen. Die teure Anschaffung macht sich über die Monate betrachtet schnell bezahlt.
     
  8. Müssen neue Geräte angeschafft werden, lohnt es sich auch hier, den Strom- und Wasserverbrauch genauestens unter die Lupe zu nehmen.
     
  9. Fragen sammeln und die kostenfreie Energieberatung der Verbraucherzentralen nutzen.
     

Um all diese Eventualitäten im Blick zu behalten und weitestgehend zu vermeiden, unterstützt die Energieberatung der Verbraucherzentrale gleich zweifach: Entweder durch eine kostenfreie persönliche Beratung in den Beratungsstellen Bremen und Bremerhaven oder durch einen kostenfreien Energie-Check direkt in der Wohnung von Mietern/innen. Eine Terminvereinbarung ist unter 0421-160777 oder www.vz-hb.de möglich. Die Beratungen können dank der Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentrale kostenfrei angeboten werden.
 

Über uns:

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale bietet das größte interessenneutrale Beratungsangebot zum Thema Energie in Deutschland. Seit 1978 begleitet sie private Verbraucher mit derzeit über 550 Energieberatern und an mehr als 800 Standorten in eine energiebewusste Zukunft. Jedes Jahr werden mehr als 100.000 Haushalte zu allen Energie-Themen unabhängig und neutral beraten, beispielsweise Energiesparen, Wärmedämmung, moderne Heiztechnik und erneuerbare Energien. Die durch die Beratungen eines Jahres bewirkten Energieeffizienzmaßnahmen führen zu einer Einsparung an Energie, die einem Güterzug von 50 km Länge voller Steinkohle entspricht.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.