Softdrinks – fruchtige Erfrischung mit großer Vielfalt

Stand:

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Durchschnitt ist der Zuckergehalt mit 8,5 Prozent für Getränke sehr hoch
  • Der Fruchtsaftgehalt ist sehr unterschiedlich
  • Nur 15 Prozent der Stichprobe kommt ohne Aroma aus
Softdrinks
Softdrinks des Marktchecks
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Unser Marktcheck

Wir haben uns 41 kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke in Portionsgrößen von 200 bis 500 ml angeschaut, die häufig unterwegs getrunken werden. Koffeinhaltige Getränke, Light-Getränke und Energydrinks haben wir dabei nicht berücksichtigt. Von den 41 Getränken wurden 16 als Limonaden bezeichnet. Am gängigsten ist die 330 ml-Glasflasche, aber auch in PET-Flaschen und Dosen sind sie zu haben. Von den insgesamt 41 Getränken sind zehn Produkte in Bioqualität. Für unseren Marktcheck haben wir die Produkte mit besonderem Blick auf ihren Zucker- und Fruchtsaftgehalt, den Zusatz von Aromen und Zusatzstoffen geprüft. Denn da gibt es je nach Getränk unterschiedliche Vorgaben.
Erfrischungsgetränk, Limonade oder Fruchtsaftgetränk?
In den Leitsätzen für Erfrischungsgetränke (https://www.deutsche-lebensmittelbuch-kommission.de/sites/default/files/downloads/leitsaetzeerfrischungsgetraenke.pdf) wird zwischen den verschiedenen Begriffen unterschieden: So zählen Fruchtsaftgetränke, Fruchtschorlen, Limonaden und Brausen zu den Erfrischungsgetränken, haben aber alle unterschiedliche Anforderungen.

Wussten Sie schon … ?

  • Fruchtsaftgetränke müssen einen Mindest-Fruchtgehalt aufweisen. Beispielsweise muss bei einem Fruchtsaftgetränk aus Zitrusfrüchten der Fruchtgehalt mind. 6 % betragen, davon muss mehr als 50 % aus Zitrusfrüchten stammen. Sie enthalten natürliches Fruchtaroma (zu 95 % aus der Frucht) oder natürliches Fruchtaroma mit anderen natürlichen Aromen (zu 5 % aus der Frucht).
  • Fruchtschorlen enthalten immer Kohlensäure und können natürliche Aromen (nicht aus der Frucht, nach der es schmeckt) enthalten.
  • Limonaden müssen einen Gesamtzuckergehalt von mind. 7 % aufweisen. Wenn Frucht zugesetzt wird, was z.B. bei Kräuterlimonaden nicht zwingend erforderlich ist, muss der Anteil bei Zitrusfrüchten mind. 3 % und bei anderen Früchten mind. 5 % betragen. Sie können Aromaextrakt oder natürliches Aroma enthalten, müssen aber nicht unbedingt Kohlensäure enthalten. Bei einer Zitronenlimonade muss also mindestens in einer Flasche (330 ml) knapp 10 ml aus Zitrone enthalten sein.

 

Starke Unterschiede beim Zuckergehalt

Der Zuckergehalt variiert zwischen 4,2 - 12,3 % und liegt im Durchschnitt bei 8,5 %. Klingt erst einmal nicht besonders erwähnenswert, sind dann aber doch bei einer 330 ml-Flasche ganze neun Stück Zuckerwürfel (beim höchsten Zuckergehalt sind es fast 14 Stück pro 330 ml-Flasche).

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, nicht mehr als 10 % der Gesamtenergie eines Tages in Form von freiem Zucker zu verzehren. Unter freiem Zucker sind Einfach- und Zweifachzucker zu verstehen, die Lebensmitteln zugesetzt werden oder natürlich in ihnen vorkommen, wie beispielsweise der Fruchtzucker in Fruchtsäften oder auch Honig und Sirupe. Dieser Wert ist nicht als Empfehlung zu verstehen, sondern als Obergrenze und wird mit einer bis zwei Flaschen Softdrinks schnell erreicht. Siehe auch https://www.verbraucherzentrale-bremen.de/wissen/lebensmittel/gesund-ernaehren/zucker-und-zuckerersatz-so-erkennen-sie-suessmacher-in-lebensmitteln-11552

Damit Limonaden mit einem geringeren Zuckergehalt als 7 % nicht beanstandet werden müssen, hat die Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz 2019 bereits angeregt, die Leitsätze bezüglich des Mindestzuckergehalts anzupassen. Light Limonaden – die also nur mit Süßstoffen gesüßt werden, sind von dieser 7 %-Regelung ausgenommen.

Starke Unterschiede im Fruchtsaftgehalt

Bei 25 Getränken von. 41 aus unserem Test wurde der Fruchtsaftgehalt angegeben. Dieser variierte zwischen 2,4 und 23 %.
Bei zwei Limonaden wurde der Fruchtsaftgehalt nicht angegeben. Da aber die Leitsätze für Erfrischungsgetränke (s.o.) einen Mindestgehalt von 3 % bei Zitrusfrüchten bzw. 5 % bei anderen Früchten vorschreiben, sollte diese Angabe aus unserer Sicht nicht fehlen.

Nur rund 15 Prozent der Stichprobe kommt ohne Aroma aus

Insgesamt kommen nur sechs Getränke ohne Aroma aus, davon sind vier Limonaden. In allen anderen Getränken kommen sowohl natürliche (32 Mal) als auch künstliche Aromen (3 Mal) zum Einsatz.
In fünf von den zehn Bio-Getränken unserer Stichprobe wurden natürliche Aromen zugesetzt. Gemäß der EU-Öko-Verordnung ist nur der Einsatz von natürlichen Aromen in Bio-Lebensmitteln erlaubt.

Bei den natürlichen Aromen sind drei Formulierungen zu unterscheiden: „natürliches Aroma“, „natürliches Orangenaroma“ und „natürliches Orangenaroma mit anderen natürlichen Aromen“, wobei die Orange hier als Beispiel dient. Bei „natürlichem Aroma“ kann das Aroma aus anderen natürlichen Rohstoffen als der Orange gewonnen werden, auch wenn es nach Orange schmeckt. Bei der Formulierung „natürliches Orangenaroma“ muss das Aroma zu mindestens 95 % aus dem benannten Lebensmittel stammen. Bei der Formulierung „natürliches Orangenaroma mit anderen natürlichen Aromen“ dürfen neben dem Aroma, das aus der Orange gewonnen wird, auch andere natürliche Aromastoffe in beliebigen Anteilen zugesetzt werden.
Das „Orangenaroma“ sollte nicht mit dem „natürlichen Orangenaroma“ verwechselt werden, denn es wird in der Regel chemisch-synthetisch hergestellt und muss weder aus der Orange noch anderen Naturstoffen gewonnen werden.

Mehr zum Thema Aromen (hier am Beispiel Vanille) finden Sie unter folgendem Link:
https://www.verbraucherzentrale-bremen.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/vanille-vanilla-und-vanillearoma-in-lebensmitteln-was-sind-die-unterschiede-17708

In vier Produkten namens „Tonic Water“ wird das Aroma Chinin eingesetzt. Chinin ist ein Bitterstoff, eine in der Chinarinde vorkommende natürliche chemische Verbindung, die von einigen Personengruppen gemieden werden sollte. Da beispielsweise Schäden am Fötus nicht ausgeschlossen werden können, sollten Schwangere generell auf Chinin verzichten. Auch für Menschen mit einer Muskelschwäche können nachteilige Effekte eintreten. Weitere Informationen zu Chinin finden Sie unter folgendem Link:
https://projekte.meine-verbraucherzentrale.de/DE-TH/chinin-in-getraenken-

Jede Menge Zusatzstoffe

Den meisten Produkten (31 Mal) wurden Zusatzstoffe zugesetzt – allen voran Antioxidationsmittel wie Ascorbinsäure oder Zitronensäure, die vor Farbveränderungen durch Sauerstoff schützen sollen. Aber auch Stabilisatoren und Verdickungsmittel kommen bei über der Hälfte der Stichprobe zum Einsatz (21 Mal). Sie dienen dazu, dass sich während der Lagerung Partikel wie z.B. Fruchtfleisch nicht so schnell absetzen. Auch Farbstoffe (10 Mal), Säureregulatoren (5 Mal) und Konservierungsstoffe (2 Mal) werden verwendet. Überwiegend handelt es sich bei diesen Zusatzstoffen um unbedenkliche Stoffe, bei denen keine Hinweise auf Gesundheitsgefährdung vorliegen. Einige Zusatzstoffe wie beispielsweise Zuckerkulör sind nicht uneingeschränkt empfehlenswert und von häufigem Verzehr oder dem Verzehr größerer Mengen ist abzuraten. Natriumbenzoat kann beispielsweise bei empfindlichen Personen mit Asthma, Heuschnupfen oder Hautallergien und andere allergische Reaktionen auslösen - es wurde in drei Produkten gefunden.

Auch bei vier von den zehn Bio-Produkten sind Zusatzstoffe zu finden. Die Verwendung von Zusatzstoffen ist bei Bio-Lebensmitteln deutlich eingeschränkt. Für Bio-Lebensmittel sind gemäß der EU-Öko-Verordnung insgesamt 53 Zusatzstoffe zugelassen. Farbstoffe, Süßstoffe, Stabilisatoren und Geschmacksverstärker sind vollständig verboten. In den vier Bio-Getränken unserer Stichprobe wurden Verdickungsmittel, Stabilisatoren, Antioxidationsmittel und Säureregulatoren eingesetzt.

Insgesamt sind diese Zusatzstoffe eher unkritisch anzusehen, die Stichprobe zeigt jedoch, dass einige Getränke auch sehr gut ohne ihren Einsatz auskommen -  generell gilt hier das Motto: Weniger ist mehr! 

Zu guter Letzt haben wir uns noch den Grundpreis pro Liter angesehen. Dieser bewegt sich in einer großen Spanne zwischen 1,19 €/l und 7 €/l und liegt im Schnitt bei 3,17 €/l. Anmerkung: Die Preise wurden vor der MwSt. - Senkung erhoben.

Gesamtbewertung – der Nutri-Score

Um einen Überblick über die gesundheitliche Eignung der Produkte zu bekommen, haben wir den Nutri-Score berechnet (https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/kennzeichnung-und-inhaltsstoffe/entscheidung-fuer-den-nutriscore-naehrwertkennzeichnung-kommt-2020-36561). Alle Getränke landeten im Ampelsystem in den beiden schlechtesten Kategorien: Sieben Produkte erhielten ein oranges D und der überwiegende Anteil mit 34 Produkten ein rotes E. Hauptverantwortlich für die schlechte Bewertung waren der Zuckergehalt und der damit verknüpfte Energiegehalt. Die positiven Inhaltsstoffe wie der Frucht- und Proteingehalt waren durchgehend unter dem Mindestwert, um in die Berechnung positiv eingehen zu können.

Fazit

Beim Einkauf lohnt sich der Blick auf Zutatenliste und Nährwerttabelle, denn es gibt auch Erfrischungsgetränke mit einem geringen Zuckergehalt. Als Durstlöscher eignet sich am besten Leitungs- oder Mineralwasser – Erfrischungsgetränke oder Limonaden sind ab und an eine leckere Alternative, die jedoch mehr Kalorien mit sich bringen kann, als beispielsweise ein kleiner Schokoladenriegel.

Limonade einfach selber machen!

Wer ganz genau wissen will, was drin ist, kreiert sich seine Limonade einfach selber. Dazu kann eine Mischung aus kohlensäurehaltigem Mineralwasser, Fruchtsaft und etwas Sirup verwendet werden. Je nach Geschmack lässt sich z.B. Ingwersirup auch fix aus Ingwer, Zucker, Wasser und Zitronen selber herstellen. Im Kühlschrank gelagert, steht er immer bereit für die selbstgemachte Limo zur Grillparty – kombiniert mit Wasser und frischem Limettensaft, dekoriert mit Pfefferminzblättchen oder Limettenscheiben - und fertig! Auch Kräuter aus dem Garten können eine leckere Basis für Limonaden bilden!