Flagge der UkraineUnsere Solidarität gilt den Opfern des Krieges in der Ukraine. Die Verbraucherzentrale unterstützt Betroffene mit Informationen, die sie hier finden.

Service Fee für die Flugbuchung: Was ist erlaubt?

Stand:
Bei der Flugbuchung fallen oft zusätzliche Gebühren an – beispielsweise für Gepäck, Sitzplätze oder Mahlzeiten. Eine Gebühr für die Bezahlung ist aber nicht ohne Weiteres zulässig. Lesen Sie hier mehr und helfen Sie bei der Vorbereitung einer Sammelklage.
Ein Mann bucht einen Flug am Laptop und benutzt dafür eine Kreditkarte

Das Wichtigste in Kürze:

  • Generell sind Servicegebühren bei der Flugbuchung erlaubt.
  • Für die Bezahlung muss Ihnen aber eine "zumutbare" kostenlose Zahlungsmöglichkeit angeboten werden.
  • Auf einigen Flugportalen fällt zusätzlich zum Ticketpreis eine als "ServiceFee" bezeichnete Gebühr an – außer, Sie beantragen eine spezielle Kreditkarte oder nehmen an einem kostenpflichten Kundenprogramm teil. Das ist unzulässig.
  • Melden Sie sich bei den Verbraucherzentralen, wenn auch Sie diese unzulässige Gebühr gezahlt haben.
  • Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) plant eine Sammelklage gegen Invia Flights Germany, die Portale wie fluege.de und billigfluege.de betreibt.
On

Unterkunft, Freizeitaktivitäten und Flugtickets – ein Urlaub kann schnell teuer werden. Besonders wenn bei der Ticketbuchung pro Person noch weitere Servicegebühren anfallen. Das kann dazu führen, dass man lieber dreimal überlegt, ob man tatsächlich einen festen Sitzplatz benötigt oder ob das Handgepäck nicht doch ausreichend ist. Die meisten Servicegebühren, mit denen Sie Ihr Ticket um Extras erweitern, sind erlaubt. Bei Zusatzgebühren für die Bezahlung gibt es für die Flugportale allerdings Einschränkungen.

 

Welche Servicegebühren gibt es bei der Flugbuchung?

Bei günstigen Flugtickets erhalten Sie neben dem Flug meist nur wenige Serviceleistungen. Diese können Sie aber kostenpflichtig dazu buchen.

Folgende Servicegebühren werden bei der Flugbuchung häufig erhoben und sind zulässig:

  • Gebühren für zusätzliches Gepäck oder wenn Ihr Gepäck nicht den angegebenen Maßen entspricht, auch bei Sondergepäck oder Sportausrüstung
  • Kosten für die Umbuchung oder Stornierung der Tickets – auch höhere Kosten für flexible Flugtickets
  • Gebühren für Sitzplatzreservierungen
  • Preise für Mahlzeiten und Snacks an Bord – auch bei Langstreckenflügen. Meist bieten die Airlines auf Langstreckenflügen die Bordverpflegung an. Rechtlich sind sie dazu aber nicht verpflichtet.
  • Gebühren für die Übertragung des Tickets oder bei Namensänderung

 

Darf eine Gebühr für die Zahlung erhoben werden?

Für die Zahlung der Tickets erheben einige Flugportale ebenfalls Gebühren. Das ist nicht generell verboten. Allerdings muss mindestens eine zumutbare und gängige Zahlungsweise für Sie kostenfrei sein.

Eine zumutbare Zahlungsmöglichkeit liegt dann vor, wenn Sie nicht alleine das Risiko im Falle der Insolvenz tragen – beispielsweise bei der Vorkasse. Die Zahlung sollte Ihnen außerdem ohne weitere Vertragsabschlüsse möglich sein.

Vergleichen Sie die Preise auf dem Flugbuchungsportal auch mit denen auf den Webseiten der Airline. Dort fallen in der Regel keine zusätzlichen Gebühren für die Zahlungsweise an.

Ist eine Kooperations-Kreditkarte als einzige kostenlose Zahlungsmöglichkeit zulässig?

Bietet Ihnen ein Flugportal nur dann Tickets ohne zusätzliche Servicegebühr an, wenn Sie eine in Kooperation mit dem Portal herausgegebene Kreditkarte (sogenannte Co-Branding Kreditkarte) für die Zahlung nutzen, ist dies nicht zulässig.

Genau das geschieht auf den Portalen der Invia Flights Germany GmbH (fluege.de, billigfluege.de, flug.de und airline-direct.de): Dort können Sie die als „ServiceFee“ bezeichneten Zusatzgebühren nur vermeiden, wenn Sie die mit dem Logo des jeweiligen Portals versehene Kreditkarte nutzen (zum Beispiel „fluege.de Mastercard GOLD“) oder an einem kostenpflichten Kundenprogramm teilnehmen. Das ist keine gängige und zumutbare Zahlungsmethode und deswegen darf Invia die „ServiceFee“ nicht erheben.

 

Unzulässige „ServiceFee“ von Invia zurückholen

Wegen der unzulässigen „ServiceFee“ plant der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)  derzeit eine Sammelklage gegen Invia Flights Germany. Der vzbv will diese Gebühren für Betroffene vom Anbieter zurückholen. Haben Sie die „ServiceFee“ bei Ihrer Flugbuchung auf fluege.de, billigfluege.de, flug.de oder airline-direct.de gezahlt?

 

Häufige Fragen zu Gebühren bei der Flugbuchung

Was muss beim Endpreis des Flugtickets enthalten sein und wann wird dieser angezeigt?

Im Endpreis Ihres Flugtickets müssen Ihnen alle Service- und anderen Gebühren sowie Steuern angezeigt werden. Dieser Preis muss Ihnen angezeigt werden, bevor Sie die Buchung abschließen. Außerdem sollte der Endpreis deutlich zu erkennen sein. So wissen Sie genau, welcher Betrag von Ihrem Konto abgebucht wird.

Achten Sie vor der Bezahlung der Buchung genau darauf, ob sich der Preis im letzten Schritt noch verändert hat oder weitere Gebühren dazugekommen sind.

Gibt es eine Maximalhöhe für Servicegebühren?

Nein, derzeit gibt es keine gesetzlichen Regelungen dazu, wie hoch der Anteil von Servicegebühren bei der Flugbuchung sein darf. Fallen die Servicegebühren sehr hoch aus, sollten Sie vielleicht noch einmal bei einem anderen Portal nach anderen Preisen Ausschau halten.

Was passiert, wenn Sie Gepäck beim Flugticket dazu buchen, aber keines haben?

Die Airlines oder Flugportale sind nicht dazu verpflichtet, Ihnen Gepäckgebühren zurückzuerstatten, wenn Sie doch kein Gepäck mitnehmen möchten. In diesem Fall müssen Sie die Kosten dennoch tragen.