Flagge der UkraineUnsere Solidarität gilt den Opfern des Krieges in der Ukraine. Die Verbraucherzentrale unterstützt Betroffene mit Informationen, die sie hier finden.

Steigende Lebensmittelpreise: Fakten, Ursachen, Tipps

Stand:
Seit Monaten steigen die Preise für Lebensmittel. Wir beleuchten die Fakten, Hintergründe und Ursachen, beantworten Fragen und geben Ihnen Tipps für den Einkauf.
Jemand mit Gemüse im Warenkorb und Taschenrechner

Das Wichtigste in Kürze:

  • Nahrungsmittel sind zwischen Dezember 2021 und Dezember 2022 um 20,7 Prozent teurer geworden.
  • Etliche Faktoren spielen in den Preisanstieg hinein, darunter gestiegene Energiekosten, versteckte Preiserhöhungen sowie die schwierige internationale politische Lage und Arbeitskräftemangel.
  • Engpässe bei der Versorgungslage gibt es aber derzeit nicht. Hamsterkäufe sind nicht nötig. Sie verschlechtern die Situation eher.
  • Die Verbraucherzentralen fordern von der Politik und vom Bundeskartellamt, bei Mitnahmeeffekten durch Handel und Hersteller sowie bei versteckten Preissteigerungen genauer hinzusehen und konkret zu handeln. Wir haben Forderungen formuliert.
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Was ist eigentlich eine Inflation?

Das Wort "Inflation" bezeichnet einen anhaltenden Anstieg der Preise, wodurch Geld an Wert verliert. Die Inflationsrate wird mit einem Warenkorb bestimmt, der Produkte und Dienstleistungen enthält, die Privathaushalte typischerweise kaufen: Von Mehl und Honig, über Bankgebühren, bis hin zu Haftpflichtversicherungen und Teddybären.

Die persönliche Inflationsrate kann mehr oder weniger stark von der durchschnittlichen Inflationsrate abweichen. Wer zum Beispiel jeden Tag viel Auto fährt, ist von höheren Benzinpreisen stärker betroffen als Fahrradfahrer.

Das Statistische Bundesamt hat einen Online-Rechner entwickelt, mit dem Sie Ihre persönliche Inflationsrate berechnen können.

Wie sehr sind die Preise wirklich gestiegen?

Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes sind Nahrungsmittel deutlich teurer geworden. Diese Entwicklung betrifft alle Lebensmittelgruppen. In den vergangenen 20 Jahren waren die Lebensmittelpreise weniger angestiegen als andere Lebenshaltungskosten. Zwischen 2000 und 2019 lag die Teuerung durchschnittlich noch knapp unter 1,5 Prozent, der Preisanstieg von Dezember 2021 zu Dezemer liegt jedoch bei 20,7 Prozent.

Im Dezember 2022 hat sich die Teuerung von Lebensmitteln fortgesetzt, wenn auch etwas weniger stark als in den vorangehenden Monaten. Nichtsdestotrotz wurden im Dezember 2022 im Vorjahresvergleich zu Dezember 2021 vor allem folgende Nahrungsmittel(gruppen) teurer. Die Beträge sind jeweils auf- und abgerundet:

  • Speisefette und Speiseöle (insgesamt +40 Prozent):
    Sonnenblumen- und Rapsöl +77 Prozent (November j2022: +82 Prozent im Vergleich zu November 2021);
    Butter +40 Prozent;
    Margarine +36 Prozent
  • Milchprodukte und Eier (insgesamt +35 Prozent):
    Frische Milch je nach Sorte zwischen +33 und +35 Prozent;
    Joghurt +26 Prozent (November 2022: + 30 Prozent im Vergleich zu November 2021);
    Quark +58 Prozent;
    Schnittkäse + 46 Prozent;
    Frischkäse + 34 Prozent;
    Sahne +44 Prozent;
    Eier: +20 Prozent
  • Gemüse (insgesamt +17 Prozent):
    Möhren +32 Prozent;
    Zwiebeln +31 Prozent;
    Pilze +20 Prozent;
    Sauerkrautkonserve + 27 Prozent;
    Gemüsekonserven je nach Gemüsesorte zwischen +24 und +34 Prozent
  • Fleisch (insgesamt +20 Prozent):
    Schweinehackfleisch +28 Prozent;
    Rinderhackfleisch +33 Prozent;
    Geflügelfleisch +30 Prozent;
    Fleischwurst +20 Prozent
  • Fisch (insgesamt +19 Prozent):
    Tiefgefrorener Fisch + 23 Prozent;
    Fischkonserven + 24 Prozent
  • Mehl und Getreideerzeugnisse (insgesamt +36 Prozent; November 2022: +47 Prozent im Vergleich zu November 2021):
    Weizenmehl +58 Prozent;
    Nudeln +28 Prozent;
    Reis + 25 Prozent;
    Haferflocken + 25 Prozent;
    frische Brötchen +21 Prozent;
    Knäckebrot +34 Prozent
  • Saucen und Würzmittel (insgesamt +29 Prozent):
    Senf +33 Prozent;
    Mayonnaise +37 Prozent;
    Ketchup +42 Prozent;
    Zucker +63 Prozent;
    Marmeladen und Konfitüre +25 Prozent;
    Honig +22 Prozent

Zu beachten ist, dass die oben aufgeführten Preissteigerungen ein Vorjahresvergleich zum Dezember 2022 sind. Die Preissteigerungen haben jedoch bereits im Juni 2021 eingesetzt. Wenn man den Vergleichszeitraum um 6 Monate erweitert auf Juni 2021 zu Dezember 2022, ergeben sich für manche Produkte erheblich höhere Teuerungen.

Im 18-Monatsvergleich sind zum Beispiel folgende Lebensmittel deutlich teurer geworden. Die Beträge sind jeweils auf- und abgerundet:

  • Weizenmehl um +73 Prozent (statt +58 Prozent);
  • Grieß und Roggenmehl um +37 Prozent (statt +16 Prozent);
  • Nudeln um +40 Prozent (statt +28 Prozent);
  • Rindfleisch zum Kochen um +34 Prozent (statt +22 Prozent);
  • Rinderhackfleisch um +49 Prozent (statt +33 Prozent);
  • Schweinehackfleisch um +40 Prozent (statt +28 Prozent);
  • frisches Geflügelfleisch um +41 Prozent (statt +30 Prozent);
  • Bratwurst um +24 Prozent (statt +14 Prozent);
  • Vollmilch um +44 Prozent (statt +33 Prozent);
  • Eier um +36 Prozent (statt +20 Prozent);
  • Sonnenblumen- und Rapsöl um +92 Prozent (statt +78 Prozent);
  • Margarine um +49 Prozent (statt 36 Prozent);
  • Butter sogar um +77 Prozent (statt +40 Prozent).

Das ist die Realität an der Supermarktkasse, die viele Verbraucher:innen uns widerspiegeln.

Was verursacht die aktuellen Preissteigerungen?

Viele Faktoren verändern die Situation in der Landwirtschaft und der Lebensmittelwirtschaft. Die Kosten für Energie, Düngemittel und Futtermittel sind stark gestiegen, Arbeitskräftemangel und Mindestlohn verteuern die Personalkosten. Bereits im Juli 2021 setzte der erste Preisschub bei Lebensmitteln ein, der sich bis heute Monat für Monat fortsetzt.

Wie stark die Energie- und Nahrungsmittelpreise die Gesamtteuerungsrate beeinflussen, zeigt die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Energie und Nahrungsmitteln: Sie hätte im Jahr 2022 bei +4,0 Prozent gelegen und wäre damit nur etwa halb so hoch wie sie tatsächlich war. Das sieht man gut in der untenstehenden Grafik. Im Vorjahresvergleich lag die gesamte Inflation im Dezember 2022 bei +8,6 Prozent. Im Vergleich zu November 2021, lag sie im November 2022 bei +10 Prozent.

Die Teuerung bei Nahrungsmitteln liegt seit April 2022 höher als die allgemeine Inflationsrate.

Grafik steigende Lebensmittelpreise

Nicht alle Preissteigerungen sind transparent und basieren auf höheren Herstellungskosten. Zwar wird vor allem mit Energierohstoffen wie Erdöl und Gas an den Börsen spekuliert, aber auch mit Grundnahrungsmitteln wie etwa Weizen, Butter und Pflanzenölen.

Manche Preissteigerungen bei Lebensmitteln sind weder gerechtfertigt noch nachvollziehbar. Deshalb ist ein kritischer Blick der Politik und des Kartellamtes auf Handel und Lebensmittelhersteller notwendig, um zu prüfen, ob Unternehmen die Lage nutzen, um die eigenen Erträge zu verbessern.

Die Verbraucherzentrale NRW hat die politisch Verantwortlichen sowie die Kartellbehörden aufgefordert, hier einmal genauer hinzusehen, und weitere Forderungen erhoben.

Ein Blick in die Glaskugel: Wie geht es mit den Lebensmittelpreisen weiter?

Genaue Prognosen sind nicht einfach, aber die Lebensmittelpreise werden erst mal hoch bleiben und weitere Preissteigerungen sind angekündigt. Generell müssen Verbraucher:innen damit rechnen, zukünftig einen höheren Anteil ihres zur Verfügung stehenden Einkommens für Lebensmittel auszugeben.

Vor allem Arbeitslose, Geringverdiener, Studierende und Rentner:innen sind stark betroffen, da sie einen höheren Anteil ihres Einkommens für Ernährung ausgeben müssen. Durch die hohe Inflationsrate und weiter steigende Preise droht Ernährungsarmut in immer größeren Teilen der Bevölkerung bis hinein in die Mittelschicht. Die Politik muss sich dieses Problems annehmen und mit wirksamen Maßnahmen drohende Ernährungsarmut verhindern.

Werden Mehl und Brot knapp?

In Deutschland besteht aktuell kein Grund zur Sorge. Die Ukraine und Russland sind zwar wichtige Weizenproduzenten, aber Deutschland ist nach Frankreich der zweitgrößte Getreideproduzent in der Europäischen Union und importiert kein Brotgetreide. Die EU-Agrarmärkte bleiben trotz des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine stabil.

Hamsterkäufe sind also nicht nur unnötig, sie verschärfen die Lage sogar. Dass manche Supermarktregale kurzfristig leer bleiben, hängt von einer stark gestiegenen Nachfrage - wie etwa bei Mehl - ab, die nicht schnell genug bedient werden kann. Wegen der hohen Preise beim Futtergetreide steigen aber unter anderem die Preise bei tierischen Lebensmitteln.

Die Preise von Mehl, Brot und Backwaren sind allerdings bereits gestiegen und werden vermutlich erst einmal hoch bleiben oder noch weiter steigen, weil sich die deutschen Getreidepreise am Weltmarkt orientieren.

  • Länder, die sonst viel Weizen aus der Ukraine und Russland importieren, werden ihren Bedarf stärker auf dem Weltmarkt decken müssen.
  • China hat rund die Hälfte der globalen Lagerbestände an Weizen gehortet.
  • Und Indien, eines der weltweit größten Anbauländer von Weizen, hat im Frühsommer 2022 den Export des Getreides gestoppt, um den eigenen Bedarf zu sichern. Das Land litt unter massiven Hitzewellen. Dadurch wurde weniger geerntet.

All diese Faktoren haben zu Verwerfungen und höheren Preisen auf dem Weltmarkt geführt.

Nachdem die russische Hafenblockade von Odessa und einigen anderen ukrainischen Schwarzmeerhäfen für Getreideexporte aufgehoben wurde, ist der Weizenpreis erst mal gesunken. Ob dies so bleibt, ist wegen der Hitzewelle in der EU im Sommer 2022 noch unklar. Wetterextreme werden wegen des Klimawandels immer häufiger.

Weltweit sinken die Nahrungsmittelpreise seit Ende Mai 2022. Sie sind allerdings immer noch höher als in den vergangenen Jahren. Zudem sind die Auswirkungen stark angestiegener Düngerpreise laut Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen noch gar nicht in den aktuellen Getreidepreisen berücksichtigt.

Gibt es Engpässe bei Speiseölen?

Bei Speiseölen ist Deutschland auf Importe aus dem Ausland angewiesen. Es gibt ein großes Angebot aus anderen EU-Staaten, Osteuropa, Kanada und den USA.

Allerdings gab es bereits vor dem russischen Angriff auf die Ukraine Probleme, die sich weltweit auswirkten: Ernteausfälle in Kanada und Südamerika wegen extremer Hitzewellen, die gestiegene Nachfrage nach Biodiesel als Kraftstoff oder höhere Preise für Energie und Düngemittel. Zudem beeinflussen die internationalen Märkte die Preisbildung in der EU und in Deutschland: Raps ist einer der weltweit am meisten gehandelten Rohstoffe.

Der Krieg gegen die Ukraine verschärft die angespannte Lage. Die Ukraine und Russland produzieren gemeinsam mehr als drei Viertel der Sonnenblumen weltweit – die Ukraine allein rund die Hälfte. Wegen des Krieges gibt es kurzfristig Lieferengpässe bei Sonnenblumenöl.

In Deutschland können Verbraucher:innen allerdings problemlos auf andere Speiseöle zurückgreifen. Dazu zählen etwa raffiniertes Rapsöl und Olivenöl zum Braten, bei denen keine Engpässe zu erwarten sind.

Auch hier sind Hamsterkäufe also nicht notwendig. Vielmehr erzeugen sie künstliche Engpässe, weil die Lieferketten und Ölmühlen nicht auf kurzfristig steigende Nachfragen reagieren können.

Warum sind manche Supermarktregale bei Markenprodukten leer? Und warum sind die Handelsmarken besonders teuer geworden?

Immer häufiger finden Verbraucher:innen leere Regale bei manchen Markenprodukten in Supermärkten und Discountern. Betroffen sind unter anderem Produkte von Kellogs, Coca Cola, Mars, Lipton, Miracoli oder Milka. Hintergrund ist, dass sich Hersteller und Handel über Preiserhöhungen streiten. Der Handel hält die Forderungen der Herstellerkonzerne für überzogen und listet daher vorrübergehend Produkte aus seinen Sortimenten aus.

Das ist an sich nichts Neues: Schon vor der Pandemie und dem Ukrainekrieg stritten sich zum Beispiel Edeka und Nestlé Anfang 2018 über höhere Preise von zahlreichen Produkten, von Wagner-Pizza über Nescafé bis Vittel-Wasser.

Über die Details der Preiserhöhungen ist öffentlich nichts bekannt. Auffällig ist jedoch, dass es sich bei den Herstellern durchweg um internationale agierende Konzerne handelt, die riesige Umsätze und teils sehr gute Gewinne machen.

Darüber hinaus haben selbst Supermarkt- und Discounterketten bei den eigenen Marken kräftig aufgeschlagen: Im Vergleich zu den Preisen von manchen Markenprodukten, steigen die Preise von Produkten der Handelsmarken nämlich stärker – und genau zu diesen Produkten greifen aktuell immer mehr Verbraucher:innen.

Man könnte davon ausgehen, dass Großunternehmen – egal ob Handel oder Hersteller – die aktuellen Kostensteigerungen gut aushalten können. Und wenn es um soziale Verantwortung geht, sind in Krisenzeiten gerade die großen Unternehmen gefragt, ein Stück weit Zurückhaltung bei Preiserhöhungen walten zu lassen.

Welche Tipps gibt es für den Einkauf bei steigenden Lebensmittelpreisen?

Preisfallen erkennen und umgehen

Bei allen Produkte vergleichen Sie immer die Kilopreise oder die Literpreise, also die kleingedruckten Preise an den Regalen: Nur diese erlauben einen echten Vergleich! Bei Obst und Gemüse spielen zudem Herkunft und Jahreszeiten eine wichtige Rolle. Gemüse und Früchte, die Saison haben und in der Region wachsen, sind häufig günstiger, weil sie nicht weit transportiert und aufwändig gekühlt werden müssen.

Supermärkte und Discounter bieten Lebensmittel, die nur noch kurz haltbar sind, meist reduziert an. Ein Einkauf auf dem Wochenmarkt kann zudem günstiger sein als im Supermarkt, vor allem kurz vor Ende des Markttages. Und wer saisonales Freilandgemüse kauft statt aus dem Gewächshaus, hilft auch der Umwelt. Orientierung, wann welches Gemüse und Obst Saison hat, bietet der Saisonkalender der Verbraucherzentralen.

Ausweg aus dem Butter-"Preis-Schock"

Der 250-Gramm-Block kostet mittlerweile bis zu 3 Euro. Für eine gesunde Ernährung ist Butter jedoch nicht vorrangig, denn sie enthält als tierisches Lebensmittel viele gesättigte Fettsäuren. Gesünder sind ungesättigte Fettsäuren, wie sie in Pflanzenölen (Olivenöl, Leinöl, Sojaöl) und auch in bestimmten Margarine-Sorten vorkommen. Vergleichen Sie die konkreten Nährwerte und Fettsäuren auf den Verpackungen und natürlich die Preise! Leckerer Butter-Ersatz fürs Brot sind auch Frischkäse, Aufstriche, Olivenöl oder Nuss-Öle.

Fleisch öfters pflanzlich ersetzen

Auch die Preise bei Fleisch, insbesondere bei Rindfleisch und Hackfleisch, sind stark gestiegen. Die Verbraucherzentralen raten, Fleisch, Wurst und Fisch teilweise oder ganz durch pflanzliche Lebensmittel zu ersetzen.

Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen, Bohnen, Kichererbsen, Sojabohnen und Lupinen sind gute Alternativen. Sie sind wertvolle Quellen für Eiweiß, Eisen, B-Vitamine und Ballaststoffe und zudem günstig. Fleisch-Ersatzprodukte enthalten dagegen oft viele Zusatzstoffe, sind höher verarbeitet und zusätzlich teurer.

Reis, Couscous, Bulgur oder auch Nudeln liefern Kohlenhydrate und somit Energie. Als Vollkornvariante sind sie besonders reich an Mineralstoffen, Vitaminen, Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren.

Mit Einkaufsliste einkaufen gehen

Es lohnt sich, einen Essensplan für die Woche oder zumindest die nächsten Tage aufzustellen und damit geplant einzukaufen. Ein solcher Einkaufszettel reduziert die oft teuren Spontankäufe. Vorab sollte man die eigenen Vorräte und die Reste im Kühlschrank checken und von hinten nach vorne räumen. Es kann auch helfen, ein Maximalbudget für den Einkauf im Voraus festzulegen.

Selber kochen

"Meal-Prep" ist gerade ein Trend: Mahlzeiten selbst zuzubereiten, ist meist günstiger als Fertiggerichte, Lieferdienste oder To-go-Käufe. Und so hat man auch selbst in der Hand, was auf dem Teller ist. Auch kleine Snacks unterwegs gehen ins Geld: Wer sich eine Brotzeit schmiert und den Kaffee im eigenen Thermobecher mitnimmt, kann damit Geld und Verpackungsmüll sparen. Wenn es aber doch mal mal ein Fertiggericht sein soll, lohnt es sich auch hier, die Grundpreise pro Kilogramm zu vergleichen.

Weitere Spartipps von der Lagerung bis zur Getränkeauswahl

Vermeiden Sie übermäßige Lebensmittelabfälle! Speisereste können Sie mit cleveren Rezepten weiterverwenden. Und wenn Sie Lebensmittel zu Hause richtig lagern, bleiben sie länger frisch. Hier finden Sie Informationen zur sicheren Lagerung sowie Haltbarkeit von Lebensmitteln und hier ein kompaktes Lagerung-ABC.

Auch bei Getränken gibt es Sparpotenzial: Wasser, vor allem Leitungswasser, ist deutlich billiger als eingepacktes Mineralwasser und Softdrinks. Leitungswasser ist zudem umweltschonend, muss nicht geschleppt werden und kann geschmacklich mit einem Spritzer Zitrone oder ähnlichem aufgepeppt werden. Hier klären wir über die Qualität von Leitungswasser in Deutschland auf.

Wie wichtig ist Unterstützung für Geringverdiener?

Mit durchschnittlich 12 Prozent machten die Lebensmittelausgaben der Verbraucher:innen 2020 nur einen verhältnismäßig geringen Anteil an den gesamten Konsumausgaben aus.

Für Menschen mit geringen Einkommen sind die Preissteigerungen ein großes Problem. Der Hartz-IV-Satz für Lebensmittel liegt pro Tag bei etwa 5,20 Euro. Das reicht nicht für eine gesunde Ernährung. Die Regelsätze des neuen Bürgergeldes sollen um 53 Euro im Monat angehoben werden. Damit würde die Ernährungsfrage für Leistungsbeziehende nicht leichter, denn für Lebensmittel und Getränke sind auch im Bürgergeld gerade mal 174,18 Euro monatlich vorgesehen: Das sind nur 5,81 Euro pro Tag.

Seit Sommer 2021 steigen die Lebensmittelpreise und Handel und Ernährungsindustrie haben weitere Preissteigerungen angekündigt. Daher sollte die Politik aus Sicht der Verbraucherzentralen dringend handeln. Immerhin 16 Prozent der Menschen in Deutschland gelten laut Paritätischem Wohlfahrtsverband als arm.

Was kann die Politik tun, um Verbraucher:innen zu entlasten?

Die Verbraucherzentralen fordern:

  • eine deutliche Anhebung der Regelsätze des Bürgergeldes, so dass auch bei hohen Lebensmittelpreisen eine gesunde Ernährung möglich ist,
  • Sonderzahlungen für Menschen mit niedrigem Einkommen, niedriger Rente und Bezieher:innen von Grundsicherung,
  • die Anpassung der Berechnungsgrundlage des Bürgergeldes, so dass realistische, lokale Kosten für eine Umsetzung der DGE-Empfehlungen zugrunde gelegt werden,
  • eine Beitragsreduzierung für die Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Schulen, Hochschulen bzw. für Geringverdiener in Unternehmen, öffentlichem Dienst und sozialen Einrichtungen,
  • Null-Mehrwertsteuer bei Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten,
  • eine Unterstützung der Einrichtungen, die Mahlzeiten für Obdachlose anbieten.