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Hätten Sie‘s gewusst? 10 Fakten zu Essen, Trinken und Genuss

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Das wollte ich schon immer mal wissen! Rund um Lebensmittel gibt es zahlreiche Irrtümer, Halbwahrheiten und Begriffe, deren genaue Bedeutung viele nicht kennen. Die Verbraucherzentrale Bayern hat inzwischen Dutzende solcher Fragen beantwortet. Eine Auswahl.

Eine Frau steht im Supermarkt und blickt kritisch auf eine Süßigkeitenverpackung.
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Warum halten sich Kräuter im Plastiktopf oft nicht lange?

Viele Geschäfte bieten Kräuter in Plastiktöpfen an. In der Regel sind die Pflanzen zum schnellen Verbrauch bestimmt. Oft lassen sie schon nach kurzer Zeit Stiele und Blätter hängen. Ursache kann der Umzug der Pflanzen aus einem feuchtwarmen Gewächshaus in die Küche sein. Außerdem sind die Plastiktöpfe nicht genug sauerstoffdurchlässig und im Verhältnis zum Wurzelballen oft zu klein. Die Pflanze hat zu wenig Platz zum Entfalten. Damit die Kräuter länger halten, empfiehlt es sich, diese nach dem Kauf in größere Tontöpfe umzupflanzen. Danach brauchen die Pflanzen einige Tage Ernteruhe, um neue Blattmasse zu bilden.

Wichtig ist auch, die Küchenkräuter ausgewogen mit Flüssigkeit zu versorgen. Werden sie zu viel gegossen, kann sich leicht Grauschimmel bilden und die Pflanze stirbt ab. Zu wenig Flüssigkeit führt zu welken und trockenen Blättern. Als Faustregel gilt, täglich etwa zehn Prozent des Topfvolumens zu gießen, bei sommerlicher Hitze und "durstigen" Kräutern wie Basilikum auch etwas mehr.


Kartoffeln: Sind grüne Stellen giftig?

Kartoffeln sind ein gesundes Nahrungsmittel. Weisen sie jedoch grüne Stellen auf, sollten diese nicht mitgegessen werden. Sie enthalten vermehrt Solanin, ein natürliches Gift, das die Pflanze vor Fressfeinden schützt. Solanin entsteht durch den Einfluss von Licht, zum Beispiel wenn Kartoffeln falsch gelagert werden oder auskeimen. In geringen Mengen findet es sich auch in der Schale. Beim Menschen kann Solanin in höheren Konzentrationen Beschwerden wie ein Kratzen im Hals, Kopfschmerzen, Durchfall und Erbrechen verursachen. Normalerweise sind die Mengen an Solanin zu gering, um solche Reaktionen hervorzurufen. Trotzdem ist es ratsam, den Solanin-Gehalt so gering wie möglich zu halten.

Kartoffeln sollte man daher dunkel und trocken lagern und grüne Stellen und Keime großzügig entfernen. Auch ist es empfehlenswert, die Schale möglichst nicht mitzuessen. Da Solanin wasserlöslich ist und durch Kochen nicht zerstört wird, darf das Kochwasser von Kartoffeln nicht verwendet werden.


Trend Black Food – Ist Aktivkohle im Essen gesund?

Black Burger, schwarze Croissants und Smoothies oder auch „schwarzer Latte“ liegen im Trend. Die Lust an schwarzem Essen stammt ursprünglich aus Japan. Es soll gesund sein, entgiften und gegen Kater oder Jetlag helfen. Zum Färben dient Aktivkohle, die man auch als Farbstoff E 153 bezeichnet. Sie wird unter anderem aus Holz, Torf, Nussschalen oder Kaffeebohnen hergestellt und kommt auch als Färbemittel für Käserinde oder Dragees zum Einsatz. In der Medizin findet Aktivkohle wegen ihrer hohen Aufnahmefähigkeit Verwendung zum Binden von Giften.

Aktivkohle unterscheidet nicht, welche Stoffe sie an sich bindet. Sie nimmt auch wertvolle Nährstoffe auf. Wird Aktivkohle häufig verzehrt, können Vitamin- und Mineralstoffmängel entstehen sowie Verstopfung. Zu beachten ist, dass auch Medikamente gebunden werden und somit nicht mehr wirken. Wenn nur gelegentlich Speisen mit Aktivkohle genossen werden, besteht jedoch kein Grund zur Sorge.


Warum trägt Mineralwasser ein Mindesthaltbarkeitsdatum?

Viele Verbraucher sind erstaunt, dass Mineralwasser ein Mindesthaltbarkeitsdatum trägt. Der Grund dafür ist die EU-Lebensmittelinformationsverordnung, die auch dafür verpflichtend ein Mindesthaltbarkeitsdatum vorschreibt. Wird Mineralwasser kühl und dunkel gelagert, ist es noch viele Monate nach Ablauf des Datums genießbar. Es kann aber zu geschmacklichen Veränderungen kommen. Vor allem, wenn es warm gelagert wird, können sich Mikroorganismen vermehren. Mineralwasser ist nicht keimfrei, darf aber keine Krankheitserreger enthalten.

Sprudelndes Wasser ist mit Kohlensäure versetzt, was das Keimwachstum hemmt. Für seine Haltbarkeit kommt es allerdings darauf an, worin es abgefüllt wird. In Glasflaschen hält es meist länger als in PET-Flaschen. Denn kohlensäurehaltiges Wasser kann in PET-Flaschen einen Teil seiner Kohlensäure verlieren und Sauerstoff dringt leichter ein. Das Mindesthaltbarkeitsdatum für Sprudelwasser in PET-Flaschen ist daher oft sogar kürzer als für stilles Mineralwasser.


Was gehört im Kühlschrank wohin?

Welche Lebensmittel gehören im Kühlschrank wohin
Welche Lebensmittel im Kühlschrank wohin gehören. Die Grafik stammt aus unserem Ratgeber "Haushalt im Griff".

Lebensmittel sollten im Kühlschrank nicht einfach dort eingeräumt werden, wo gerade Platz ist. Am besten lagert man sie in der Temperaturzone, die speziell dafür geeignet ist. Das erhält die Qualität optimal. Auf der untersten Ablage werden die tiefsten Temperaturen zwischen 0 und 2 Grad erreicht. Leichtverderbliche Lebensmittel wie Fleisch oder Fisch sind hier am richtigen Platz. Im Fach darüber sind Milchprodukte wie Sahne und Joghurt gut aufgehoben. In die oberen Fächer gehören Käse, Speisereste und Geräuchertes. Eier, Butter, Milch und Getränke brauchen nur eine leichte Kühlung. Sie kommen in die Kühlschranktür. Ganz unten befinden sich die Fächer für Obst und Gemüse. Aber nicht alle Sorten vertragen Kälte. Exotische Früchte wie Ananas, Mango oder Bananen gehören nicht in den Kühlschrank. In neueren Kühlschrankmodellen sind bereits "Kellerzonen" zwischen 8-12 Grad integriert, in denen beispielsweise Kartoffeln oder Tomaten lagern können.


Was ist Stracciatella-Eis?

Der Begriff Stracciatella stammt vom italienischen "stracciare" und bedeutet so viel wie "zerreißen" oder "zerfetzen". Seinen Namen hat das Eis durch seine traditionelle Herstellung bekommen. Dabei fügt man dem fertigen Milcheis warme, geschmolzene Schokolade hinzu. Sobald die Schokolade auf das gefrorene Eis trifft, erstarrt sie und wird durch das Rühren der Eismaschine in Splitter zerteilt.

Wer Wert auf echte Schokolade legt, sollte beim Kauf auf die feinen Unterschiede in der Kennzeichnung achten. Anstatt Schokolade wird manchmal kakaohaltige Fettglasur verwendet. Sie enthält weniger Kakao als Schokolade und es können außer Kakaobutter beliebige andere Pflanzenfette verarbeitet werden. Auf der Verpackung muss dies mit der Angabe "mit kakaohaltiger Fettglasur" kenntlich gemacht sein. Das Eis darf dann nicht mehr Stracciatella heißen. Es bekommt stattdessen einen Namen wie "Eis nach Stracciatella Art".


Marmelade oder Konfitüre - wo ist der Unterschied?

Eine "Marmelade" ist im Sprachgebrauch oft jeder süße Fruchtaufstrich –  egal ob aus Erdbeeren, Kirschen oder anderem Obst gemacht. Im Supermarktregal wird man jedoch vergeblich eine "Erdbeermarmelade" suchen, hier findet sich nur "Erdbeerkonfitüre". Wie kommt das? Der Begriff Marmelade ist im Lebensmittelrecht für Erzeugnisse aus Zitrusfrüchten vorgesehen. Die klassische englische Bitterorangenmarmelade zum Beispiel darf also tatsächlich als solche bezeichnet werden. Für den Verkauf auf Wochen- und Bauernmärkten gilt eine Ausnahme. Dort kann man auch Produkte, die aus anderen Früchten hergestellt sind, als Marmelade anbieten.

Die Zusammensetzung von Konfitüren und Marmeladen ist rechtlich genau geregelt. Je nach Obstsorte ist ein Mindestfruchtgehalt vorgeschrieben, Farbstoffe oder Aromazusätze dürfen nicht enthalten sein. Wer auf einen hohen Fruchtgehalt Wert legt, sollte auf die Angabe "Konfitüre extra" achten.


Warum sind rohe grüne Bohnen giftig?

Die meisten Gemüsearten lassen sich roh verzehren. Zu den Ausnahmen zählen grüne Bohnen. Ungekochte grüne Bohnen wie Busch- oder Feuerbohnen enthalten eine giftige Eiweißverbindung, das sogenannte Phasin. Werden die Bohnen mindestens zehn Minuten gekocht, wird das Protein weitgehend zerstört. Gegarte grüne Bohnen stellen daher keine Gefahr für den Menschen dar. Doch auch im Blanchierwasser grüner Bohnen findet sich eine erhebliche Mengen Phasin. Das Wasser sollte deshalb immer weggeschüttet werden.

Wer rohe grüne Bohnen gegessen hat, muss mit Nebenwirkungen rechnen. Phasin bewirkt im menschlichen Körper ein Zusammenkleben der roten Blutkörperchen. Der Sauerstofftransport im Blut wird behindert. Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können die Folge sein. Besonders gefährdet sind Kinder aufgrund ihres geringen Körpergewichts. Bereits fünf bis sechs rohe Bohnen reichen bei Kindern aus, um diese Symptome hervorzurufen. Bei einem Verzehr großer Mengen sind tödliche Vergiftungen nicht auszuschließen.


Gibt es einen Unterschied zwischen Bulgur und Couscous?

Bulgur und Couscous sind Grundzutaten für viele mediterrane und orientalische Gerichte. Als Alternative zu Nudeln, Reis oder Kartoffeln werden sie bei uns immer beliebter und sind mittlerweile in jedem Supermarkt zu finden. Beide Erzeugnisse stammen meist aus Hartweizen, sind vorgegart und hell und körnig. Die Zubereitung ist einfach und schnell: Bulgur und Couscous werden im Verhältnis 1:1 in Wasser erhitzt und müssen etwa 5 bis 10 Minuten quellen.

Unterschiede gibt es beim Aroma und der Herstellung. Bulgur schmeckt kräftig nussig, Couscous etwas milder. Für Bulgur werden Hartweizenkörner gedämpft, dann getrocknet und nach Bedarf klein geschnitten. Durch das Dämpfen gelangen Vitamine und Mineralstoffe aus den Randschichten ins Innere des Korns. Bei Couscous handelt es sich um Hartweizengrieß, der in einem mehrstufigen Verfahren befeuchtet, zu Kügelchen gerollt, gekocht und getrocknet wird. Er ist durch seinen höheren Wassergehalt etwas weniger nährstoffreich.


Was bedeutet das Glas-und-Gabel-Symbol?

Auf Pfannenwendern, Kunststoffbechern oder Vorratsdosen befindet sich häufig ein Symbol, das ein Glas und eine Gabel zeigt. Doch nicht jeder kennt seine Bedeutung. Das Zeichen ist auf Gegenständen, die für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet sind. Es sagt jedoch nichts darüber aus, ob das Teil für die Spülmaschine geeignet ist. Auch ob es in das Gefrierfach darf oder die hohen Temperaturen der Mikrowelle verträgt, bleibt offen. Hierfür gibt es wieder eigene Symbole. Sie sind jedoch nicht einheitlich, oft nur mit Aufklebern angebracht und variieren je nach Hersteller.

Service-Reihe: Hätten Sie's gewusst?

Alle Beiträge aus der Reihe "Essen, trinken und Genuss - hätten Sie's gewusst?" finden Sie bei der Verbraucherzentrale Bayern.

Wir bieten außerdem den Ratgeber "Haushalt im Griff" an, in dem Sie viele Tipps rund um Lebensmittel, Nachhaltigkeit und zum Sparen bekommen.