Laub im Herbst: Wer haftet bei Unfällen?

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Müssen nach der Gemeindeordnung Hausbesitzer:innen die Gehwege kehren, tragen sie die finanziellen Folgen, wenn Personen auf glitschigem Herbstlaub ausrutschen und sich verletzen. 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eigentümer:innen haben die Pflicht, die regelmäßige und ordnungsgemäße Reinigung von Gehwegen zu kontrollieren.
  • Wer zur Miete wohnt, ist in der Regel vertraglich verpflichtet, für den Herbstputz auf dem Bürgersteig zu sorgen. Dennoch bleiben die Vermieter:innen für die Kontrolle verantwortlich.
  • Bei Eigentumswohnungen sind alle Parteien in der Pflicht.
  • Es gibt keine genauen Regelungen, wie oft gekehrt werden muss.
Blätter liegen auf einer Straße, im Hintergrund sind ein parkendes Auto und ein fahrender Bus zu sehen.
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Mit den Herbstwinden kommt auf Mieter:innen und Eigentümer:innen wieder eine lästige, aber unumgängliche Aufgabe zu: die Bürgersteige vom Laub zu befreien. Hat die Gemeinde die Pflicht zum Kehren auf die Eigentümer:innen übertragen, sind sie für die Sicherheit auf den Gehwegen verantwortlich. Deshalb lasten auf ihnen auch die finanziellen Folgen, wenn Personen auf glitschigem Herbstlaub ausrutschen und sich verletzen. Wissenswertes zum Versicherungsschutz findet sich in den folgenden Tipps:

Wohnen zur Miete

Wer zur Miete wohnt, ist in der Regel vertraglich verpflichtet, für den Herbstputz auf dem Bürgersteig zu sorgen. Doch selbst wenn dies im Mietvertrag schriftlich festgehalten ist, bleiben Eigentümer:innen in der Pflicht, die regelmäßige und ordnungsgemäße Reinigung zu kontrollieren. Wenn nach einem Sturz auf nassem Laub Schadenersatz geltend gemacht wird, tritt in der Regel die Haftpflichtversicherung von Mieter:in oder Eigentümer:in ein.

Selbst genutztes Eigentum

Besitzer:innen von selbst genutzten Eigenheimen schützt ebenfalls die Privathaftpflichtversicherung - und zwar vor Schadenersatzforderungen von Personen, die sich durch glitschiges Herbstlaub verletzt haben.

Mehr- und vermietete Einfamilienhäuser

Besitzen Sie ein Mehrfamilienhaus oder vermieten Sie ein Einfamilienhaus, tritt Ihre Haus- und Grundeigentümer-Haftpflicht ein, wenn Personen durch herbstliche Rutschpartien Blessuren davongetragen haben.

Anlagen mit Eigentumswohnungen

Hier sind alle Parteien gemeinsam in der Pflicht, dass Personen durch Herbstlaub nichts Schlimmes passiert. Verunglückt jemand, kann dieser sich mit berechtigten Ansprüchen an alle Eigentümer:innen wenden. Auch denkbar, dass sich Betroffene eine Person aus der Eigentümergemeinschaft zwecks Haftung aussuchen – und diese das Geld dann von den übrigen Parteien wieder eintreiben muss. Die Haftung der Eigentümer:innen gilt übrigens auch dann, wenn die Eigentumswohnung vermietet wurde.

Wie oft muss gekehrt werden?

Es gibt keine genauen Regelungen, wie häufig der Besen geschwungen werden muss. Türmt sich das Laub zu Bergen, muss definitiv mehr Einsatz gezeigt. werden. Andererseits ist es nicht zumutbar, den Blätterwald den ganzen Tag über zu lichten.

Das bedeutet zugleich: Nicht jeder Unfall auf laubbedecktem Boden zieht automatisch Schadenersatzansprüche nach sich. Im Streitfall prüfen Gerichte nämlich, ob der Betroffene den Unfall nicht durch allzu sorgloses Verhalten mitverschuldet hat.

Wohin mit dem Laub?

Verbrannt werden darf Laub in Städten und Gemeinden nicht. Zum Entsorgen eignen sich Komposthaufen, Biotonne oder spezielle Behälter der Gemeinde. Laubbläser dürfen wegen ihrer hohen Lautstärke nur zu bestimmten Uhrzeiten eingesetzt werden. Weitere Infos zur Laubentsorgung erhalten Sie in diesem Artikel.