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Was wissen Verbraucher über ihre Daten? – Ergebnisse einer Umfrage

Stand:

Mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hat jeder ein Recht darauf zu wissen, welche seiner Daten Unternehmen erheben und zu welchen Zwecken sie sie nutzen. Wir haben Verbraucher nach ihren Erfahrungen mit Datenschutzerklärungen und Anfragen an Unternehmen gefragt.

Verbraucherumfrage zu ambulanter Pflege
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Am 18. Mai 2018 ist die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten. Jeder Verbraucher hat ein Anrecht darauf, zu wissen und zu erfahren, zu welchen Zwecken die ihn betreffenden, persönliche Daten (weiter)verarbeitet werden, wie lange diese gespeichert werden, wer die Empfänger der Daten sind und wo sie erhoben wurden. Zudem hat er das Recht, die Berichtigung unrichtiger Daten aber auch die vollständige Löschung seiner Daten zu verlangen. Der Unternehmer, der die Daten des Verbrauchers speichert, hat diese Auskunft unentgeltlich und unverzüglich (spätestens innerhalb eines Monats) zu erteilen.

Unsere interaktive Briefvorlage hilft Ihnen zu erfahren, ob und welche Daten ein Unternehmen von Ihnen gespeichert hat.

Die Verbraucherzentralen haben in einer Umfrage abgefragt, ob Verbraucher schon einmal Informationen über die von ihnen gespeicherten Daten eingefordert oder deren Löschung beantragt haben und was ihnen bei Datenschutzerklärungen wichtig ist. An der fünfwöchigen Online-Umfrage haben 336 Verbraucher teilgenommen.

Die Umfrage bestand aus zwei Teilen. Zum einen sollten Verbraucher ihren Umgang mit Datenschutzerklärungen schildern und ihre Wünsche bezüglich der Ausgestaltung von Datenschutzerklärungen angeben. Im zweiten Teil wurde gefragt, ob Verbraucher schon einmal um Auskunft bezüglich der von ihnen gespeicherten Daten gebeten und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben.

Die meisten, nämlich 235, Befragten lesen Datenschutzerklärungen. Davon der größte Teil – 157 der Teilnehmenden selten, 69 häufig und nur ein sehr kleiner Teil – neun der Befragten – immer. 101 Personen lesen keine Datenschutzerklärungen.

Von den Befragten, die Datenschutzerklärungen lesen, ist lediglich 51 Lesenden klar, wer wann und warum personenbezogene Daten erhält. Dem weitaus größeren Teil (184 Personen) ist die Verarbeitung der personenbezogenen Daten unklar.

Von den 51 der Befragten, denen die Verarbeitung der personenbezogenen Daten klar ist, haben sich 41 schon einmal gegen eine Anmeldung in einem Shop oder gegen den Download einer App entschieden. 

Von 184 Befragten, denen nicht klar ist, wer wann und warum personenbezogene Daten verarbeitet, haben sich 156 schon einmal gegen eine Anmeldung oder einen Download entschieden.

Die 235 Verbraucher, die angegeben haben, Datenschutzerklärungen zu lesen, sollten nunmehr angeben, was am Ehesten in Bezug auf die Datenschutzerklärungen zutrifft. Hier waren Mehrfachangaben möglich. Das Gros der Befragten (208) gab an, auf einen Blick erkennen zu wollen, welche Daten verarbeitet werden. Gefolgt von 164, die sich wünschten, die Erklärungen wären verständlicher geschrieben. Nur sehr wenige – vier – Befragte gaben an, mit dem zufrieden zu sein wie es ist.
 

Was trifft für Sie bzgl.  Datenschutzerklärungen zu?

Die 101 Verbraucher, die keine Datenschutzerklärungen lesen, gaben mit der Möglichkeit Mehrfachnennung an, Datenschutzerklärungen seien zu lang und unübersichtlich (64 Personen), gefolgt von 50 Befragten, die trotz Lesens nicht wüssten was mit den Daten geschehen.

Jeweils 40 Befragten sind diese zu lang und zu kompliziert bzw. haben keine Zeit, diese zu lesen. 18 Teilnehmende sind sich sicher, dass sich die Anbieter nicht an die Erklärungen halten würden, 11 nehmen dagegen an, Verantwortliche halten sich an den Datenschutz und lediglich 5 von 101 Verbrauchern machen sich keine Sorgen um die Daten.

Warum lesen Sie keine Datenschutzerklärungen?

242 Befragte haben noch nicht um Auskunft gebeten. 93 haben von ihrem Recht, Auskunft zu erbitten, Gebrauch gemacht.

Von diesen haben 79 eine Antwort erhalten, 32 haben nur zum Teil Auskunft erhalten, 12 dagegen gar keine und 2 Personen haben keine Angabe gemacht.

Von den Verbrauchern, die angegeben haben, eine Auskunft erhalten zu haben, haben 34 innerhalb von zwei Wochen eine Antwort erhalten, 32 haben zwei bis vier Wochen gewartet, 13 länger als einen Monat.  

Zeitraum, in dem auf das Auskunftsersuchen geantwortet wurde

Die Frage, ob die Auskunft verständlich verfasst gewesen ist, beantworteten 65 Befragte mit ja und 14 mit nein. 33 Personen haben die Auskunft vollumfänglich verstanden, bei 32 war die Auskunft nicht vollständig.

Von den 79 Verbrauchern, die eine Antwort erhalten haben, haben 29 der Verarbeitung der Daten widersprochen, 21 haben um Löschung gebeten, acht eine Datensperre beantragt, sieben haben sich bei einer Datenschutzaufsichtsbehörde und zwei bei der Verbraucherzentrale oder einer anderen Stelle beschwert.

Von den 13, die keine Antwort bekommen haben, haben sich 3 bei der Datenschutzbehörde beschwert.

Von den 242 Personen, die noch nicht um Auskunft gebeten haben, haben nur 5 geantwortet, dass ihnen der Datenschutz nicht wichtig sei. 72 sind noch nicht dazu gekommen und 180 hatten noch keinen Anlass.

Gründe, warum noch nicht um Auskunft gebeten

Die Verbraucher, die um Auskunft gebeten haben, haben sich an folgende Unternehmensbereiche gewendet:

  • Versorgungsunternehmen (Festnetz, Internet, Mobilfunk, Strom, Gas, Wasser): 28
  • Versicherung, Bank, Sparkasse: 24
  • Online-Shops, Tauschbörsen, Auktionen: 24
  • E-Mail-Provider, Soziale Netzwerke (Facebook, Xing, Partnerbörsen, StayFriends, etc.): 21
  • Transport (Bahn, ÖPNV, Fluggesellschaften, Reiseplattform): 9
  • Medien (Musik, Bücher, Filme, Online-Spiele, Apps): 7
  • Prämienpunktesysteme (payback, IKEA-card, etc.): 6
  • Vereine, Freizeit: 5
  • Hardware; Fitnesstracker/-armbänder; Smartphone; Tablet: 2
  • Sonstige: 42

 

Angefragte Unternehmen

 

Fazit:

  • Die meisten Verbraucher lesen die Datenschutzerklärungen, wenn auch eher selten. Allerdings ist Verbrauchern oft nicht klar, wer wann und warum personenbezogene Daten erhält. Dies ist für sie durchaus ein Grund, sich gegen eine Anmeldung bei einem Anbieter zu entscheiden oder auf einen Download zu verzichten.
  • Verbraucher bemängeln den Umfang und die komplizierten Formulierungen.
  • Datenschutzerklärungen sollten auf einen Blick zu erfassen, übersichtlich und nachvollziehbar sein – so der häufige Wunsch der Befragten.


Ein knappes Drittel der Befragten haben im letzten Jahr von ihrem Recht auf Auskunft bezüglich ihrer verarbeiteten personenbezogenen Daten Gebrauch gemacht. Zwei Drittel ist der Datenschutz nicht weniger wichtig, sie haben bisher nur keine Notwendigkeit gesehen oder hatten schlicht keine Zeit. Die meisten Verbraucher haben eine Antwort erhalten und die Auskunft nachvollziehen können. Einige haben der Datenverarbeitung widersprochen und/oder um Löschung gebeten bzw. eine Datensperre beantragt. Nur wenige haben sich an anderer Stelle beschwert, bei denjenigen, die keine Antwort erhalten haben, waren dies sogar noch weniger.

Aus Sicht der Verbraucherzentralen ist es erfreulich, dass tatsächlich viele Verbraucher, die um Auskunft gebeten haben, diese auch bekommen haben. Andererseits zeigt die Umfrage, dass Datenschutzerklärungen viel verständlicher formuliert sein sollten, damit Verbraucher auf einen Blick erkennen könnten, welche Daten von ihnen wo, wie und wem verarbeitet werden.

Es bleibt uns, Verbrauchern zu raten, sich ernsthaft mit dem Verbleib ihrer Daten auseinanderzusetzen. Unser Online-Angebot und die Beratungsstellen bieten dazu Hilfe an. Nutzen sie auch unsere Musterbriefe, um Auskunft über die von ihnen verarbeiteten Daten zu erlangen.