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Snack für (Klein-)kinder mit Kariesgefahr: Quetschies

Pressemitteilung vom
Quetschies

Quetschies Frucht

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Hohe Zuckermengen
„Ohne Zuckersatz“ oder „ausschließlich fruchteigene Süße“, so bewerben die Hersteller ihre Fruchtpürees. Doch der Fruchtzuckergehalt ist teilweise sehr hoch. Die Hälfte der Produkte enthält mehr als 12,5 g Zucker pro 100 g. Äpfel, die der Hauptbestandteil der meisten Quetschies sind, enthalten von Natur aus 10,3 g Zucker pro 100 g. „Doch das Fruchtpüree Apfel-Aprikose vom Hersteller Genuss Plus Kids mit dem höchsten Zuckeranteil, 16,8 g pro 100 g, enthält neben dem Zucker aus püriertem Obst auch noch Fruchtsüße aus Traubensaftkonzentrat, also völlig überflüssigen, zusätzlichen Zucker“, sagt Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen.

Problem Dauernuckeln
Das Dauernuckeln an den Quetschbeuteln ist nicht nur aufgrund der erhöhten Kariesgefahr schädlich. So weist der Deutsche Bundesverband für Logopädie darauf hin, dass Eltern ihre Kleinkinder frühzeitig, d. h. bis zum Alter von drei Jahren, beim Abgewöhnen des Nuckelns (Schnuller, Flasche) unterstützen sollten. Dadurch ließen sich andere Probleme wie kieferorthopädische Maßnahmen im Kindes- und Jugendalter verhindern. Wird frisches Obst, wie z. B. ein kleingeschnittener Apfel, gegessen, fördert dies die Kaumuskulatur und die kindliche Sprachentwicklung. „Einige Hersteller haben diese Problematik erkannt. Drei Hersteller empfehlen, das Fruchtpüree mit dem Löffel zu geben oder es dem Kind zum Löffeln zu überlassen, so wie Eltern es auch bei einem Babybrei tun würden“, so Oelmann weiter.

Sieben Hersteller warnen auf ihren Produkten vor Karies durch häufiges oder dauerhaftes Umspülen der Zähne mit dem Fruchtpüree aus dem Beutel. Drei weisen dabei auch auf regelmäßige Zahnpflege hin. Doch gerade von den fünf Produkten mit dem höheren Zuckeranteil warnen zwei nur vor dem Dauernuckeln des Produktes, ohne dabei weiter auf die kariesfördernde Wirkung hinzuweisen. Apfelino vom Hersteller Spreewaldkonserve mit dem zweithöchsten Zuckeranteil enthält als einziges keinen Warnhinweis.

Zusammensetzung
Mit bis zu 77 % ist die Hauptkomponente in den meisten Produkten pürierter Apfel. Manche Produkte bestehen nur aus püriertem Obst, einigen sind auch Saft und Saftkonzentrate zugefügt. Bis auf zwei Ausnahmen wird ausschließlich bio-zertifiziertes Obst verwendet. Zwei Produkte enthalten Ascorbinsäure (Vit. C), zwei weitere Zitronensaftkonzentrat. „Ascorbinsäure wird als Antioxidationsmittel zugesetzt, um Reaktionen mit Sauerstoff, wie z. B. Verfärbungen, zu verhindern“, erklärt Gertraud Huisinga, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bremen. „Zitronensaftkonzentrat wiederum ist ein Säuerungsmittel, wird also als geschmacklicher Ausgleich zu den süßen Früchten eingesetzt. Dabei besteht jedoch das Risiko, dass der Zahnschmelz durch die Säure angegriffen wird. Dies gilt erst recht bei längerem Nuckeln“ warnt Huisinga.

Viel Plastikabfall
„Quetschies verursachen im Vergleich zu frischem Obst viel Plastikmüll. Neben der Tüte fällt bei jeder Portion auch der große Verschluss an. Diese Übergröße macht den Verschluss zwar verschlucksicherer, führt aber zu weiterem Müll“, kritisiert Oelmann.
Zumindest zwei Hersteller haben sich Gedanken zum Thema Müll gemacht: „Freche Freunde“ setzten auf überwiegend nachwachsende Verpackungsmaterialien, „Fruchtbar“ recycelt die Beutel und die Deckel, wenn Eltern sich die Arbeit machen, sie zurückzuschicken. Bei 30 oder mehr zurückgeschickten Beuteln bekommt die Kundin oder der Kunde kostenfrei ein Produkt aus diesem Material, das in einer Behindertenwerkstatt hergestellt wird. Dabei handelt es sich vorwiegend um Taschen. Beide Verpackungen tragen einen grünen Punkt. Alle anderen Hersteller zeigen keine Ansätze zur Müllreduktion.

Preise
„Im Vergleich zu Babyobstbrei in Gläschen sind Quetschies teuer“, sagt Oelmann. 100 g Fruchtpüree aus dem Quetschbeutel kosten bis zu 0,94 €, das günstigste Produkt kostet 0,47 € pro 100 g. Babyobstbrei aus dem Glas ist für etwa 0,30 bis 0,50 € pro 100 g Brei erhältlich. Oft enthält Babybrei jedoch neben Fruchtpüree auch noch ein paar günstigere Zutaten wie Zwieback, Reisstärke, Apfelsaft aus Apfelsaftkonzentrat oder einen stark erhöhten Apfelanteil.

Empfehlungen der Verbraucherzentrale Bremen:

  • Lassen Sie Ihr Kind an Quetschies nicht „dauernuckeln“
  • Die Produkte sollten nur Obst und Fruchtsaft, aber keine weiteren Zutaten, wie z. B. Fruchtsaftkonzentrate oder Zusatzstoffe enthalten
  • Bieten Sie Ihrem Kind bevorzugt frisches Obst und Gemüse an. Besonders gut kommen „bunte Teller“ an, mit verschiedenen, mundgerecht geschnittenen Obst- und Gemüsesorten

Komplette Erhebung als Tabelle (pdf)

 

Fragen zum Thema beantwortet die Ernährungsabteilung der Verbraucherzentrale Bremen dienstags von 10:00 bis 13:00 Uhr und donnerstags von 14:00 bis 16:00 Uhr unter der Durchwahl (0421) 160 77-54.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.