Goldene Nase der Verbraucherzentrale Bremen geht an das Basiskonto der Bremischen Volksbank eG

Pressemitteilung vom

Ein (Basis-) Girokonto ist für Verbraucher existenziell <br/>
Das Basiskonto muss bezahlbar sein

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- Ein (Basis-) Girokonto ist für Verbraucher existenziell

- Das Basiskonto muss bezahlbar sein

- Das Basiskonto der Bremischen Volksbank eG ist unsozial

- Vergleichen lohnt sich

Die Goldene Nase ist ein Preis für besonders verbraucherunfreundliches Marktverhalten. 2016 hat sich die Bremische Volksbank eG als unschlagbar erwiesen, dort kostet ein Basiskonto bis zu 350 € pro Jahr. Das ist im Vergleich zu anderen Anbietern teuer und unsozial.

In Deutschland müssen mehr als 670.000 Menschen ohne Konto leben, was aber eine Teilhabe an einem normalen Alltagsleben unmöglich macht. Ohne Bankverbindung ist es schwer, eine Wohnung oder einen Arbeitsplatz zu finden, den Strom zu bezahlen, einen Handyvertrag abzuschließen oder im Internet etwas einzukaufen. Selbst der Bezug von Sozialleistungen wird erschwert.

Nach zwanzig Jahren des Ringens hat nun europaweit jeder Mensch seit dem 19.06.2016 das Recht auf ein Basiskonto. Banken und Sparkassen sind nach dem Zahlungskontengesetz (ZKG) gesetzlich verpflichtet, jedem der sich berechtigt in Europa aufhält, ein Girokonto in Deutschland einzurichten. Sie dürfen Verbraucher nicht mehr zurückweisen, nur weil sie obdachlos, arm oder verschuldet sind. Leider steht im Gesetz nicht, was ein solches Konto kosten darf. In § 41 ZKG heißt es nur, dass das Entgelt "angemessen" sein muss.

Was aber heißt angemessen?

In Deutschland haben sich vorwiegend zwei Entgeltmodelle für Girokonten heraus gebildet, die mit einem monatlich zu zahlenden Pauschalentgelt und die Konten, bei denen neben einem geringen Grundpreis für einzelne Kontobewegungen gezahlt werden muss.

Die Bremische Volksbank eG vermischt diese beiden Entgeltmodelle. Wer bei den Genossen der Bremischen Volksbank eG ein Basiskonto beantragt, muss einen monatlichen Grundpreis (8,90 €) zahlen und zusätzlich schlägt jede einzelne Kontobewegung extra zu Buche.

Was dies für einen Verbraucher (Modellkunde Stiftung Warentest 01/2013 https://www.test.de/Girokonto-177-Kontomodelle-im-Test-4488748-4488762/ bedeutet, der auf ein Basiskonto angewiesen ist, hat die Verbraucherzentrale Bremen ermittelt. Das Ergebnis ist erschütternd: - Grafik auch in der PDF -

Das Basiskonto kostet einem Kunden, der das Filialnetz der Bremischen Volksbank eG nutzen muss, bis zu 350 € pro Jahr. Die Hilfe zum Lebensunterhalt vom Jobcenter für einen Monat würde bei der Bremischen Volksbank eG fast komplett für die Kontoführung draufgehen.

"Diese Preispolitik ist frech und unsozial", sagt Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen. Für viele Verbraucher kommt hinzu, dass der Preis für das Basiskonto intransparent ist, weil sie bei Beantragung eines Basiskontos gar nicht einschätzen können, was das Basiskonto übers Jahr tatsächlich kosten wird.

"Es ist durchaus nachvollziehbar, dass Banken und Sparkassen in Zeiten niedriger Zinsen auf der Suche nach neuen Einkommensquellen sind, aber gerade bei den Ärmsten? Die Bremische Volksbank eG hat sich die Goldene Nase für ihr Basiskonto verdient", so Annabel Oelmann weiter.

"Wer ein Basiskonto braucht, sollte sich Zeit nehmen und Preise vergleichen, sagt Lovis Wambach, Rechtsexperte der Verbraucherzentrale Bremen.

Denn es geht auch anders.

"Nach wie vor bieten Online-Banken, wie etwa die ING-DiBa, DKB oder die comdirect, Basiskonten gratis an; bei der Sparkasse Bremen kostet das Basiskonto 4,90 €/Monat, die Sparkasse Weser-Elbe (Bremerhaven) berechnet 5,95 € und für minderjährige Flüchtlinge ist es beispielsweise bei der Bremer Landesbank kostenlos", so Lovis Wambach weiter.

Die Verbraucherzentrale Bremen bleibt am Ball und bittet alle Bremer und Bremerhavener ihre Erfahrungen rund um das Basiskonto zu berichten. (basiskonto@verbraucherzentrale-bremen.de)

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