Warum ein Darlehen?
Wünsche wie Urlaub oder ein neues Auto sollen schnell erfüllt werden. Finanzielle Löcher müssen gestopft oder alte Schulden umgeschichtet werden, ein Ratenkredit scheint eine einfache Lösung. „Im Gegensatz zum teuren Dispokredit kann ein Ratenkredit die Zinskosten deutlich verringern“, erläutert Roland Stecher, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen. Komplizierte Darlehensverträge mit versteckten Kosten können jedoch für Verbraucherinnen und Verbraucher teuer werden. Wichtig ist immer, das eigene Budget im Blick zu haben. Wie viel vom monatlichen Einkommen kann während der gesamten Darlehenslaufzeit regelmäßig aufgebracht werden, ohne sich übermäßig einschränken zu müssen? Außerdem empfiehlt sich gleichzeitig die Bildung von Rücklagen.
Ratenkredit, was zu beachten ist
Bevor man mit seinem Kreditwunsch zur Bank geht, sollten einige Dinge beachten werden. Jedes Darlehen ist eigentlich nur ein Vorschuss von der Bank, das mit Zinsen teuer bezahlt werden muss. Läuft etwas bei der Rückzahlung schief, wird aus dem Kredit schnell ein Schuldenproblem. Die monatlich gleichbleibende Rate muss als Belastung fest einkalkuliert werden. Die Konditionen für einen Dispositionskredit (bei Überziehung des Girokontos) bewegen sich häufig zwischen 9 und 17 % p.a. Die Konditionen für einen Ratenkredit fallen deutlich günstiger aus, sind aber auch abhängig von der persönlichen Bonität.
Umschuldung
Bestehen ein teurer Ratenkredit oder mehrere Kredite, kann eine Umschuldung die Monatsbelastung senken. Einen bestehenden Ratenkredit kann man jederzeit komplett zurückzahlen, entweder mit eigenem Geld oder einem neuen, günstigeren Kredit. Die Bank darf dafür jedoch eine Entschädigung verlangen. In den letzten Jahren waren die Kreditzinsen recht niedrig. „In den meisten Fällen lohnt es sich, das Darlehen umzuschulden. Vor allem, wenn sich die eigene finanzielle Situation verbessert hat oder eine teure Restschuldversicherung abgeschlossen wurde“, erläutert Roland Stecher.
Restschuldversicherung wenig sinnvoll
Häufig erfolgt eine Kreditvergabe in Kombination mit einer Restschuldversicherung. Diese soll vor Zahlungsausfall durch Jobverlust oder Krankheit schützen. „Sie ist in den meisten Fällen jedoch überflüssig und teuer. Seit Januar 2025 darf eine Restschuldversicherung erst sieben Tage nach der Kreditvergabe abgeschlossen werden“, führt Stecher aus. Hiermit soll verhindert werden, dass Verbraucherinnen und Verbraucher die Zusatzversicherung standardisiert oder unter Druck abschließen. Insbesondere dann, wenn diese überhaupt nicht gewollt oder gebraucht wird.
Information und Beratung der Verbraucherzentrale Bremen
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