Falsche Versprechen zur Wärmedämmung sind weiterhin in Umlauf

Pressemitteilung vom
Rund um energetische Sanierungen von Gebäuden kursieren weiterhin falsche Annahmen und überzogene Werbeversprechen. Sie verunsichern Verbraucher:innen und können zu teuren Fehlentscheidungen führen. Inse Ewen, Energieberaterin für die Verbraucherzentrale Bremen, erläutert, welche irreführenden Aussagen immer wieder wirksame und sinnvoll geplante Wärmedämmmaßnahmen verhindern.
An einer Hausfassade sind Wärmedämmungsplatten angebracht
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Werbe-Mythos 1: „Dämmung spart stets 50 Prozent Energie“

Pauschale Einsparversprechen sind nicht seriös. Wie viel Energie durch Dämmmaßnahmen eingespart werden kann, hängt unter anderem von der Bauweise, Gebäudezustand, Heizsystem und Nutzerverhalten ab. Prozentangaben ohne Bezug auf ein konkretes Gebäude sind fachlich nicht belastbar. Die Einsparung kann aber vorab rechnerisch ermittelt werden.

Seriöse Einsparnachweise erfordern fachkundige Berechnungen oder praxisnahe Messungen. Allgemeingültige Prozentangaben ohne Bezug auf ein konkretes Gebäude sind daher irreführend.

Werbe-Mythos 2: „Beschichtung oder Anstrich ersetzen eine Wärmedämmung“

Eine nachträgliche wirksame Wärmedämmung setzt Baustoffe mit nachgewiesen niedriger Wärmeleitfähigkeit und einer definierten Dämmdicke voraus. Typische Dämmstoffe bestehen zum Beispiel aus mineralischen oder organischen Fasern, mineralisch porösen Materialien oder geschäumten Kunststoffen, wobei sich die Materialien je nach Einsatzgebiet unterschiedlich gut eignen.

Dünne Beschichtungen, Fassadenanstriche oder lediglich Folien erfüllen diese Funktion nicht. Sie ersetzen weder eine fachgerecht ausgeführte Dämmung noch erzielen sie vergleichbare Energieeinsparungen. Gegenteilige Behauptungen, die solche Produkte als vollständigen Ersatz für eine Dämmung darstellen, sind fachlich falsch und nicht seriös nachgewiesen.

Werbe-Mythos 3: „Förderung möglich (stimmt, aber…)“

Nicht jedes als innovativ beworbene Produkt erfüllt die Voraussetzungen. Pauschale Hinweise auf eine mögliche Förderung sind missverständlich, wenn sie die Anforderungen verschweigen. Dies betrifft insbesondere Produkte oder Systeme, die keine anerkannte Dämmwirkung im Sinne der Förderprogramme nachweisen.

Für die finanzielle Förderung energetischer Sanierungen gelten klare Anforderungen. Für nachträgliche Wärmedämmungen werden Höchstwerte beim Wärmeverlust gefordert. Eine gute Wärmedämmung hält diese Anforderung ein. Mit einem lediglichen Anstrich etwa ist das praktisch ausgeschlossen, auch dann, wenn Hersteller mit der Förderung werben.

Gefördert werden nachträgliche Wärmedämmungen unter anderem mit Zuschüssen und günstigen Darlehen durch die Programme der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)sowie durch Förderprogramme der Bundesländer und Kommunen. Alle Förderprogramme setzen klare technische Mindestanforderungen voraus.

Inse Ewen, Energieexpertin der Verbraucherzentrale, fasst zusammen, warum Verbraucher:innen bei der energetischen Sanierung auf nachvollziehbare Grundlagen setzen sollten: „Wer energetisch sanieren möchte, sollte sich zuvor unabhängig beraten lassen. Das hilft, Mythen von Fakten zu trennen und Maßnahmen sinnvoll auf das jeweilige Gebäude abzustimmen. Wer sich nur auf Werbeversprechen verlässt, riskiert viel Geld für sinnlose Maßnahmen auszugeben.“

Fragen zum Thema Wärmedämmung und energetische Sanierung beantwortet die kostenfreie Energieberatung der Verbraucherzentrale Bremen. Die Beratung findet online, telefonisch, per Video oder in einem persönlichen Gespräch statt. Eine Terminvereinbarung unter 0421 16077-7 oder 0800 809 802 400 ist erforderlich. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Über die Energieberatung der Verbraucherzentrale

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale bietet das größte, anbieterunabhängige Beratungsangebot zum Thema Energie in Deutschland. Dank Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium begleitet sie seit 1978 private Verbraucher:innen mit derzeit über 900 Energieberater:innen und an mehr als 1.000 Standorten in eine energiebewusste Zukunft. Im Jahr 2024 wurden weit über 230.000 Privathaushalte zu allen Energie-Themen unabhängig und neutral beraten, beispielsweise zu Energiesparen, Wärmedämmung, moderner Heiztechnik und erneuerbaren Energien.

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