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Private Krankenversicherung: Der Blick auf die Prämien reicht nicht

Mehr Leistungen bei geringeren Kosten – mit diesem Versprechen werden insbesondere jüngere und gesunde Gutverdiener zu einem Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung animiert. Wer wechseln kann, sollte sich diesen Schritt jedoch sehr sorgfältig überlegen. Denn ein Zurück ist nur schwerlich möglich. Auch ein Fehler bei der Auswahl des Versicherers lässt sich kaum noch korrigieren.

Bis zu einem Bruttojahresgehalt von 46.350 Euro sind Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert. Wer mehr verdient, kann zu einem privaten Krankenversicherer wechseln. Beamten und Selbstständigen steht der Wechsel jederzeit offen, unabhängig vom Bruttoverdienst. Allerdings: Private Versicherer müssen anders als die gesetzlichen Kassen nicht jeden nehmen.und lehnen bei manchen Vorerkrankungen auch ab.

Gerade jüngere gutverdienende Ledige können durch einen Wechsel erhebliche Beiträge sparen, zumal manche Anbieter noch mit besonders günstigen Einsteigertarifen werben. Über die kurzfristigen Ersparnisse darf jedoch nicht übersehen werden, dass der Wechsel eine Entscheidung für den Rest des Lebens ist. Die Frage ist deshalb, ob die private Krankenversicherung auch später noch lohnt. Ein wichtiger Prüfpunkt ist dabei die Familienplanung.

In der Gesetzlichen sind Kinder und Ehepartner kostenlos mitversichert. In der Privaten benötigen Ehepartner und Kinder demgegenüber jeweils eine eigene Police. Verdienen beide Partner, aber nur nur einer liegt mit dem Einkommen über die Pflichtversicherungsgrenze und kann sich privat versichern, muss dieser auch die Kinder absichern. Ein privater Krankenversicherungsschutz kostet pro Kind zwischen 100 und 200 Euro im Monat. Für Singles mit Familienwunsch sieht die Rechnung folglich schon deutlich anders aus.

Anders als in der Gesetzlichen sind die Beiträge zudem nicht an das Einkommen gekoppelt, sondern werden nach Alter, Geschlecht und Gesundheit bei Vertragsabschluss kalkuliert. Was anfänglich ein finanzieller Vorteil ist, kann sich im Alter als schwerer Nachteil erweisen. Während in der Gesetzlichen bei sinkendem Einkommen im Alter auch die Beiträge sinken, laufen sie in der Privaten in voller Höhe weiter. Da infolge der Kostenentwicklung im Gesundheitswesen die Beiträge zudem tendenziell steigen, laufen Privatversicherte schneller Gefahr, finanziell überfordert werden. Diese bittere Erfahrung haben in den vergangenen Jahren viele machen müssen.

Inzwischen sind zwar verschiedene Vorkehrungen getroffen worden, die solche Probleme künftig vermeiden soll. Trotzdem muss das Problem steigender Beiträge mit zunehmenden Alter bei der Entscheidungsfindung mitbedacht werden.

Wer sich für eine private Krankenversicherung entscheidet, muss zudem beachten, dass der Versicherungsschutz, anders als in der Gesetzlichen, nicht weitgehend standardisiert ist. Es muss vielmehr eine individuelle Auswahl der einzelnen Versicherungsbausteine erfolgen. Dies hat den Vorteil, dass sich der Versicherte seinen Schutz maßgeschneidert zusammenstellen kann. Es bedeutet aber zugleich, dass er auch bei der Auswahl des Versicherers nicht einfach nur auf die Beitragshöhe schauen darf. Wer wechseln will, muss sich vielmehr sehr genau mit den Vertragsbestimmungen der angebotenen Tarife auseinander setzen und deren Leistungen immer auch mit denen der gesetzlichen Kassen vergleichen. Denn die Leistungen der Privaten sind keineswegs durchgängig besser. Eine sorgfältige Prüfung vorab ist auch deshalb besonders wichtig, weil ein späterer Wechsel zu einem anderen privaten Versicherer systembedingt kaum möglich ist.

Da sowohl die Frage nach dem für und wider , als auch die Auswahl des richtigen Tarifes sehr schwierig ist, bietet die Verbraucherzentrale Bremen eine Beratung durch einen gerichtlich zugelassenen Versicherungsberater an, der sich auf diese Fragen spezialisiert hat.

Die Beratung kostet 75 Euro pro Stunde. Benötigt werden in der regel 1,5 Stunden.

Terminabsprache über Tel. (0421) 160 777

Fr, 14. Jan 2005

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