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Themen :: Versicherung :: Besserer Schutz mit weniger Kosten

Besserer Schutz mit weniger Kosten

Mit Versicherungen befasst sich kaum jemand gerne. Die Materie erscheint hochgradig kompliziert und die Aussicht, sich durch seitenlanges und kaum verständliches Kleingedrucktes zu quälen, ist geradezu abschreckend. Die meisten geben sich deshalb mit den erstbesten Angeboten zufrieden – in der Hoffnung, dass der Vermittler schon richtig berät und die Versicherungen bei anderen Anbietern auch nicht viel billiger zu bekommen wären. Viele Verbraucher haben Glück und geraten tatsächlich an einen versierten Vertreter oder Makler, der sie gut berät und ihnen einen mehr oder weniger preisgünstigen Versicherungsschutz vermittelt. Viele andere, die sich selbst nicht kümmern, haben jedoch weniger Glück. Sie zahlen dann – bestenfalls – unnötig viel Geld für Versicherungen, die sie anderorts erheblich günstiger abschließen könnten. Oft sind sie obendrein aber auch falsch oder nur unzureichend versichert – was im Falle eines Falles zu bitteren Überraschungen führen kann.

Statt sich blindlings auf Andere zu verlassen, ist es deshalb ratsam, sich zumindest einige grundsätzliche Punkte in Fragen der Versicherung klarzumachen.

Der erste Punkt ist, dass es bei Versicherungen in erster Linie um die Abdeckung bestimmter Risiken geht und nicht um eine Geldanlage. Die Versicherer bieten zwar gerne auch Finanzprodukte an. Vorrang vor der Geldanlage und Altersvorsorge hat aber die Vorsorge für Risiken, die zu erheblichen Einnahmeausfällen oder Vermögensschäden führen können.

Abzusichern sind zweitens vorrangig die existentiellen Risiken. Dies sind mögliche private Haftpflichtansprüche, die Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit sowie – wenn Lebenspartner oder Kinder zu versorgen sind – das Todesfallrisiko. Dies scheint eine Binsenwahrheit zu sein. Leider zeigt die Praxis aber, dass nicht wenige ihr Auto besser versichert haben als ihre eigene Person oder Familie. Zu achten ist insbesondere auch darauf, dass die Großrisiken mit hinreichend hohen Summen abgedeckt sind. Eine Berufsunfähigkeitsrente von beispielsweise 250 Euro oder eine Todesfallsumme von 50.000 Euro bei einer Familie mit Kindern reichen in aller Regel nicht aus.

Welche Versicherungen benötigt werden, hängt weiterhin vor allem von der persönlichen Lebenssituation ab. Junge Singles haben einen anderen Bedarf als Familien mit Kindern oder als Rentner. Daraus folgt auch, dass der Bestand an Versicherungen wenigstens immer dann überprüft werden sollte, wenn sich die Lebensumstände ändern – wie etwa bei Heirat oder Geburt von Kindern, aber auch bei Trennung oder wenn erwachsene Kinder nicht mehr abgesichert werden müssen. Mitunter geht es auch nicht um den Abschluss einer neuen oder die Kündigung einer nicht mehr benötigten Versicherung, sondern um die Änderung des Bezugsberechtigten der Versicherung. Fälle, in denen ein schon lange geschiedener Partner bei Tod die Versicherungssumme bekommt, während der neue Partner mitsamt Kind nicht abgesichert ist und leer ausgeht, sind warnende Beispiele.

Schließlich sollte jeder zumindest in etwa wissen, in welcher Spannbreite sich die Kosten gleichartiger Versicherungen bewegen. Denn die Unterschiede sind beträchtlich und es besteht daher die Gefahr, dass über die Jahre hinweg Hunderte oder gar Tausende von Euro an unnötig hohen Prämien verschwendet werden.

Einzuräumen ist allerdings, dass die Beurteilung von Versicherungen im Detail oft schwierig ist und fachkundiger Rate für die meisten unerlässlich bleibt. Auch hier müssen sich Versicherte aber nicht einfach auf die Anbieter verlassen, sondern können sich bei der Verbraucherzentrale unabhängig von Verkaufsinteressen beraten lassen. Informationen dazu unter 160777 oder versicherung@vz-hb.de

Mi, 01. Nov 2006

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