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Nepper, Schlepper, Bauernfänger...

Telefonmarketing wird immer dreister! Nun werden Verbraucher sogar unter dem Deckmantel „Verbraucherzentrale“ angerufen, um ihnen Schutz vor Datenmißbrauch und Telefonterror gegen teures Geld anzudrehen.

Die Verbraucherzentrale Bremen warnt:

Trauen Sie keinem Anrufer, der Sie für Geld vor Werbung schützen möchte, denn

  1. Verbraucherzentralen betreiben kein verbotenes Telefonmarketing!

  2. Die angeblichen „Verbraucherschützer“ sind gar nicht in der Lage, den versprochenen Schutz vor Datenmissbrauch und unerbetene Werbeanrufe zu gewährleisten. Ihnen geht es allein darum, völlig unsinnige Vereinsmitgliedschaften oder Dienstleistungen zu verkaufen!

  3. Sinnvolle Maßnahmen gegen Datenmissbrauch und Telefonterror müssen kein Geld kosten!

Die Verbraucherzentrale Bremen erreichen vermehrt Beschwerden, wonach sich Werbeanrufer als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale ausgeben, um Schutz vor Datenmissbrauch und Telefonterror zu verkaufen. Nachdem zunächst der Verein „Verbraucher Werbeschutzbund e.V.“ mit dieser unlauteren Werbemasche auffällig und von der Verbraucherzentrale Bremen abgemahnt wurde, sind nun die Anbieter von www.TelefonBremse.de aktiv und bieten den Verbrauchern gegen Zahlung eines Jahresentgeltes von 134,80 € bzw. 149,80 € an, Rechtsansprüche der Verbraucher auf Unterlassung zu verfolgen.

Sie locken dabei sogar mit der Auszahlung von „durchschnittlich ca. 100 € Aufwendungsersatz pro gemeldeten Werbeanruf“. Dieses Versprechen ist aber nichts wert. Denn in Zif. 7. der AGB der minaris GmbH heißt es hierzu ausdrücklich: „Die von der minaris GmbH ... in Aussicht gestellten Zahlungen von Kostenaufwandsersatz (Rückzahlungen) an unsere Auftraggeber (Mitglieder) sind in keinem Fall gesichert und können nur erfolgen, wenn das beklagte Unternehmen entsprechende Zahlungen geleistet hat, ...“ Einen solchen Zahlungsanspruch sieht das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb aber gar nicht vor.

Die Verbraucherzentrale rät daher:

  1. Keine persönliche Daten, insbesondere nicht die Bankverbindung, an den/die Anrufer/in herausgeben!

  2. Die Daten des Telefonats, wie Name des Anrufers, die Firma für die angerufen wird, die Rufnummer des Anrufers, Datum und Uhrzeit des Telefonats und den Grund des Anrufs zu notieren und sich an der „Aktion gegen unerlaubte Telefonwerbung“ auf der Homepage der Verbraucherzentrale Bremen zu beteiligen.

  3. Weitere Infos und Tipps enthält der Flyer „Kein Abschluss unter dieser Nummer“ (PDF, 608 KB), der kostenlos auf der Homepage der Verbraucherzentrale Bremen unter abrufbar ist und im Infozentrum der Verbraucherzentrale Bremen im Altenweg 4 in 28195 Bremen ausliegt.

Zu dieser und allen anderen Fragen rund um das Verbraucherrecht kann man sich an die Verbraucherzentrale wenden, und zwar am Montag, Dienstag, Donnerstag von 10.00-18.00 Uhr und Freitag von 10.00 bis 13.00 Uhr. Die Beratung kostet 12,50 pro Viertelstunde.

Di, 23. Feb 2010

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