Gefälschte Abmahnungen im Umlauf
Verbraucherzentrale warnt vor betrügerischen E-Mails
Wieder einmal werden per E-Mail gefälschte Abmahnungen für angeblich illegale Downloads von Musikstücken versendet. Gerrit Cegielka von der Verbraucherzentrale Bremen rät, diese E-Mails zu ignorieren und bei der Polizei Strafanzeige zu erstatten.
Auf den ersten Blick sieht die E-Mail von Rechtsanwalt Florian Giese mit dem Betreff „Ermittlungsverfahren gegen Sie“ echt aus. Die Empfänger werden beschuldigt, illegal Musikstücke aus dem Internet herunter- und auch hochgeladen zu haben. Um den vermeintlichen Tätern unangenehme Hausdurchsuchungen oder Gerichtstermine zu ersparen, unterbreitet die angebliche Kanzlei in einem „Kulanzangebot“, den Schadenersatzanspruch außergerichtlich durch die Überweisung von pauschal 100 Euro zu lösen. Genannt wird jedoch kein Bankkonto, auf das das Geld einzuzahlen wäre, sondern eine Überweisung per U-Cash oder Paysafecard. Hierdurch wäre ein völlig anonymer Geldtransfer möglich.
Beim zweiten Hingucken fällt jedoch auf, dass das Schreiben voller Rechtschreibfehler ist. Zudem gehe aus dem Inhalt der Mail jedoch ganz klar hervor, dass dieses Schreiben nicht von einer Anwaltskanzlei kommen könne, meint Gerrit Cegielka, Jurist der Verbraucherzentrale Bremen. Denn der bei einer korrekten Abmahnung geltend gemachte Anspruch auf Unterlassung fehle völlig.
Besonders dreist ist bei dieser Masche: Rechtsanwalt Florian Giese und seine Kanzlei gibt es tatsächlich in Hamburg und er ist auch für Urheberrechtsverletzungen zuständig. Aber das ist auch schon das einzige, was korrekt ist. Am Werk sind Betrüger, die den Namen und den Berufsstand missbrauchen, um an Geld zu kommen. In einer Erklärung vom 14.10.2010 distanzieren sich Rechtsanwalt Florian Giese und seine Kanzlei ausdrücklich von diesem Schreiben und seinem Inhalt.
Cegielka rät allen Empfängern einer solchen E-Mail, auf keinen Fall irgendeine Summe zu bezahlen! Da das Vorgehen Straftatbestände erfülle, sollten die Betroffenen Anzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft erstatten.
Fr, 19. Nov 2010



