Wer sind die größten Grünfärber?
Verbraucherzentrale prüft Klimawerbung
Klimaschutz liegt im Trend und die Unternehmen haben sich längst darauf eingestellt. Mit Schlagworten wie „klimafreundlich“ , „klimaneutral“ oder „klimaschonend“ werben sie für ihre Produkte oder Dienstleistungen. Die Verbraucherzentrale Bremen moniert, dass Verbraucher bislang keine Möglichkeit haben, den Wahrheitsgehalt solcher Aussagen zu überprüfen. Es fehlen verbindliche Standards bei Werbung mit Klimaschutzargumenten. Die Verbraucherzentralen rufen deshalb im Rahmen der bundesweiten Kampagne „für mich. für dich. fürs klima.“ alle Verbraucher dazu auf, Hinweise auf Klimawerbung zu sammeln.
Autobauer, Energieunternehmen oder Transportdienstleister geben ihren Produkten einen „grünen Anstrich“. Opel etwa wirbt mit „umweltfreundlichen“ Fahrzeugen, E.ON verkauft mit „sonnigen Aussichten“ Solarstrom, die swb schützt das Klima mit Bio-Erdgas und die DHL bietet für ihre Pakete einen CO2-neutralen Versand.
Nicht zuletzt angesichts bedrohlicher Klimaszenarien achten Verbraucher beim Einkauf auch immer mehr auf klimafreundliche Produkte. Doch was ist dran an den Versprechen von Industrie und Handel? Klare Regeln für Werbung mit Klimaschutzargumenten fehlen bislang. Können sich Verbraucher auf diese Werbebotschaften also verlassen? Dieser Frage geht die Verbraucherzentrale Bremen auf den Grund. Deswegen ruft sie alle Verbraucher auf, Klimawerbung zu sammeln.
Zeitungsanz eigen, Produktaufkleber, Werbezettel, Hinweise auf Internetseiten, TV- oder Radiospots oder Fotos von Produkten, auf denen mit „Klima“-Schlagworten geworben wird, können direkt an die Verbraucherzentrale Bremen geschickt oder im Internet per ->Online-Formular eingetragen werden. Werbeanzeigen und Produktverpackungen können auch direkt in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Bremen oder Bremerhaven (Altenweg 4, 28195 Bremen, bzw. Hafenstraße 117, 27572 Bremerhaven) abgegeben werden.
Regeln für „grüne Werbung“ entwickeln
Die Verbraucherzentralen prüfen die Angaben und gehen gegebenenfalls mit juristischen Mitteln gegen die Werbung vor. Ziel der Aktion ist es, den Markt für Verbraucher transparenter zu gestalten und verbindliche Regeln für „grüne Werbung“ zu entwickeln.
Aus vielen Befragungen ist mittlerweile bekannt, dass sich Verbraucher klimafreundlicher verhalten wollen. Hemmnisse für klimafreundliches Verhalten sehen sie jedoch in mangelnder Transparenz und einem zu geringen Angebot an klimaschonenden Produkten und Dienstleistungen. (Anfang Dezember veröffentlichen die Verbraucherzentralen dazu die Ergebnisse einer eigenen Umfrage)
für mich. für dich. fürs klima
Das Projekt ist Teil der bundesweiten Verbraucherallianz „für mich. für dich. fürs klima.“ Beteiligt sind neben dem Verbraucherzentralen Bundesverband (vzbv) und den 16 Verbraucherzentralen der Deutsche Mieterbund (DMB), die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), der VCD, der VerbraucherService (VS) im Katholischen Deutschen Frauenbund und Germanwatch.
Die Allianz klärt mit bundesweiten Aktionen über die Chancen jedes Einzelnen beim CO2-Einsparen auf. Gegenüber Politik und Wirtschaft vertritt sie die Interessen der Verbraucher für einen Klimaschutz ohne Hürden. Unlautere Werbung mit Klimaschutzargumenten stoppt sie mit juristischen Mitteln. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.
Fr, 27. Nov 2009



