Verbraucherzentrale Bremen
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Energieschluckende Schlafräuber und ineffiziente Geräte

Klimageräte: Unzureichende Kennzeichnung

Der Handel kennzeichnet Klimageräte nicht ausreichend. Dies ist das Ergebnis eines Marktchecks der Verbraucherzentrale Bremen. Sie überprüfte insgesamt neun Bau- und Elektromärkte in und um Bremen. Von 56 Geräten waren 31 nicht ausreichend gekennzeichnet. Auch überwogen im Angebot ineffizente Geräte. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, vor dem Kauf Alternatvien genauer zu prüfen.

Auch wenn es momentan nicht so aussieht, die heißen Tage werden auch in diesem Jahr noch kommen. Mit ihnen kommt das Bedürfnis nach kühlen Wohn- und Schlafräumen. Klimageräte versprechen genau dies, können es aber nicht immer einhalten. Testergebnisse haben gezeigt, dass viele Klimageräte die Erwartungen der Verbraucher nicht erfüllen konnten. Die Geräte hatten eine zu geringe Kühlleistung bei einem zu hohen Energieverbrauch. Darüber hinaus waren sie in vielen Fällen auch sehr laut.

Kennzeichnung falsch und verwirrend

Leider können sich Verbraucher beim Kauf von Klimageräten auch nicht auf die Energie-Kennzeichnung der Geräte verlassen. In keinem der überprüften neun Geschäfte in Bremen und umzu entsprach die Kennzeichnung den gesetzlichen Vorgaben. Häufigster Mangel waren zu kleine Kennzeichnungen (13 Geräte). Kleingedrucktes war nur mit Lupe zu erkennen. Zudem sind viele Geräte gar nicht gekennzeichnet gewesen (9 Geräte) oder die Kennzeichnung war nicht einsehbar, weil sie z.B. auf der Rückseite angebracht war (5 Geräte). Bei fünf Geräten stimmte sogar die Energieeffizienzklasse nicht, sie wurden fälschlicherweise zu gut angegeben.

Dazu kommt, dass Klimageräte nicht einheitlichen EU-Effizienzkriterien unterliegen. Sogenannte Splitgeräte (also mit Innen- und Außengerät) müssen wesentlich effizienter als Monoblockgeräte (auch Kompaktgerät genannt) sein, um die gleiche Energieeffizienzklasse zu erhalten. Diese Unterschiede erschließen sich den Verbrauchern nicht. Splitgeräte sind in der Regel teurer und müssen vom Fachbetrieb angeschlossen werden, haben dafür aber eine bessere Kühlleistung als die Monoblockgeräte.

Der Marktcheck

In den neun Elektro- und Baumärkten wurden insgesamt 56 Geräte angeboten. Davon waren 37 Monoblock- und 19 Split-Geräte.

Die überprüften Elektromärkte Media Markt (Stuhr) und Saturn (City) boten nur Monoblockgeräte an. Die überprüften Baumärkte Bauhaus (in Hastedt), Hornbach (Neustadt und Osterholz), Max Bahr (Osterholz), OBI (Delmenhorst), Praktiker (Delmenhorst) und toom (Stuhr) boten Monoblock- und Split-Geräte an. Die Preise der Geräte bewegten sich in einer Spanne von 180 bis 1200 Euro.

Bauhaus verkaufte das Gerät mit der niedrigsten Energieeffizienz: 2,2 (ProKlima 15KEH-410 - Monoblockgerät). Das Gerät mit der höchsten Effizienz verkaufte Praktiker in Delmenhorst: 3,62 (Klima1stklaas Nr. 5099 - Splitgerät).

Vorsicht vor Schnäppchen

Lockangebote mit günstigen, aber ineffizienten Monoblockgeräten um die 200,- Euro gab es in fast allen Geschäften. Von den vermeintlich günstigen Preisen sollten sich Verbraucher aber nicht zum Kauf verleiten lassen. Ein günstiger Anschaffungspreis allein kühlt noch keinen Raum. Oft reicht das Gerät nicht aus, den Raum zu kühlen, zudem müssen die Betriebskosten mit berechnet werden. Die in den Märkten gefundenen Geräte verursachen jährlich zwischen 70 und 180 Euro an zusätzlichen Stromkosten (500 Stunden Betrieb bei Stromkosten von 21 Cent/kWh). Im Vergleich dazu verursachen effiziente Kühlschränke heute zwischen 20,- und 50,- Euro Stromkosten im Jahr.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt daher, vor dem Kauf eines Klimagerätes zuerst Alternativen zu prüfen. Den besten Schutz bieten außen angebrachte Jalousien, Markisen, Rollläden oder Fensterläden. Aber auch innen liegende spezielle Rollos oder Jalousien, die das einfallende Sonnenlicht reflektieren, sind zu empfehlen. Ansonsten gilt bei Hitze: tagsüber Fenster und Sonnenschutz geschlossen halten, nachts lüften.

Besser beraten lassen

Wer auf ein Klimagerät trotzdem nicht verzichten will oder kann, sollte sich vor dem Kauf beraten lassen. Zu allen Fragen rund um Kühlung und sommerlichen Wärmeschutz beraten die Energieberater der Verbraucherzentrale kompetent und unabhängig. Unter der Telefonnummer 09001-3637443 (0,14 EUR/Min. aus dem deutschen Festnetz, abweichende Preise für Mobilfunkteilnehmer) können sich Verbraucher telefonisch beraten lassen oder einen Beratungstermin unter 0421-160777 vereinbaren. Weiterführende Tipps erhalten Sie auch in der neu aufgelegten Broschüre „Zu Hause – zu heiß?“ Diese bekommen Sie kostenlos im Internet unter ->http://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder in der Verbraucherzentrale.

Mi, 23. Jun 2010

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