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Klima-Musterhaushalte: Strom

Bei den Musterhaushalten wird es weihnachtlich

Strom kommt aus der Steckdose, in Deutschland mit einer hohen Verlässlichkeit rund um die Uhr. Deshalb gibt es in vielen Haushalten elektrische Weihnachtsbeleuchtungen, Wäschetrockner, Fernseher, Laptop, Handys und andere technische Geräte. Das belastet die Haushaltskasse und das Klima. Klima-Musterhaushalt Sander geht im Vergleich sehr sparsam mit Energie um. Mit 3.200 Kilowattstunden (kWh) liegt die Familie im guten, fast schon im sehr guten Bereich, aber auch hier gibt es noch fürs Klima viel Potential.

Bei der Familie Sander findet man nachts keine roten Lichter und es gibt Energiesparlampen. Dennoch nimmt Petra Sander gerne das Strommessgerät mit nach Hause. Diese werden von der Verbraucherzentrale Bremen kostenlos verliehen. Nach ein paar Tagen gibt Petra Sander das Messgerät erstaunt zurück. Womit sie nicht gerechnet hat: Die Ladestation des Mobiltelefons verbraucht beim Laden des Handys genauso viel Strom wie wenn die Ladestation leer ist. Durch die Nutzung einer schaltbaren Steckdose kann Familie Sander fast 7 Euro im Jahr sparen. Der Computer läuft bei der Familie Sander etwa 16 Stunden in der Woche und der Drucker wird nur angestellt, wenn auch gedruckt werden soll. Der Energieberater weist darauf hin, dass man bei einer Neuanschaffung über einen Laptop nachdenken könnte, da die Tischgeräte mit Monitor mehr Energie benötigen.

In der Küche steht ein dreizehn Jahre alter Kühlschrank, der im Jahr fast 500 kWh benötigt. Eine Neuanschaffung ist solange das Gerät noch läuft nach Einschätzung des Energieberaters nicht zweckmäßig. Wenn ein Ersatz fällig werden sollte, wird ein Gerät mit der Energie-Effizienzklasse A++ empfohlen. Energieeffiziente Einbaugeräte mit Drei-Sterne-Kühlfach liegen heute bei durchschnittlich 200 kWh im Jahr, das sind ca. 65 Euro weniger Stromkosten bei 22 Cent pro Kilowattstunde.

Bisher bezieht die Musterfamilie Strom vom örtlichen Energieversorger der nach Firmenangaben 606 Gramm CO2 pro Kilowattstunde Strom produziert. Beim Familienverbrauch von ca. 3.200 kWh entspricht das 1,9 Tonnen CO2. Bei einen Wechsel zu einem preiswerten Öko-Stromanbieter könnte die Familie nicht nur diese 1,9 Tonnen CO2 einsparen, sondern auch noch etwa 22 Euro. Berücksichtigt man die angekündigte Preissteigerung zum 01.02.2010 beim derzeitigen Stromanbieter, sind auch einige zertifizierte Ökostromangebote günstiger. Ein Vergleich im Internet lohnt sich, zum Beispiel mit dem Stromrechner der Verbraucherzentrale Bremen.

Bei der Weihnachtsdekoration auch an die Folgekosten denken

Jetzt zur Weihnachtszeit sind viele Häuser mit Lichterketten geschmückt. Rund 409 Millionen kWh Strom verbrauchen deutsche Haushalte jedes Jahr für die Weihnachtsbeleuchtung. Damit könnten etwa 140.000 Haushalte ein Jahr lang komplett mit Strom versorgt werden. Ein 13 Meter langer Lichtschlauch mit 468 Lämpchen verbraucht 1,36 kWh Strom am Tag. Bei täglich acht Stunden Brenndauer verbraucht er in fünf Wochen circa 50 kWh. Mit etwa 10 Euro schlägt das bei der Stromrechnung zu Buche. Drei Lichtschläuche dieser Art verbrauchen so viel Strom wie ein moderner Kühlschrank im ganzen Jahr. Mit Strom sparenden Leuchtdioden (LED) ist die gleiche Beleuchtung für nur 8,75 kWh Strom und etwa 1,75 Euro zu haben.

Lichterketten sollten nur bei Dunkelheit und nicht die ganze Nacht brennen. Mit Zeitschaltuhren kann man die Beleuchtungsdauer begrenzen und Stromkosten sparen.

Auch beim weihnachtlichen Kochen und Backen kann man Strom sparen. Ohne passenden Deckel wird etwa dreimal so viel Energie zum Kochen benötigt. Töpfe oder Pfannen sollten auf keinen Fall kleiner als die Herdplatte sein, da in diesem Fall viel Wärme ungenutzt verloren geht. Nach dem Ausschalten kann die Wärme der Herdplatte zum Nachgaren oder Warmhalten bereits zubereiteter Speisen genutzt werden.

Backen mit Umluft ist effizienter als mit Ober- und Unterhitze, da die Betriebstemperatur bei Umluft um 20-30 Grad niedriger sein kann. Auch wenn es in vielen Rezepten empfohlen wird, kann auf ein Vorheizen des Backofens verzichtet werden - und die Plätzchen gelingen trotzdem. Bis zu 20 Prozent Energie lassen sich auf diese Weise einsparen. Wer darauf achtet, dass stets mehrere Bleche im Ofen sind, kann zusätzliche Energie sparen. Bei so vielen Tipps ist sich die Familie Sander sicher, dass auch sie in Zukunft noch weniger Strom verbrauchen wird.

Geld- und Stromsparen und dabei noch das Klima schützen:

  1. Ein Umstieg auf Ökostrom ist heute nicht mehr teuer und entlastet das Klima. Der Stromtarifrechner der Verbraucherzentrale oder die Energieberatung hilft bei der Auswahl.

  2. Viele elektronische Geräte wie Computer, Stereoanlagen und Fernseher haben eine Stand-by-Funktion – und verbrauchen daher pausenlos Strom. Schalten Sie diese nachts - oder wenn sie nicht gebraucht werden – einfach aus. Bei Geräten, die über keinen Aus-Schalter verfügen, benutzen Sie am besten eine Steckerleiste mit Schalter. Muss das Gerät permanent in Bereitschaft sein, hilft ein Power-Safer. Dieser wird einfach zwischen die Steckdose und das Endgerät geschaltet - und schon ist der Stromverbrauch reduziert, ohne die Bereitschaft des Geräts (zum Beispiel Faxgerät) einzuschränken.

  3. Lassen Sie Ladegeräte nicht in der Steckdose, nachdem Sie Ihren Laptop oder Ihr Handy aufgeladen haben. Der Trafo in den Ladegeräten vergeudet sonst unnötig Strom.

  4. Kleingeräte wie Toaster sind wesentlich energiesparender als große Haushaltsgeräte. Daher: Backen Sie Brötchen lieber auf dem Toaster auf, anstatt im Backofen. Ebenso benötigt ein Wasserkocher rund 40% weniger Strom als das Wasserkochen auf dem Elektroherd.

  5. Moderne Geschirrspülmaschinen verbrauchen 50- 80% Energie und Wasser weniger als das Spülen per Hand. Wichtig: Installieren Sie möglichst einen Warmwasseranschluss für Ihre Spülmaschine, da sie sonst etwa 80% ihres Strombedarfs zum Aufheizen des Wassers verbraucht.

  6. Der Kühlschrank sollte an einem möglichst kühlen Platz stehen, also nicht neben dem Herd, der Heizung oder der Spülmaschine und auf 7°C eingestellt sein. Eine Raumtemperatur von 16°C in der Küche reduziert den Stromverbrauch des Kühlschranks nochmals um bis zu 50%. Bei Neuanschaffungen auf A++-Geräte achten (ab 2014 A+++).

  7. Eine niedrige Waschtemperatur tut's auch: 30-40°C anstelle von 60°C und 60°C anstelle von 90°C reichen völlig aus. Die meisten Krankheitserreger im privaten Haushalt werden bereits bei 60°C abgetötet. Ein Waschgang mit 30-40°C spart bis zu 50% einer entsprechenden 60°C-Wäsche ein.

  8. Kräftiges Schleudern mit hoher Drehzahl macht den Wäschetrockner fast überflüssig! Trocknen im Freien kostet keine einzige Kilowattstunde und die Kosten sind bei Null.

für mich. für dich. fürs klima

Viele Verbraucher möchten gerne mehr für das Klima tun, können dies im Alltag aber nicht immer umsetzen. Wie das geht, dazu beraten die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale sechs Klima-Musterhaushalte aus Bremen und dem Umland in den Bereichen Konsum, Wärme, Strom, Ernährung und Mobilität.

Die Energieberatungen, die im Rahmen der Aktion Musterhaushalte durchgeführt werden, werden durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert. Die Mobilitätsberatung wird mit Hilfe des Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) durchgeführt.

Das Projekt ist Teil der bundesweiten Verbraucherallianz „für mich. für dich. fürs klima.“ Beteiligt sind neben dem Verbraucherzentralen Bundesverband (vzbv) und den 16 Verbraucherzentralen der Deutsche Mieterbund (DMB), die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), der VCD, der VerbraucherService (VS) im Katholischen Deutschen Frauenbund und Germanwatch.

Die Allianz klärt mit bundesweiten Aktionen über die Chancen jedes Einzelnen beim CO2-Einsparen auf. Gegenüber Politik und Wirtschaft vertritt sie die Interessen der Verbraucher für einen Klimaschutz ohne Hürden. Unlautere Werbung mit Klimaschutzargumenten stoppt sie mit juristischen Mitteln. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Do, 07. Jan 2010

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