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Klima-Musterhaushalte: Solaranlagen

Die kostenlose Energie der Sonne nutzen

Mit Sonnenenergie das Klima schützen, das finden auch die Familien Homfeld und das Ehepaar Maaß erstrebenswert. Ob sich für die Klima-Musterhaushalte eher eine Photovoltaikanlage oder eine Solarthermische Anlage rechnet, überprüft der Energiefachmann der Verbraucherzentrale bei einer Energiesparberatung vor Ort.

Sowohl Familie Homfeld aus Bremen als auch die Familie Maaß aus Ganderkesee interessieren sich für Solarenergie. Selber Strom oder Wärme zu erzeugen und damit unabhängiger von Energieversorgern zu sein, ist für sie ein reizvoller Gedanke. Die auf die Erde eingestrahlte Sonnenenergie ist mehrere Tausend Mal so groß wie der gesamte Energiebedarf der Menschheit. Auch wenn in Bremen und umzu die Sonneneinstrahlung nur bei 900 – 950 Kilowattstunden Sonnenenergie pro Quadratmeter liegt, lohnt sich auch hier die Sonnennutzung.

Photovoltaikanlagen

Mit einer Photovoltaikanlage (PV-Anlagen) kann man selber Strom erzeugen. Den kann man selber verbrauchen oder ins allgemeine Stromnetz einspeisen. Das lohnt sich auch finanziell, dafür garantiert der Staat bestimmte Abnahmepreise. Für kleinere Anlagen, bis zu einer Spitzenleistung von 30 Kilowatt-Peak (kWp), die noch dieses Jahr errichtet werden, sind dies 43,01 Cent pro Kilowattstunde (kWh) und für Anlagen die 2010 fertig gestellt werden, 39,14 Cent pro kWh Sonnenstrom.

Man kann den Strom auch selber nutzen; die Förderung von selbstverbrauchtem Strom fällt von 25,1 Cent pro kWh auf 22,76 Cent pro kWh für Anlagen, die nächstes Jahr ans Netz gehen. Die Vergütung für eingespeisten und selbstgenutzten Strom ist für 20 Jahre staatlich garantiert.

Der Standort und die Ausrichtung entscheiden über die Effizienz der Anlage. Einen optimalen Ertrag bietet eine südorientierte Fläche mit 30 Grad Neigung. Eine Abweichung nach Südwest/Südost oder Neigungen zwischen 25 und 60 Grad verringern den Ertrag geringfügig. Diffuses Licht, also auch indirektes Licht reicht aus um Strom zu erzeugen. Ein verschattetes Dach mit einer PV-Anlage auszustatten würde der Energieberater der Verbraucherzentrale aber nicht empfehlen.

Um ihren Strombedarf von etwa 3.000 kWh pro Jahr zu decken, müsste die Familie Homfeld bzw. das Ehepaar Maaß eine PV-Anlage mit einer Fläche von 30 bis 35 m² anbringen lassen. Der Energieberater geht von einer Investitionssumme von etwa 12.000 bis 13.000 Euro aus. Pro Jahr erwirtschaftet eine entsprechende Anlage ungefähr 1.000 Euro. Entsprechend würde sich die Anlage nach etwa 13 bis 15 Jahren rechnen, bei steigenden Energiekosten eher. Im Betrieb wären die beiden Musterhaushalte dann beim Strom CO2-frei. Bislang schlägt dieser mit etwa 1,6 Tonnen CO2 im Jahr zu Buche und belastet damit die Klimabilanz.

Solarthermische Anlagen

Eine weitere Variante der Solaranlagen sind Sonnenkollektoren, die Wasser mit Sonnenenergie erwärmen. Man kann damit sein warmes Wasser bereiten und auch die Heizung unterstützen. Dazu wird ein auf das System angepasster Wärmespeicher benötigt. Durch Süd-Orientierung des Kollektors lässt sich der Ertrag optimieren. Bei Abweichung von der Südausrichtung um 30 Grad hat man ca. 10% Ertragseinbußen, was durch eine Vergrößerung der Kollektorfläche ausgeglichen werden kann.

Der Familie Maaß rät der Energieexperte von einer Solaranlage zur Warmwasserbereitung ab. Da das Dach eine Ost-West Ausrichtung hat, würde sich eine Anlage aufgrund der geringen Energieausbeute nicht rentieren.

Ein Flachbau, wie bei Familie Homfeld, würde sich für eine Solaranlage besser eignen da die Anlage aufgeständert und so optimal ausgerichtet werden kann.

Bei Anlagen zur Warmwasserbereitung richtet sich die benötigte Kollektorfläche nach der Haushaltsgröße. Pro Person werden bei Flachkollektoren etwa 1,5 Quadratmeter benötigt. Eine typische Einfamilienhaus-Anlage mit 300 Liter-Speicher und 4,5 Quadratmeter Kollektorfläche kostet etwa 4.000 Euro.

Bei den Musterhaushalten rechnen sich rein wirtschaftlich gesehen die Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung mehr als Solarthermische Anlagen. Unter Klimaaspekten sind jedoch beide Anlagen sinnvoll. Der Vorteil von PV-Anlagen ist, dass der erzeugte Strom direkt vergütet wird. Die Vergütung solarthermischer Anlagen ist nur indirekt durch eingesparte Energiekosten spürbar. Unter Anbetracht steigender Energiekosten können sich aber beide Investition schneller als erwartet lohnen.

Fördermöglichkeiten werden für beide Anlagentypen von verschiedenen Stellen angeboten. Das Klima freut sich immer über die CO2-Einsparung und die Sonne schickt keine Rechnung.

Tipps zur Nutzung der kostenlosen Sonnenenergie

Photovoltaik
  • Die Spitzenleistung einer Solarzelle wird in Wattpeak (Wp) angegeben. Für eine PV-Anlage mit einer Leistung von 1.000 Wp bzw. 1 Kilowatt-Peak (kWp) wird eine Dachfläche von rund zehn Quadratmeter benötigt. Je nach Aufstellort können damit zwischen 750 und 1.000 Kilowattstunden Strom in einem Jahr erzeugt werden. Die Kosten einer Photovoltaik-Anlage betragen ca. 4.000 Euro pro Kilowatt-Peak.

  • Wie bei allen Handwerkerleistungen sollte man mindestens zwei Angebote unterschiedlicher Installateure einholen. Dabei sollte man darauf achten, dass die Angebote Komplettangebote inklusive aller Komponenten (Module, Wechselrichter, Verkabelung, Befestigungsanlagen), Montage und Anschluss an das Netz sind. Die Darstellung der Wirtschaftlichkeit gehört mit zu einem Angebot, inklusive Wartung und Versicherungen. Bei Interesse, prüfen die Energieberater der Verbraucherzentrale Bremen die Angebote.

  • Der Betreiber einer Photovoltaikanlage bekommt die Einspeisevergütung nur, wenn er sie vorher bei der Bundesnetzagentur angemeldet wurde.

  • Mit einer Photovoltaikanlage wird man Unternehmer. Entsprechend muss bei der Steuererklärung die entsprechende Anlage mit eingereicht werden. Steuerprogramme helfen bei der Erklärung.

Solarthermische Anlagen
  • Bei Altbauten stellt sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Wenn der Heizkessel erneuert werden muss, kann man sich grundlegend für ein neues Heizsystem und dann auch für alternative Energie entscheiden.

  • Bei Neubauten lohnt sich die Investition eher; so schreibt das Erneuerbare-Energie-Wärmegesetz (EEWärmeG) bei Neubauten ab 2009 den Einsatz erneuerbarer Energien vor.

  • Auch Bewohner von Mehrfamilienhäusern können die Sonne nutzen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ->fördert Solarkollektoranlagen bei Mehrfamilienhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten und einer Kollektorfläche von 20 bis 40 Quadratmetern.

Weiterführende Links:

für mich. für dich. fürs klima

Viele Verbraucher möchten gerne mehr für das Klima tun, können dies im Alltag aber nicht immer umsetzen. Wie das geht, dazu beraten die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale sechs Klima-Musterhaushalte aus Bremen und dem Umland in den Bereichen Konsum, Wärme, Strom, Ernährung und Mobilität.

Die Energieberatungen, die im Rahmen der Aktion Musterhaushalte durchgeführt werden, werden durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert. Die Mobilitätsberatung wird mit Hilfe des Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) durchgeführt.

Das Projekt ist Teil der bundesweiten Verbraucherallianz „für mich. für dich. fürs klima.“ Beteiligt sind neben dem Verbraucherzentralen Bundesverband (vzbv) und den 16 Verbraucherzentralen der Deutsche Mieterbund (DMB), die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), der VCD, der VerbraucherService (VS) im Katholischen Deutschen Frauenbund und Germanwatch.

Die Allianz klärt mit bundesweiten Aktionen über die Chancen jedes Einzelnen beim CO2-Einsparen auf. Gegenüber Politik und Wirtschaft vertritt sie die Interessen der Verbraucher für einen Klimaschutz ohne Hürden. Unlautere Werbung mit Klimaschutzargumenten stoppt sie mit juristischen Mitteln. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Di, 01. Dez 2009

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