Klima-Musterhaushalte: Für mich. für dich. fürs klima
Kein Meilenstein in Kopenhagen, aber Bremer Klima-Musterhaushalte kämpfen weiter fürs Klima
Auch wenn Kopenhagen kein Erfolg war, müssen wir die CO2-Emissionen reduzieren. Ein Anstieg des Meeresspiegels würde Bremen betreffen, große Teile liegen auf Meeresspiegelhöhe. Die Klima-Musterhaushalte zeigen: jeder kann heute anfangen.
Nicht zuletzt durch die Klimakonferenz in Kopenhagen ist noch einmal vielen Bremern deutlich geworden, dass der drohende Klimawandel auch uns betrifft. Folgt man einigen Klimaszenarien, dann dürften Bremen und Bremerhaven in Zukunft noch stärker von Sturmfluten und Überschwemmungen bedroht sein. Trockenere Sommer und feuchtere Winter werden Einfluss auf die landwirtschaftliche Produktion in der Region haben.
„Wir müssen die Gesamtmenge der Kohlendioxid-Emissionen bis 2050 auf 750 Milliarden Tonnen begrenzen, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen“, sagte Peter Lemke, Leiter des Fachbereiches Klimawissenschaften am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut, am 19.12.2009 der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Pro Kopf der Weltbevölkerung bedeutet dies eine zugeteilte Emission von zwei bis drei Tonnen CO2 pro Jahr.“ Gegenwärtig emittierten Deutsche etwa 11 Tonnen pro Jahr, Schweden und Schweizer 5,5 Tonnen, in Bangladesch liegt der pro Kopf-Ausstoß bei lediglich 240 kg pro Jahr.
Dass man sowohl seine eigene Klimabilanz verbessern und gleichzeitig Geld sparen kann, hat die Verbraucherzentrale Bremen anhand der Muster-Klimahaushalte in den vergangenen Wochen gezeigt. Die Musterhaushalte sind mit großem Engagement an den Start gegangen. Viele Tipps haben sie von den Experten der Verbraucherzentrale bekommen. Die beratenden Haushalte werden versuchen, die ausgearbeiteten Ideen in den nächsten Monaten umzusetzen, sei es den Stand-by-Verbrauch beim Strom zu senken, auf eine regionale und saisonale Ernährung zu achten oder aber die Möglichkeiten von Bus und Bahn stärker zu nutzen.
Einige Klimatipps rechnen sich erst nach Jahre, Wärmeisolierungen zum Beispiel sind mit zum Teil hohen Investitionen verbunden. Diese lassen sich für Haushalte mit kleinerem Budget nur begrenzt umsetzen. Andere Ideen sind nicht unbedingt alltagstauglich. Dauert die Fahrt zur Arbeit mit dem Auto nur 20 Minuten, die Fahrt mit Bus und Bahn aber über eine Stunde, fällt es schwerer, dem Klima zuliebe umzusteigen. Geeignete Rahmenbedingungen, wie eben ausreichende Angebote von Bus und Bahn oder geeignete Radwege sind notwendig, damit der Umstieg fürs Klima leichter fällt.
Dass die Verbraucher bereit sind, ihr Verhalten zu ändern, hat eine Befragung des Verbraucherzentralen Bundesverbandes ergeben. 81 Prozent der Bevölkerung hält es für wichtig, auch selbst einen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten. Aber auch von den Anbietern, wie etwa der Automobilbranche erwarten sie stärkere Anstrengungen. Beim Autoneukauf achten zum Beispiel immer mehr Verbraucher auf den Spritverbrauch und die Umweltfreundlichkeit des Fahrzeugs.
Zudem monieren Verbraucher die mangelnde Transparenz von Angeboten. Ihnen ist nicht klar, wie klimaschädlich einzelne Produkte sind. Im Lebensmittelbereich kritisieren hier 86 Prozent der Kunden das Fehlen von vergleichbaren und verständlichen Informationen. Eine geeignete Kennzeichnung von Lebensmitteln ist noch nicht in Sicht. Dabei wünschen sich 83 Prozent der Bürger die Einführung einer Kennzeichnung, die die Klimawirkung wieder gibt. Deswegen vertritt das VerbraucherfuersKlima-Projekt gegenüber Politik und Wirtschaft auch die Interessen der Verbraucher für einen Klimaschutz ohne Hürden.
Wie schwer oder wie leicht der Umstieg fürs Klima den Teilnehmern der Muster-Klimahaushalte gefallen ist, welche Eindrücke sie gewonnen haben, beim Versuch klimafreundlicher zu leben, darüber wird das Klimateam berichten. Da auch viele Leser was fürs Klima tun wollen, hat die Verbraucherzentrale ein paar Tipps zusammengestellt, wie jeder seine Klimabilanz im nächsten Jahr verbessern kann:
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Ökostrom beziehen: Seine CO2-Bilanz kann man um ca. 0,75 Tonnen CO2 durch einen Wechsel zu einem Ökostromanbieter verbessern.
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Umsteigen fürs Klima: Da jede zweite Autofahrt in Deutschland eine Freizeit- oder Einkaufsfahrt ist, kann man bewusst im neuem Jahr mal für eine Feizeitfahrt umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel oder aufs Fahrrad. Beim dauerhaften Umstieg ist pro Person in Deutschland im Durchschnitt 1,5 Tonnen CO2-Reduzierung möglich.
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Öfter mal vegetarisch kochen: Gerade durch unseren hohen Fleischverzehr fällt unsere Ernährung mit 1,5 Tonnen CO2 zu Buche.
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Bewusster Konsumieren: Bei Neuanschaffungen nicht nur den Anschaffungspreis sondern auch die Folgekosten und die Langlebigkeit der Produkte berücksichtigen, dadurch kann jeder seine 3 Tonnen CO2 pro Jahr für Konsum ohne Lebensqualitätsverlust reduzieren.
Klima-Musterhaushalte-Tipps zum Nachlesen:
http://www.verbraucherzentrale-bremen.de
->http://www.bremen.verbraucherfuersklima.de
Klimaberatung der Verbraucherzentrale: Dienstags 10 – 13 Uhr, Tel.: 0421-160 77 92, persönliche Beratung nach Terminvereinbarung
Szenario: ->Bremen: Das Meer dringt in die Städte ein; Länderspiegel.
für mich. für dich. fürs klima
Viele Verbraucher möchten gerne mehr für das Klima tun, können dies im Alltag aber nicht immer umsetzen. Wie das geht, dazu beraten die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale sechs Klima-Musterhaushalte aus Bremen und dem Umland in den Bereichen Konsum, Wärme, Strom, Ernährung und Mobilität.
Die Energieberatungen, die im Rahmen der Aktion Musterhaushalte durchgeführt werden, werden durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert. Die Mobilitätsberatung wird mit Hilfe des Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) durchgeführt.
Das Projekt ist Teil der bundesweiten Verbraucherallianz „für mich. für dich. fürs klima.“ Beteiligt sind neben dem Verbraucherzentralen Bundesverband (vzbv) und den 16 Verbraucherzentralen der Deutsche Mieterbund (DMB), die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), der VCD, der VerbraucherService (VS) im Katholischen Deutschen Frauenbund und Germanwatch.
Die Allianz klärt mit bundesweiten Aktionen über die Chancen jedes Einzelnen beim CO2-Einsparen auf. Gegenüber Politik und Wirtschaft vertritt sie die Interessen der Verbraucher für einen Klimaschutz ohne Hürden. Unlautere Werbung mit Klimaschutzargumenten stoppt sie mit juristischen Mitteln. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.
Do, 24. Dez 2009



