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Themenheft des Robert Koch- Instituts zu Hörstörungen und Tinitus

Die Fähigkeit zu hören hat eine große Bedeutung für Kommunikation und Orientierung. Sowohl Schwerhörigkeit als auch Tinnitus sind in Deutschland weit verbreitet. Rund 60% der Bevölkerung sind in ihrem Leben zumindest zeitweise davon betroffen. Es gibt zudem Hinweise auf eine wachsende Verbreitung von Hörschäden.

Die Ursachen und Formen der Hörbeeinträchtigung sind vielfältig. Den größten Anteil machen dabei Hörschäden durch Lärm und Schwerhörigkeit im Alter aus. Bei frühkindlicher Schwerhörigkeit sind vor allem Früherkennung und Vermeidung von Entwicklungsstörungen wichtig. Berufliche Lärmschwerhörigkeit ist die häufigste Berufskrankheit, für die Prävention haben konsequenter Arbeitsschutz und arbeitsmedizinische Vorsorge große Bedeutung.

Die Belastung und Belästigung der Bevölkerung durch Umwelt- und Freizeitlärm hat in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen. Sowohl Dauerlärmbelastung kann das Gehör schädigen als auch oft unterschätzte Knallereignisse, welche vor allem auch das kindliche Gehör sehr gefährden. Gehörschädigende Musikhörgewohnheiten sind vor allem bei Jugendlichen sehr verbreitet, von verschiedenen Seiten gibt es deshalb Bemühungen um verhaltensbeeinflussende Aufklärung und Schallpegelbegrenzungen.

Männer beziehungsweise Jungen sind aus verschiedenen Gründen häufiger als Frauen bzw. Mädchen von Schwerhörigkeit betroffen. Neben stärkerer beruflicher Lärmexposition spielt dabei auch eine noch sehr verbreitete, zu wenig gesundheitsbewusste »männliche« Einstellung zum Lärm eine Rolle.

Beeinträchtigende Ohrgeräusche (Tinnitus) kommen meist in leichteren Formen vor, bestehen aber nicht selten über eine lange Zeit hinweg. Schwere Verläufe kommen verhältnismäßig selten vor, können aber zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen und weit reichenden Folgeproblemen führen.

Die Nutzung von Hörgeräten ist für viele von Schwerhörigkeit Betroffene sehr hilfreich, aber ein nicht geringer Teil derer, die über ein Hörgerät verfügen, nutzen es wenig oder nur teilweise.

Das Robert Koch-Institut gibt fortlaufend Themenhefte der Gesundheitsberichterstattung heraus. Darin werden spezifische Informationen zum Gesundheitszustand der Bevölkerung und zum Gesundheitssystem handlungsorientiert und übersichtlich präsentiert.

Die vollständige Broschüre (PDF, 329 KB)

Di, 09. Mai 2006

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