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Themen :: Geldanlage :: Werder Champions-Zins und Werder Kreditkarte

Werder Champions-Zins und Werder Kreditkarte – ein Kurztest

Die Fans und Freunde von Werder Bremen sollen sich in der neuen Saison nicht nur über hochklassigen und erfolgreichen Fußball freuen. Sie sollen vielmehr mitverdienen, wenn Werder punktet, und sie sollen auch beim Bezahlen Farbe bekennen können. Das jedenfalls wünscht sich der neue Hauptsponsor Citibank, der jetzt seine ersten grün-weißen Finanzprodukte vorgestellt hat. – Wenn es um den eigenen Geldbeutel geht, ist es allerdings auch für den enthusiastischsten Werder-Fan nicht ratsam, sich nur von Emotionen leiten lassen. Grund genug also, die neuen Angebote etwas näher unter die Lupe zu nehmen.

Mit dem „Werder Champions Zins“ bietet die Citibank ein Sparprodukt an, bei dem das Geld bis zum 31. Mai 2008, also bis zum Ende der neuen Bundesligasaison, fest angelegt wird. Der Anleger erhält – hoch gerechnet auf Jahresbasis - eine garantierte Mindestverzinsung von drei Prozent. Je nachdem, wie erfolgreich Werder spielt, gibt es dann mehr: Pro Punkt, den die Grün-Weißen holen, steigt die Verzinsung um 0,01 Prozentpunkte oder einen Basispunkt . Kommt Werder am Ende, wie in diesem Jahr, auf 66 Punkte, würde sich der Zinssatz rückwirkend also auf 3,66 Prozent erhöhen. Die Herbstmeisterschaft würde den Zins zusätzlich um 0,25 Prozentpunkte steigern. Und wenn Werder am Ende Meister wird, gäbe es sogar einen Bonus von 0,5 Prozentpunkten.

Gelingt es Werder, seine Bravourleistung aus der Saison 2003/2004 zu wiederholen, also die Herbstmeisterschaft, den Titel und insgesamt 74 Punkte einzufahren, dann könnten sich die Anleger am Ende über fast 4,5 Prozent Zinsen freuen. Über einen Zeitraum von fast 10 Monaten hinweg ermöglicht dies derzeit kaum eine andere sichere Geldanlage. Mit den maximalen 4,5 Prozent liegt der Werder Champions Zins zudem weit vor dem, was die Fans von Bayern, Schalke, Dortmund und Nürnberg mit ihren Sparcards im günstigsten Fall verdienen könnten.

Allerdings: So sehr Werder der Erfolg auf ganzer Linie zu wünschen ist, so sehr ist es jedoch die Frage, ob man darauf bei der Geldanlage setzen sollte. Wird Werder weder Meister, noch Herbstmeister, bleibt für den Anleger eine Verzinsung, die sich zwischen 3,4 und 3,6 Prozent bewegen dürfte. Verglichen mit dem, was hierzulande Sparbuchkunden zugemutet wird, ist das zwar immer noch recht viel. Im Vergleich mit anderen Festzinsangeboten würde der Werder Fan damit aber im Mittelfeld landen. Wer sein Geld ein Jahr lang sicher anlegen möchte, kann dafür derzeit in Bremen bis zu 4,35 Prozent an Zins bekommen. Überregional sind es sogar 4,4 Prozent und in der Spitze – allerdings nur bis zu einem Betrag von 12.000 Euro – sogar 5 Prozent. Vor diesem Hintergrund ist es sicherlich nicht besonders attraktiv, einen größeren Betrag in den Werder Champions-Zins zu investieren. Wer gerne auch finanziell mit der Mannschaft ein wenig mitfiebern möchte, kann dies bereits für 500 Euro tun. Wird nur dieser Betrag angelegt, reduziert sich das Risiko einer nicht meisterlichen Werder-Saison auf zirka fünf Euro. Da es auf jeden Fall obendrein noch eine Urkunde mit Unterschriften aller Werder-Spieler gibt, ist das akzeptabel.

Als zweites Produkt offeriert der neue Hauptsponsor die Werder Kreditkarte – wählbar mit vier Motiven: Thorsten Frings, Per Mertesacker, dem ganzen Team oder dem Werder-Logo. Die Jahresgebühr der Karte beträgt 25 Euro plus die Kosten für eine eventuell angeschlossene Restschuldversicherung. Auf die sollte aber besser verzichtet werden. Werden die Kartenumsätze innerhalb von 26 Tagen nach Rechnungsabschluss vollständig beglichen, fallen keine Kreditzinsen an. Wer sich die Karte anschafft, sollte das auch unbedingt tun, denn sonst langt der Kartenanbieter kräftig zu - mit derzeit 17,65 Prozent an effektivem Jahreszins. Die angebotene Möglichkeit, monatlich nur jeweils fünf Prozent der ausstehenden Schulden abzutragen, sollte auch aus anderem Grund tunlichst vermieden werden. Wie die Erfahrung zeigt, kann dies schnell dazu führen, dass sich nach und nach immer mehr Schulden anhäufen. Da die Citibank an den Kreditzinsen verdienen will, ist das natürlich gewünscht. Gerade auf diesem Gebiet ist der Ruf der Bank bekanntlich noch sehr verbesserungsbedürftig. Was Bremen aber sicherlich nicht braucht, sind Werderfans, die auch in der Schuldnerberatung Farbe bekennen müssen.

Mi, 15. Aug 2007

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